Rezept
: Blaukraut, die unterschätzte Beilage

Blaukraut kann doch jeder kochen: Dose auf, warm machen, fertig. Ist aber unsportlich. Für Weihnachten geht das nur handwerklich, beginnend mit dem Kopf vom Blaukraut.
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Kreis Tübingen

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Nicht gesetzt

Erster Schritt zur guten Beilage für Veganes, Gänsekeule oder sonstige deftig-festliche Gerichte ist ein schöner Blaukraut-Kopf. Mein Tipp: bio kaufen. Bei Kohl macht das den entscheidenden Unterschied.

Dann das Schnippeln. Bloß nicht mit dem Messer anfangen. Fürs Kraut lohnt sich ein Hobel. Nur so werden die Stücke gleichmäßig. Dann die Zwiebeln andünsten. Vorsichtig! Sie dürfen nur glasig werden. Ich nehme Butter, aber bitte, es geht auch vegan, aber halt nicht anbrennen, sondern Zeit lassen.

Dann das gleichmäßig gehobelte Kraut dazu und gleich den mitgehobelten Apfel. Mit etwas Apfelsaft ablöschen, Salz dazu, zudecken und abwarten. Blaukraut lässt sich wunderbar am Tag zuvor zubereiten. Das entzerrt die Arbeitsspitzen am Feiertag.

Das Würzen ist Geschmackssache. Für mich gehört Zimt dazu, an Weihnachten auch Lebkuchengewürz - das spart, selten gebrauchte Gewürze einzeln zu kaufen. Ganz Praktische nehmen auch einfach fertigen Glühwein. Den aber erst zum Schluss zufügen, beim Aufwärmen kurz vor dem Servieren. Wer es fruchtig mag, kann Marmelade seiner Wahl unterrühren, aber vorsichtig, damit es nicht pappig wird.

Blaukraut, dieses völlig unhippe Gemüse, ist ein dezenter Begleiter für die Hauptsache am Festessen.