Schwimmen in Tübingen
: Sportverband will zwei Hallenbäder

Der Stadtverband für Sport setzt sich für den Bau eines kleineren Hallenbads beim Freibad und die Sanierung des Nordbads ein.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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(ohne Überschrift): Vorsicht: Dieses Foto ist möglicherweise nur für den einstigen Verlag Schwäbisches Tagblatt verwendbar. Corona konformes Schwimmen im Hallenbad Nord: Nach der Wiedereröffnung schwimmen die ersten normalen Badegäste wieder
05.10.20 Bild: Ulrich Metz

Das Hallenbad Nord in Tübingen: Der Stadtverband für Sport fordert seine Erhaltung.

Ulrich Metz/Archiv
  • Tübingen braucht zwei Hallenbäder: Sanierung des Nordbads und Bau des Südbads.
  • Stadtverband fordert ausreichende Wasserflächen für Schwimmenlernen.
  • 22 Schwimmbahnen nötig für 90.000 Einwohner.
  • DLRG meldet höhere Sterberate bei Nichtschwimmern.
  • Stadt soll Sanierungskosten und Notfallpläne evaluieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Stadtverband für Sport fordert, das Hallenbad Süd zu bauen und das Hallenbad Nord zu erhalten. Ende März hatten die Stadtwerke mitgeteilt, dass sie die Planungen für das Hallenbad Süd, das beim Freibad gebaut werden sollte, auf Eis legen. Stattdessen soll berechnet werden, wie teuer die Sanierung des Hallenbads Nord wird und ob sie in Bauabschnitte aufgeteilt werden kann.

Der Stadtverband für Sport ist damit nicht einverstanden. In einer Pressemitteilung schreibt er: „Einer Streichung der Planungen des Südbads treten wir als Befürworter ausreichender Wasserflächen in aller Deutlichkeit entgegen. Es ist keine Option, mit dem Schwimmenlernen aus wirtschaftlichen Gründen zu pausieren.“

Rechnerisch braucht die Stadt laut Verband 22 Schwimmbahnen

Rechnerisch brauche Tübingen mit seinen über 90.000 Einwohnern 22 Schwimmbahnen mit je 25 Metern, „um eine annähernd zufriedenstellende Bedarfsdeckung zu erreichen“, schreibt der Stadtverband. Aus Kostengründen sei ein 50-Meter-Becken im Hallenbad Süd vorgesehen gewesen, was auch dem Leistungssport gerecht werde.

Mit dem Wegbrechen dieser Lösung würden sich vor allem die Schulen sorgen, die in wenigen Jahren keinen Schwimmunterricht mehr anbieten könnten. Dieser sei aber im Bildungsplan verankert. Die Nutzungsdauer der beiden bestehenden Bäder sei begrenzt: Das Uhlandbad könne mit einer Sanierung noch fünf Jahre halten, das Nordbad zehn Jahre ohne grundlegende Sanierung.

Für Unvorhergesehenes sei Tübingen nicht gewappnet, meint der Stadtverband und rät der Stadtverwaltung, „sich Gedanken für badtechnische Notfallpläne zu machen und diese zu evaluieren beziehungsweise zu aktualisieren, um diese im worst case aus der Schublade ziehen zu können.“

DLRG verzeichnet mehr Todesfälle bei Nichtschwimmern

Die DLRG verzeichne bereits eine erhöhte Sterbequote durch nicht ausreichende Schwimmfähigkeiten, schreibt der Stadtverband für Sport. „Auch aus diesem Grund muss Alarm geschlagen werden – Schwimmen lernen ist wichtig!“

Der Stadtverband fordert die Stadtverwaltung auf, die Sanierungskosten für beide bestehende Bäder zu berechnen, außerdem die für eine Traglufthalle oder einer versetzbaren Holzkonstruktion und die „Minimalsüdbadvariante mit Lehrschwimmbecken dagegenzusetzen“.

Tübingen brauche mindestens zwei 25-Meter-Becken samt Lehrschwimmbecken in der Nordstadt und in der Südstadt. Deshalb sollte die Variante, das Nordbad zu sanieren und ein kleineres Hallenbad Süd zu bauen, weiterverfolgt werden. Mindestens aber solle der Status quo erhalten bleiben, wobei es sinnvoll sei, dauerhaft hohe Betriebskosten durch frühzeitige Investitionen zu vermeiden.