Nilgänse in Tübingen: Palmer: „Abschuss von Nilgänsen kann nur das letzte Mittel sein“

Die Stadt Tübingen möchte „Konflikte für Erholungssuchende verringern und heimische Wasservögel schützen“ vor der Nilgans.
Holger Weyhmüller/Archiv- Tübingen reagiert auf mehr Nilgänse an Anlagenpark und Neckarinsel mit Stufenplan.
- Erst nicht tödliche Mittel: Info an Jagdpächter, Vergrämung mit Falkner wird geprüft.
- Gelege sollen „gezielt manipuliert“ werden – etwa durch Tausch gegen Betoneier.
- Palmer betont: Abschuss nur als letztes Mittel, wenn andere Maßnahmen nicht wirken.
- Nilgänse gelten als invasive Art und unterliegen dem Jagdrecht – Schonzeit wurde aufgehoben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Universitätsstadt Tübingen reagiert auf die zunehmende Zahl von Nilgänsen insbesondere im Bereich des Anlagenparks und der Neckarinsel mit einem abgestuften Vorgehen, wie sie per Pressemitteilung kundtut. Ziel sei es, „Konflikte für Erholungssuchende zu verringern und heimische Wasservögel zu schützen“. Ein von der Stadtverwaltung organisierter Abschuss indes stehe nicht kurzfristig bevor, sondern komme nur dann in Betracht, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend wirkten. „Wir werden zunächst alle nicht tödlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Der Abschuss von Nilgänsen kann nur das letzte Mittel sein“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer.
Die Nilgans sei eine invasive Art und unterliege dem Jagdrecht. Mit der Novelle der Durchführungsverordnung zum Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetz im Januar sei die Schonzeit aufgehoben worden: Seither könnten und sollten Nilgänse in Baden-Württemberg ganzjährig bejagt werden, lediglich Elterntiere mit Küken seien von der Jagd ausgenommen. Im ersten Schritt werde die Stadtverwaltung die örtlichen Jagdpächterinnen und Jagdpächter über die angepasste Jagdzeit der Nilgans informieren, damit diese einen Beitrag zur Reduktion der Populationsdichte leisten könnten.
Gelege der Nilgänse „gezielt manipulieren“
Darüber hinaus plane die Stadtverwaltung, in der nächsten Brutsaison die Gelege der Nilgänse „gezielt zu manipulieren“. Eine Möglichkeit dafür könnte der Tausch von Eiern gegen Betoneier sein. „Dieses Vorgehen hat sich im städtischen Taubenkonzept bereits als wirksam erwiesen, um Populationen tierschutzgerecht zu regulieren“, erläutert Nadine Knodel, Leiterin des zuständigen Fachbereichs Bürgerdienste, Sicherheit und Ordnung. „Ob sich dieses Vorgehen auch bei den Nilgänsen, deren Nester schwerer zu finden sind, bewährt, müssen wir testen.“
Ergänzend prüfe die Stadt eine Vergrämung der Nilgänse in besonders betroffenen Bereichen mit Unterstützung eines Falkners. Erst wenn diese Schritte nicht den gewünschten Erfolg brächten, würde die Stadt die Jagd auf Nilgänse organisieren und die dafür nötige Zustimmung zur Jagd in einem befriedeten Bezirk beim Landkreis Tübingen beantragen.
