Mietpreise für Studierende: In Tübingen steigen die Preise für WG-Zimmer weiter

In Uni-Städten ist der Wohungsmarkt jeweils zum Semsesterstart besonders in Bewegung. Die Preise für ein Zimmer steigen seit Jahren.
Patrick Seeger/dpa/Archiv/Symbolbild- Mietpreise für WG-Zimmer in Uni-Städten steigen weiter, Bundesschnitt liegt 2025 bei 505 Euro.
- In Tübingen kostet ein WG-Zimmer 480 Euro, in Reutlingen 470 Euro – Bafög-Pauschale reicht nicht aus.
- Wohnheimquote: Tübingen 15,5 %, Reutlingen 17,6 % – zu wenige günstige Wohnplätze verfügbar.
- Höchste WG-Zimmerpreise in Berlin (650 Euro), Hamburg (620 Euro), Köln und Düsseldorf (600 Euro).
- Studie fordert Bafög-Anpassung und mehr budgetorientierte Wohnangebote für Studierende.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auch für Studierende ist die Miete der größte Posten in ihrem Monatsbudget – und der steigt laut einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts auch 2025 gegenüber dem Vorjahr. Eine Forschungsgruppe untersucht seit 2011 die Wohnungspreise für Studierende und Auszubildende. Seit 2013 gibt die Stiftung ein Ranking der Hochschulstandorte mit mehr als 5000 Eingeschriebenen zum Wintersemester heraus. Dabei stützen sich die Autoren auf Stichproben des Portals „WG-gesucht“ und analysieren bundesweit über 10.000 Angebote für Zimmer in Wohngemeinschaften mit zwei bis drei Personen für die Monate August und September. Es geht also vor allem um solche Anzeigen, die für neue Studierende wichtig sind, die nicht lokal vernetzt sind.
Da die Daten standardisiert bereits seit vielen Jahren vorliegen, zeigen sie einen Durchschnittstrend. Wer eine Wohnung alleine bewohnt, zahlt deutlich mehr. Große Wohngemeinschaften bieten laut den Forschern Wohnraum oft billiger an, Wohnheimplätze sind ebenfalls günstiger – doch davon gibt es viel zu wenige. Für Tübingen weist die Studie eine Wohnheimquote von 15,5 Prozent aus, Reutlingen steht mit 17,6 Prozent nur wenig besser da.
Reutlingen ist kaum günstiger
In Tübingen liegt der WG-Zimmer-Index für 2025 bei 480 Euro. Wer in Reutlingen wohnt, zahlt mit 470 Euro nur unwesentlich weniger. In beiden Städten reicht die Bafög-Wohnkostenpauschale damit bei weitem nicht aus: Derzeit liegt sie bei 380 Euro. Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD ist eine Erhöhung auf 440 Euro geplant. Wann sie kommen soll, ist noch unklar.
Vor zehn Jahren kostete ein Zimmer in Tübingen noch 339 Euro, in Reutlingen 330 Euro. Solche Preise gibt es bundesweit im Landesschnitt nur noch im Osten: In Sachsen-Anhalt liegt er bei 350 Euro, in Thüringen bei 362 Euro und in Sachsen bei 377 Euro. Am teuersten ist es in Berlin (650 Euro), Hamburg (620 Euro), aber auch in Köln oder Düsseldorf (jeweils 600 Euro). Aber auch im Westen Deutschlands lässt sich in manchen Unistädten noch vergleichsweise günstig studieren, beispielsweise in Bielefeld (360 Euro).
„Problematisch wird es, wenn der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, ob ein Studium am gewünschten Ort möglich ist. Bildungschancen dürfen nicht vom Wohnungsmarkt abhängen“, stellt der Leiter der Studie Stefan Brauckmann vom Moses Mendelssohn Institut fest. Er fordert, „das BaföG konsequent an die Realität anzupassen und gezielt in den Ausbau von budgetorientierten Wohnangeboten zu investieren.“
