Queere Demo
: Das ist für den CSD in Tübingen geplant

Am Sonntag ist die Christopher Street Day-Parade in Tübingen. Los geht es um 14 Uhr auf dem Marktplatz. Die Veranstalter wollen die Demo für möglichst viele Menschen zugänglich machen und haben sich dafür einiges ausgedacht.
Von
Miri Watson
Tübingen
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(ohne Überschrift): Vorsicht: Dieses Foto ist möglicherweise nur für den einstigen Verlag Schwäbisches Tagblatt verwendbar. CSD Parade   25. Juni  2023 
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Bei der Tübinger Pride-Parade 2023 war das Wetter gut und die Menschen waren bunt angezogen.

Anne Faden (Archiv)
  • CSD Tübingen am Sonntag: Start um 14 Uhr auf dem Marktplatz, Motto „Unsere Solidarität sprengt eure Ordnung“.
  • Route führt über Krumme Brücke und Stadtgraben zum Lustnauer Tor – Zwischenstopp am Kino Museum.
  • Abschluss am Europaplatz ab 16 Uhr mit Kundgebung und Infomarkt regionaler Initiativen.
  • Barrierearm geplant: Gebärdensprache, Leichte Sprache, ruhiger Block, Mobilitäts- und Ruhebus.
  • Orga fordert mehr Zivilcourage, geschlechtsneutrale Toiletten, bessere trans Versorgung und stabile Förderung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Zusammenhalt der queeren Community steht im Mittelpunkt: „Unsere Solidarität sprengt eure Ordnung“ ist das Motto des diesjährigen Christopher-Street-Days (CSD) in Tübingen, der am Sonntag, 21. Juni, um 14 Uhr auf dem Tübinger Marktplatz beginnen wird. Von dort führt die Route über die Krumme Brücke und den Stadtgraben zum Lustnauer Tor. Nach einer Zwischenkundgebung am Kino Museum zieht der Zug weiter zum Europaplatz. Dort beginnen gegen 16 Uhr die Abschlusskundgebung und ein Infomarkt, auf dem sich Initiativen aus der Region vorstellen.

Der Solidaritätsaspekt ist für das Organisationsteam des CSD von großer Bedeutung. Zwar gehe es bei der Veranstaltung um die Rechte queerer Menschen, aber es sei wichtig, auch andere von Diskriminierung betroffene Gruppen mitzudenken, so die Veranstaltenden zur SÜDWEST PRESSE.

Die Reden werden in Gebärdensprache übersetzt

Deswegen sollen auch Barrieren möglichst gering gehalten werden: Die Redebeiträge werden erneut von Gebärdensprachdolmetschenden begleitet. Die Fachstelle Inklusion der Stadt Tübingen fördert dieses Angebot. Außerdem stehen zwei Busse der Lebenshilfe bereit: ein Mobilitätsbus für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie ein Ruhebus für Personen, denen die Demonstration zu laut oder reizintensiv ist. Innerhalb des Demonstrationszugs wird es einen ruhigen Block geben. Reden werden in Leichte Sprache und teils auf Englisch übersetzt.

Finanziell steht der CSD allerdings unter Druck. Viele Fördermöglichkeiten seien in diesem Jahr weggefallen, berichtet das Orgateam. Rund 2800 Euro kamen über private Spenden zusammen. Weitere Unterstützung erhält der CSD durch Sachspenden von Marktladen und Tartes Cézanne, die die Verpflegung der Helfenden übernehmen.

Für den Demozug hat das Orgateam verschiedene Forderungen formuliert: mehr Zivilcourage gegen Faschismus, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt. Eine stärkere Berücksichtigung nicht-binärer Lebensrealitäten, flächendeckend geschlechtsneutrale Toiletten und bessere medizinische Versorgung von trans Personen. Auch die geplante Weitergabe von Daten zu Geschlechtseintragsänderungen im Rahmen des neuen Landesmeldegesetzes kritisieren die Organisierenden. Zudem fordern sie verlässliche Förderungen für queere Projekte und Einrichtungen wie das Queere Zentrum.

Tübingen gilt im Vergleich zu anderen Städten als relativ sicherer Ort für queere Veranstaltungen. Dennoch beobachtet das Organisationsteam die zunehmenden Anfeindungen gegen queere Menschen und den gesellschaftlichen Rechtsruck mit Sorge und bittet die Teilnehmenden, auf der Demo und auf dem Weg dorthin und wieder heim, auf sich und andere aufzupassen.