Naturheilkunde am Tübinger Uniklinikum: Wickel, Auflagen, Akupressur und Aromatherapie

Auch Lavendel gilt als Heilplanze: Ätherisches Lavendelöl soll beruhigend und entspannend auf Körper und Geist wirken. Und bei Stress, Nervosität, Angstzuständen und Schlafstörungen helfen.
Rafael Martín/EUROPA PRESS/dpa- Uniklinikum Tübingen untersucht ab 2026 naturheilkundliche Verfahren in der Pflege.
- Fokus auf Anwendungen in Onkologie und Pädiatrie, Laufzeit des Projekts: fünf Jahre.
- Wickel, Aromatherapie, Akupressur u. a. werden auf Wirksamkeit geprüft.
- 70 % der Deutschen nutzen bereits komplementäre Verfahren.
- Ergebnisse fließen in Ausbildung von Pflegekräften und Studiengänge ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Quarkwickel, wie sie früher gegen Entzündungen gemacht wurden oder der Zwiebelsaft gegen Erkältungen geraten mit dem zunehmenden Mangel an Gesundheitskompetenz in vielen Familien immer mehr in Vergessenheit. Dabei werden naturkundliche Hausmittel mittlerweile ergänzend zur Allgemeinmedizin auch von Ärzten empfohlen. Die Arbeitsgruppe „Integrative naturheilkundliche Pflege“ der Abteilung Pflegewissenschaft des Instituts für Gesundheitswissenschaft an der Medizinischen Fakultät Tübingen wird in Zukunft die naturheilkundlichen Verfahren für den Einsatz in der Pflege wissenschaftlich untersuchen.
Anwendungen in der Onkologie
„Wickel, Auflagen, Akupressur oder Aromatherapie – Die Auswahl an sogenannten komplementären Verfahren in der Pflege ist groß“, heißt es einer Pressemitteilung des Uniklinikums. Groß sei auch ihr Anwenderkreis: In einer repräsentativen Befragung in Deutschland gaben 70 Prozent der Befragten an, komplementäre und integrative Verfahren bereits genutzt zu haben. Solche naturheilkundlichen und komplementären Verfahren sollen nun auf ihre Wirksamkeit untersucht werden. Ziel ist es, wirksame Mittel schließlich auch in der Pflege mehr anzuwenden. „Mit der Arbeitsgruppe schaffen wir eine wissenschaftliche Basis für Verfahren, die in der Pflege längst gelebt und von unseren Patientinnen und Patienten eingefordert werden“, erklärt Prof. Cornelia Mahler, Direktorin der Abteilung Pflegewissenschaft und Projektleiterin.
Ab dem 1. Januar 2026 wird die Arbeitsgruppe über fünf Jahre hinweg untersuchen, wie integrative und naturheilkundliche Verfahren in der Pflege wirksam eingesetzt werden können. Dabei stehen vor allem Anwendungen in der Onkologie und Pädiatrie im Mittelpunkt. Patientinnen, Patienten und Angehörige werden aktiv in die Forschungsprojekte einbezogen. Die Ergebnisse sollen in die Lehre einfließen und so die Ausbildung von Pflegekräften und Studierenden in Bachelor-, Master- und Promotionsprogrammen stärken.
Das Vorhaben ergänzt den bestehenden Schwerpunkt zur integrativen Medizin an der Medizinischen Fakultät und des Uniklinikums in der Allgemeinmedizin und interprofessionellen Versorgung „Komplementärmedizinische Verfahren haben das Potenzial, die konventionelle Medizin sinnvoll zu ergänzen“, wird Prof. Holger Cramer, Universitätsprofessor für die Erforschung komplementärmedizinischer Verfahren an der Medizinischen Fakultät Tübingen und wissenschaftlicher Leiter des Robert Bosch Centrums für Integrative Medizin und Gesundheit am Bosch Health Campus in Stuttgart in der Pressemitteilung zitiert.
