Schönbuchbahn komplett eingestellt
: Landratsamt Böblingen stellt Ultimatum an Zughersteller CAF

Der Zugebtrieb auf der Schönbuchbahn ist vollständig eingestellt – das Landratsamt Böblingen spricht von einem fundamental zerstörten Vertrauen. Bis auf Weiteres wird die Strecke durch Ersatzbusse bedient. Ende Februar könnte sich die Lage weiter zuspitzen.
Von
swp
Dettenhausen/Region.
Jetzt in der App anhören
E-Züge der Schönbuchbahn

Da im Frühjahr eine größere Straßenbaustelle in Weil im Schönbuch bevorsteht, droht längs der Schönbuchbahn der Kollaps des öffentlichen Nahverkehrs, sollte Ende Februar noch immer kein geregelter Bahnverkehr möglich sein.

Landratsamt Böblingen
  • Schönbuchbahn-Betrieb komplett eingestellt – Ersatzbusse übernehmen die Strecke.
  • Gründe: technische Probleme bei neuen Elektrotriebwagen des Herstellers CAF.
  • Landrat Bernhard: Vertrauen „fundamental zerstört“, Kosten für SEV werden CAF belastet.
  • Ultimatum: Bis 23. Februar mindestens sechs voll funktionsfähige Fahrzeuge bereitstellen.
  • Im Frühjahr droht in Weil im Schönbuch Baustelle – ÖPNV-Kollaps entlang der Strecke möglich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Zugebtrieb auf der Schönbuchbahn ist mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres vollständig eingestellt. Grund dafür sind anhaltende technische Probleme bei den neuen Elektrotriebwagen des spanischen Herstellers CAF. Der Schienenersatzverkehr bleibt bestehen; die Kosten dafür sollen dem CAF in Rechnung gestellt werden, wie das Landratsamt Böblingen mitteilt. „Das Maß ist voll“, so Landrat Roland Bernhard in einer Pressemitteilung. „Was hier abgeliefert wurde, ist eines führenden Schienenfahrzeugherstellers unwürdig und für eine wirtschaftsstarke Hightech-Region wie unsere schlicht inakzeptabel.“ Die wiederholten Pannen hätten das Vertrauen in den Hersteller fundamental zerstört.

Landrat: Vertrauen in den ÖPNV „massiv geschadet“

Der Zweckverband hatte bereits mehrfach versucht, den Betrieb mit den neuen, elektrischen Zügen aufzunehmen. Diese Versuche scheiterten immer wieder an technischen Mängeln und Softwareproblemen. Zuletzt war der Betrieb selbst mit einer Minimalzahl an Zügen nicht mehr verlässlich aufrechtzuerhalten. Mal waren vier, dann nur zwei Züge verfügbar.

„Ein unzuverlässiger Bahnbetrieb, der von Tag zu Tag neu geplant werden muss, schadet dem Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr massiv. Deshalb ziehen wir jetzt die Notbremse“, so Bernhard. Der Schienenersatzverkehr mit Bussen soll über den gesamten Februar hinweg beibehalten werden, dies sei „eine ehrliche Lösung, auch wenn sie nicht so komfortabel ist.“

Die Verantwortung sieht das Landratsamt bei CAF. Der Zweckverband habe die Strecke mit einer Investition von fast 200 Millionen Euro modernisiert und neue Fahrzeuge beschafft. Der Hersteller habe es derweil bis heute nicht geschafft, funktionierende Züge zu liefern. „Die vollen Kosten für den notwendigen Schienenersatzverkehr und alle weiteren entstehenden Schäden werden wir CAF in Rechnung stellen. Wir werden uns schadlos halten.“

Ultimatum an CAF mit Frist am 23. Febraur

Der Zugbetrieb soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn der Hersteller mindestens sechs voll funktionsfähige Fahrzeuge für den Dauerbetrieb bereitstellt. Das Landratsamt erwartet, dass diese Voraussetzung bis spätestens zum 23. Februar erfüllt wird und spricht dabei von einem Ultimatum.

Sollte es zu weiteren Verzögerungen kommen, könnte sich die Situation zusätzlich verschärfen, da noch im Frühjahr eine größere Straßenbaustelle in Weil im Schönbuch geplant ist: „Wir erwarten, dass dies bis 23. Februar passiert, sonst kollabiert der öffentliche Nahverkehr längs der Schönbuchbahn komplett“, so Bernhard.