Landtagswahl in Tübingen: Die Urne ist eröffnet: Morgens um acht im Wahllokal

Wahllokalvorsteher Jens Hermann-Huang klebt die Siegelmarke auf die Wahlurne in der Uhlandstraße, nachdem er mit seiner Stellvertreterin Sabine Schlager kontrolliert hat, dass die Urne auch wirklich leer ist. Wenn übrigens jemandem beim Wählen der Ehering in die Urne fällt, muss er bis abends um 18 Uhr warten, um ihn wiederzukriegen.
Hans-Jörg Schweizer- Seit 8 Uhr wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt.
- Wahllokal Uhlandstraßenmensa Tübingen: Urne versiegelt, Team gebrieft.
- Sabine Schlager leitet vormittags Bezirk 011-04 Neckartor, nachmittags Wechsel.
- 1073 Wahlberechtigte, 412 mit Briefwahl; ab 11 Uhr meist mehr Betrieb.
- Frühwähler: Arbeit oder schönes Sonntagswetter als Gründe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Drei Minuten vor acht in der Tübinger Uhlandstraßenmensa: Wahllokalvorsteher Jens Hermann-Huang hält ein letztes Briefing mit den Wahlhelfern Ingo Themme, Dieter Waiblinger, Schriftführer Justus Bartel und der stellvertretenden Vorsteherin Sabine Schlager ab. Fünf von mehreren Hundert Wahlhelfern in Tübingen. Um Punkt acht nimmt der erste Wähler seinen Wahlschein entgegen, nachdem Waiblinger anhand der Adresse geprüft hat, ob der Wähler auch wirklich im richtigen Wahllokal ist und nicht vielleicht ein paar Meter weiter in der Grundschule wählen müsste.
Die Vormittagsschicht als Wahllokalvorsteherin im Wahlbezirk 011-04 Neckartor übernimmt Sabine Schlager. Sie ist schon zum fünften Mal Wahlhelferin und weiß über die Uhlandstraße: „Hier ist nachmittags mehr los als am Vormittag. So ab 11 Uhr geht es richtig los. Wir denken oft vormittags, die Wahlbeteiligung sei niedrig, aber dann kommt noch ein Schub zur Kaffeetrinkenzeit.“ Diesen Schub wird sie heute wahrscheinlich verpassen, denn am Nachmittag ist die zweite Schicht mit Hermann-Huang in der Uhlandstraße im Einsatz. Erst abends zur Auszählung wird auch Sabine Schlager wieder im Wahllokal sein.
Doch bis dahin ist es noch lang. Kurz vor acht inspizieren Schlager und Hermann-Huang nochmal die Urne, ob die auch wirklich leer ist, ehe Hermann-Huang das Siegel aufklebt. Den Vormittag bis 13 Uhr wird Schlager an der Urne stehen und den Einwurf der Wahlscheine überwachen. Am Tisch daneben hakt Bartel die Namen der Wähler im 73 Din-A-4-Blätter dicken Wählerverzeichnis ab und Themme notiert auf vorgefertigten Listen in Kästchen mit fortlaufenden Nummern die Wählernummer. 1073 Wahlberechtigte umfasst das Wählerverzeichnis am Neckartor, 412 davon haben aber Briefwahl beantragt.
Schlager saß schon im Tübinger Gemeinderat, im Kreistag und war sogar selbst schon mal Landtagsabgeordnete der Grünen, von 1996 bis 2001. Sie empfindet zwar den Gang zur Wahl im Wahllokal als irgendwie feierlichen und bedeutenden Moment, dieses Mal hat sie aber selbst die Möglichkeit zur Briefwahl wahrgenommen. „Ich bin ja heute beschäftigt.“ Nach ihrer Schicht am Vormittag hätte sie zwar auch oben auf WHO im Wahllokal wählen können, sie wollte sich aber lieber den Tag ganz freihalten, falls zum Beispiel jemand ausfällt.
Sabine Schlager ist froh, dass sie bei ihren Wahlhelfereinsätzen noch nie jemanden um eine Minute nach sechs zurückweisen musste. Das wurde den Helfern auch bei ihrer Schulung eingeschärft. „Wer aber um 18 Uhr schon in der Schlange steht, darf noch wählen“, sagt Schlager. In diesem Fall würde sie sich ans Ende der Schlange stellen und aufpassen, dass sich nach 18 Uhr niemand mehr unter die Wartenden schmuggelt.
Um 8.30 Uhr hat das erste Dutzend Wählerinnen und Wähler seine Wahlscheine bei Sabine Schlager in die Urne gesteckt. Die Frühwähler geben zwei Gründe dafür an, warum sie schon so früh ins Wahllokal kamen: „Ich muss heute arbeiten“, sagt ein älterer Herr, der in der Kirche engagiert ist. „Wir sind Frühaufsteher“, sagt Jasmin Getzin. „Und dann gehen wir eben gleich früh wählen, damit wir noch was von dem schönen Sonntagswetter haben“, ergänzt ihr Begleiter Sebastian Schmidt.







