: Zwei vollendete und zwei versuchte Vergewaltigungen: 21-Jähriger in Haft
W egen des dringenden Verdachts der Vergewaltigung sowie der versuchten Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gegen einen 21-jährigen Asylbewerber aus Gambia mit Wohnsitz in Tübingen.
Wenn Sie SWP als bevorzugte Quelle bei Google auswählen, zeigt Google unsere Artikel häufiger in Ihren Top-Storys und Suchergebnissen an – gekennzeichnet mit einem „Bevorzugt"-Hinweis. Sie können diese Auswahl jederzeit in Ihren Google-Kontoeinstellungen wieder ändern.
Seit Mittwoch sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Der 21-Jährige soll in Tübingen zwei Frauen vergewaltigt haben: eine 33-Jährige im Mai 2015 und eine 35-Jährige im März 2017. Außerdem soll er für zwei versuchte Vergewaltigungen verantwortlich sein. Die Beamten kamen dem Mann mithilfe eines DNA-Abgleichs auf die Spur.
Eine 35-Jährige hatte Anfang März bei der Polizei Anzeige erstattet: Am Abend des 24. Februar sei sie in einer Tübinger Asylunterkunft von einem dunkelhäutigen Mann vergewaltigt worden. Sie berichtete, dass sie freiwillig in dessen Wohnung mitgegangen war. Dort habe der Mann sie dann aber zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Der 21-Jährige bestritt das und behauptete, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. Weil sich bei den Ermittlungen ein Tatverdacht gegen den Mann ergab, durchsuchten Polizisten seine Wohnung und nahmen eine Speichelprobe.
Am Dienstag bekamen die Tübinger Ermittler nun das Ergebnis aus dem Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts mitgeteilt. Der DNA-Abgleich brachte mehrere Treffer: Er stimmt mit Spuren überein, die die Beamten nach einer vollendeten und nach einer versuchten Vergewaltigung im Jahre 2015 gesichert hatten. Zudem passt das Aussehen des heute 21-Jährigen zu den Täterbeschreibungen der damaligen Opfer.
Zur Erinnerung: In den frühen Morgenstunden des 1. Mai 2015 war eine 33-Jährige beim Lustnauer Tor von einem Mann angesprochen und nach Hause begleitet worden. In ihrer Wohnung soll er als Gegenleistung Geschlechtsverkehr verlangt haben. Die Frau lehnte ab, woraufhin der Mann sie bedrängte. Nach heftiger Gegenwehr ließ er von ihr ab und ging.
Am Morgen des 24. Mai 2015, Pfingstsonntag, war eine 33-Jährige auf Höhe der Taxizentrale in der Wilhelmstraße überfallen worden. Ein Mann hatte ihr aufgelauert, sie in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt. Am Morgen des 11. Oktober 2015 war eine 22-Jährige im Botanischen Garten angegriffen worden. Der Mann kam plötzlich aus einer Hecke, packte sie am Hals und zerrte sie ins Gebüsch. Weil zwei Zeugen aufmerksam wurden, ließ er von ihr ab und ergriff die Flucht.
Die Kriminalpolizei ermittelt nun, ob der Festgenommene für weitere Übergriffe auf Frauen in Tübingen verantwortlich sein könnte. „Wir hatten hier ja noch mehr Fälle, die wir jetzt natürlich alle überprüfen werden“, sagt Polizeisprecher Josef Hönes.
Der 21-Jährige wurde noch am Dienstag vorläufig festgenommen und am Mittwoch dann der Haftrichterin vorgeführt, die den Haftbefehl erließ.
Mehr Vollzugsbedienstete für mehr Sicherheit
Boris Palmer: „Tübingen war eine der Städte, in denen Frauen sich ohne Angst frei bewegen konnten. Das hat sich leider verändert“, sagte der OB gestern. „Mehr Präsenz im öffentlichen Raum stärkt das Sicherheitsgefühl und beugt Straftaten vor. Für Ermittlungen und Strafverfolgung müssen selbstverständlich die Polizei und die Justiz besser ausgestattet sein. Die entsprechenden Ziele des Koalitionsvertrags in Baden-Württemberg unterstütze ich voll und ganz.“
Für den Haushalt 2018 beantragt die Stadtverwaltung außerdem zwei zusätzliche Vollzeitstellen für den kommunalen Ordnungsdienst, um vor allem die Wochenenden besser abdecken zu können.
Den kommunalen Ordnungsdienst gibt es in Tübingen seit Mitte 2008. Die vier Vollzugsbediensteten haben die Stellung von Polizeibeamten. Sie sind von 18 bis 2 Uhr, an Wochenenden und bei besonderen Veranstaltungen auch bis 4 Uhr im Einsatz. Dabei sind sie nach Auskunft der Stadt vor allem vermittelnd unterwegs zu den Themen Lärm, Jugendschutz und Alkohol. Bei Straftaten schalten sie die Polizei ein.
Die Entscheidung, ob weitere Stellen geschaffen werden, trifft der Tübinger Gemeinderat.