Was man vielleicht schon hat
: Reutlinger Tonne: Eindrucksvolle Premiere des Schülerstücks „Glücksträumerei“

Als es dunkel wird im Tonne-Gewölbe, breitet sich so glaubhaft die Atmosphäre eines beklemmend verlassenen Ortes aus, dass einem ein bisschen unheimlich werden kann. Eine schmale Gestalt, das Gesicht halb unter einer Kapuze verborgen, bewegt sich verstohlen durch die Szenerie (Marie Zils als Tom). Ausgerechnet in diesem ungeschützten Raum wird Mira (Charleen Lowack) von ihrem Freund Lionel (Kristof Klein) bedrängt, ihm beim Einbruch in die Boutique ihrer Mutter zu helfen.
Von
DOROTHEE HERMANN
reutlingen

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Nicht gesetzt

Die Bühne ist abstrakt-minimalistisch und dabei so einfach wie suggestiv: Drei quadratische Stahlgitter übereinander geschichtet, darauf ein Objekt, das ein Flatscreen sein könnte, eine Raumskulptur oder eben die Bank vor dem Bahnhof. Auch eine Stadt bei Nacht ließ sich assoziieren, der sogenannte öffentliche Raum als Leerstelle, oder das Erwachsenwerden als zeitweise ziemlich unheimlicher Ort (Bühne und Regie: Karen Schultze).

Die junge Autorin war nach der Premiere ziemlich überwältigt. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl“, meinte sie. „Ich hätte nicht gedacht, wie viel man aus dem Stück herausholen kann.“ Zu den Figuren mochte sie nichts sagen. „Sie haben eine Eigendynamik.“ Und: „Das ist, wie wenn man J.K. Rowling fragt, was mit Harry Potter passiert, wenn er 80 ist.“

Das Spiel mit Traum und Realität hat sie besonders fasziniert. „Ich finde es sehr interessant zu überlegen, was ist eigentlich wirklich? Was ist echt?“, sagte die Schülerin. Glück sei für sie nicht etwas Fernes, das es zu erreichen gilt, sondern etwas, das man vielleicht schon hat.

Info Weitere Aufführungen sind heute Abend und am morgigen Freitag, 13. Mai, jeweils um 20Uhr, sowie am Samstag, 14. Mai, um 16Uhr im Tonne-Theater im Reutlinger Spitalhof.