Natur um Tübingen
: In Deutschland ausgebreitet: Weißer Waldportier am Spitzberg

Am Spitzberg entdeckte Prof. Thomas Gottschalk, der an der Hochschule für Forstwirschaft in Rottenburg unterrichtet, einen Weißen Waldportier.
Von
ST
Tübingen

Bild: Thomas Gottschalk

Nicht gesetzt

Dieser Tagfalter habe sich in den vergangenen fünf Jahren wegen des Klimawandels in Süddeutschland ausgebreitet und so auch den Spitzberg in Tübingen als neuen Lebensraum entdeckt. Gottschalk verweist auf einen Artikel in der Zeitschrift „Ecological Entomology“, der erstmals zeige, wie hervorragend die Art in der Lage ist, sich dem Klimawandel anzupassen. Gottschalk leitete die Untersuchung über diese Verhaltensänderung des Falters. Neben der starken Zunahme mit einer geschätzten Populationsgröße von über 2000 Tieren am Spitzberg sind die Weibchen in der Lage, Trockenzeiten im Juli und August durch eine Sommerpause zu überdauern, schreibt er. Die Weibchen legen einen Teil ihrer Eier in der ersten Flugperiode, die zwischen Juni/Juli stattfindet, ab. Um das Risiko zu reduzieren, dass aufgrund von Trockenheit im Hochsommer aus den Eiern keine Jungraupen schlüpfen, werden ein Teil der Eier erst nach einer Übersommerung in der zweiten Flugperiode im August/September abgelegt.