Patienten-Abzocke: Die KV warnt vor Betrugsanrufen im Namen der 116 117

Mitarbeitende des Patientenservices mit der Nummer 116117 erfragen niemals Bank- oder Zahlungsdaten.
Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa- KV Baden-Württemberg warnt vor Betrugsanrufen im Namen der 116 117.
- Betrüger fragen am Telefon nach Bank- und Zahlungsdaten.
- Mitarbeitende des 116 117-Services erfragen niemals Finanzdaten.
- Seit Anfang des Jahres vermehrte Hinweise auf solche Rückrufe.
- Tipp: Anrufe sofort beenden und keine persönlichen Daten preisgeben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer die Telefonnummer 116 117 wählt, hat es oft eilig, einen Arzttermin zu bekommen. Dafür ist die Nummer auch gedacht, aber nicht nur dafür: Der Patientenservice 116 117 umfasst Serviceangebote zur unterstützenden Suche nach einem Arzt oder Psychotherapeuten, eine medizinische Ersteinschätzung in akuten Fällen (wenn man den Hausarzt nicht erreichen kann), die Terminservicestelle, die Online-Sprechstunde docdirekt und das Patiententelefon MedCall.
Besonders als Terminservicestelle wird die Nummer oft genutzt, um nicht monatelang auf einen Termin beim Facharzt zu warten. Schon im Jahr 2016 hat der Gesetzgeber der Kassenärztlichen Vereinigung dieses Verfahren vorgeschrieben: die Einrichtung der Terminservicestelle. Diese Servicestelle soll Patienten mit dringendem Behandlungsbedarf einen Termin bei einem Facharzt innerhalb einer bestimmten Zeit vermitteln. Dafür brauchen die Patienten eine entsprechende dringliche Überweisung, die durch einen „Code“ auf dem Überweisungsschein dokumentiert wird.
Dank Vermittlungscode schneller zum Arzt
So funktioniert es: Der Hausarzt stellt eine Überweisung mit Vermittlungscode aus oder gibt diesen auf einem separaten Formular an. Der Patient ruft die bundesweite Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst und den Terminservice 116 117 an oder nutzt den Online-Terminservice und gibt den Code an. Die 116 117 vermittelt einen Termin bei einem Facharzt, der die Behandlung übernehmen kann.
Seit Anfang des Jahres aber werden Patienten vermehrt zurückgerufen. Angeblich von Mitarbeitern der Servicestelle. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) warnt deshalb aktuell vor einer Betrugsmasche. „In den vergangenen Wochen wurden vermehrt Hinweise von Patientinnen und Patienten gemeldet, die Anrufe von Personen erhalten haben, die sich fälschlicherweise als Mitarbeitende des Patientenservices mit der Nummer 116 117 ausgeben“, schreibt die KVBW in einer Pressemitteilung.
Angefangen habe es Anfang dieses Jahres, sagt KVBW-Pressesprecher Kai Sonntag auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE. Mitarbeitende der Tochtergesellschaft, die die Terminservicestellen managt, hätten vermehrt darauf aufmerksam gemacht, dass Patienten Rückrufe bekommen hätten, bei denen sensible Daten erfragt worden seien. Insbesondere handele es sich um Bankinformationen. Die KV bittet die Bevölkerung deshalb, wachsam zu sein und keine persönlichen Finanzdaten am Telefon preiszugeben sowie solche Anrufe sofort zu beenden. „Die KV stellt klar: Die Mitarbeitenden des 116 117-Patientenservices erfragen zu keinem Zeitpunkt Bank- oder Zahlungsdaten.“
