Nach Diebstahl in Tübingen
: Gummipferdchen in Kellergang gefunden – und Spenden gibt's auch

Vergangene Woche wurden vom Quartiersplatz im Tübinger Güterbahnhofsviertel rund 25 Rody-Pferdchen geklaut. Nun sind 15 wieder aufgetaucht – und Leute schenken ihre gebrauchten.
Von
Jonas Bleeser
Tübingen
Jetzt in der App anhören
Die Rody-Gummipferdchen am Tübinger Quartiersplatz wurden geklaut. Nun ist fast die Hälfte wieder aufgetaucht.

Die Rody-Gummipferdchen am Tübinger Quartiersplatz wurden geklaut. Nun ist fast die Hälfte wieder aufgetaucht.

Stefan Eenhuis
  • In Tübingen wurden rund 25 Rody-Gummipferdchen vom Quartiersplatz gestohlen.
  • 15 Pferdchen tauchten wieder auf – neun in einem Kellergang, sechs hinter einem Trafo-Häuschen.
  • Hinweise kamen von Anwohnern, ein Mann führte die Besitzer zu neun Fundstücken.
  • Spenden treffen ein: Gebrauchte Rodys werden abgegeben, eine Anbieterin zahlt sogar Porto.
  • Anzeige folgt keine, der Verein „Güterhalle für alle“ prüft bessere Sicherung der Tierchen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Kindern ihr Spielzeug wegnehmen, und das auch noch, wo auf jedem der verschwundenen Gummi-Hüpftiere extra „Bitte nicht klauen“ draufstand – diese Nachricht vom Diebstahl von etwa 25 Rody-Pferdchen in Tübingen hat viele erbost. „Kindern (also für die gab es die ja dort) absichtlich Dinge zu klauen, finde ich immer das Unglaublichste der Welt“, kommentierte eine Nutzerin auf dem Tübinger  Instagram-Kanal der SÜDWEST PRESSE.

Jetzt gibt es gute Nachrichten in dem Fall: 15 der entführten Pferdchen sind wieder aufgetaucht. Nachdem sich die Nachricht vergangenen Donnerstag verbreitete, meldete sich am Freitag ein Mann bei Stefan Eenhuis, der die Spielzeuge mit seiner Frau Sophie auf eigene Kosten angeschafft hatte. Der Hinweisgeber arbeitete in einem der Wohnblöcke im Viertel. Seine Frau hatte ihm den Artikel in der SÜDWEST PRESSE vorgelesen und er erinnerte sich, dass ihm in einem Kellergang neun Rodys aufgefallen waren, die dort herumstanden. Er nahm Kontakt zu Eenhuis auf, fuhr extra nach Tübingen und gemeinsam gingen sie zum Fundort. Und tatsächlich: Sie gehörten zu den in der Nacht auf Donnerstag gestohlenen. Eines war kaputt, die anderen acht aber intakt.

Sechs lagen hinter einem Trafo-Häuschen

Sophie und Stefan Eenhuis hatten sich vergangene Woche im Viertel ebenfalls auf die Suche begeben, allerdings zunächst ohne Erfolg. Der Diebstahl aber hatte sich da schon weit herumgesprochen: „Die Nachbarn wussten das schon“, sagt Sophie Eenhuis. Und waren offenbar selbst sehr aufmerksam. Denn am Sonntag meldete eine Frau einen weiteren Pferdchen-Fund: Sechs Stück lagen in der Hanna-Bernheim-Straße, hinter einem Trafo-Häuschen an den Bahngleisen. Damit ist also über die Hälfte der Rodys wieder aufgetaucht.

Parallel suchte Stefan Eenhuis schon im Netz nach Ersatz. Dabei schrieb er den Verkäufern auch, warum er die Pferdchen kaufen wolle. Eine Anbieterin schickt ihm ihres nun, ohne Geld zu verlangen. Selbst das Porto bezahlt sie. Sie finde den Diebstahl schrecklich, außerdem gehe es ihr vor allem darum, dass Kinder weiter damit spielen können und es nicht weggeworfen wird. Und auch anonym gingen Spenden ein: Plötzlich standen auf dem Quartiersplatz an der Eisenbahnstraße weitere Rodys. „Das ist echt schön“, sagt Sophie Eenhuis. Auf eine Anzeige bei der Polizei verzichten die beiden nun. Und wollen mit dem Verein „Güterhalle für alle“ überlegen, wie die Tierchen in Zukunft besser gesichert werden könnten. Vielleicht bekommen sie nun doch bald einen abschließbaren Stall.