Schönbuchbahn in Dettenhausen
: Wiederaufnahme verzögert sich

Die Züge der Schönbuchbahn bleiben weiterhin in den Depots. Die Wiederaufnahme des Betriebs verschiebt sich wegen fehlenden Genehmigungen auf unbestimmte Zeit.
Von
Stephan Gokeler
Dettenhausen
Jetzt in der App anhören
E-Züge der Schönbuchbahn

Bis auf weiteres bleibt es beim Schienenersatzverkehr: Das Eisenbahn-Bundesamt muss das neue Software-Update genehmigen.

Landratsamt Böblingen
  • Betrieb der Schönbuchbahn bleibt ausgesetzt – Genehmigung für Software-Update fehlt.
  • Eisenbahn-Bundesamt prüft Update für Bremssteuerung – Termin für Wiederaufnahme offen.
  • Automatische Schnellbremsungen verursachten Schäden an Zugrädern – System überempfindlich.
  • Testfahrten ohne Passagiere nötig, sobald Genehmigung vorliegt.
  • Ersatzverkehr mit Bussen bleibt bestehen, neue Fahrscheinautomaten noch nicht verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Von „massivem Unmut“ in der Sitzung des Zweckverbands Schönbuchbahn am Dienstag berichtete Dettenhausens Bürgermeister Thomas Engesser abends dem Gemeinderat. Grund dafür war die erneute Verschiebung des Termins, zu dem die Züge auf der Strecke zwischen Dettenhausen und Böblingen ihren Betrieb wieder aufnehmen sollten. Das war eigentlich für den 14. Dezember angekündigt worden. Ein neues Datum werde gar nicht erst genannt, weil der Zweckverband darüber keine verlässlichen Aussagen habe, berichtete Engesser.

Automatische Schnellbremsung fehlerhaft

Hintergrund des neuerlichen Stillstands auf der Strecke waren „Flachstellen“ an den Rädern von Zügen, die durch automatisch ausgelöste Schnellbremsungen verursacht wurden. Dass es zu solchen Vollbremsungen kam, lag am Gleit- und Schleuderschutzsystem der neuen Züge, das bei feuchten Verhältnissen ein Durchdrehen der Räder beim Anfahren und ein Blockieren beim Bremsen verhindern soll. Tatsächlich bewirkte es aber vor allem, dass der Bremsrechner unplausible Geschwindigkeiten der Räder zu erkennen meinte und daraufhin eine Gefahrensituation vermutete.

Der spanische Hersteller CAF entwickelte daraufhin ein Update für die überempfindliche Steuerung der Bremsen. Das sei zwar fertig, müsse aber vor dem Aufspielen vom Eisenbahn-Bundesamt abgenommen werden, so Engesser. Dessen Genehmigung stehe bislang noch aus. Wenn sie vorliegt, müssten die Zugführer sich zunächst auf Testfahrten ohne Passagiere mit dem neuen Bremsverhalten vertraut machen.

Bis zur Wiederaufnahme des Zugbetriebs bleibt es daher beim Schienenersatzverkehr durch Busse. „Erst wenn alle formalen und technischen Voraussetzungen für einen weiterhin stabilen und zuverlässigen Betrieb erfüllt sind, wird der Zweckverband einen neuen Starttermin kommunizieren“, heißt es in einer Presseinformation des Böblinger Landratsamts. Vielleicht sind ja bis dahin endlich auch die neuen Fahrscheinautomaten vorhanden.