Tübingen/Barcelona · Ausstellung
: Skaterszene Tübingens in Barcelona zu sehen

Ken Werners Fotos werden am dortigen Goethe-Institut gezeigt.
Von
Peter Ertle
Tübingen/Barcelona

Skater-Wahnsinn vor dem Hallenbad Nord.

Ken Werner

Ken Werner fotografiert gerne in der Szene, der Subkultur. Man könnte auch sagen: Die „B-Seiten“ statt die A-Seiten, „Besides B-Sides“ hieß jedenfalls mal eine Ausstellung im Kulturwerk, an der er beteiligt war. Manche kennen ihn vielleicht auch über seine künstlerischen Ensemble-Fotos fürs Zimmertheater.

Früher war er auch mal skatend unterwegs, brach sich die Knochen. Mit Mitte 40 muss man das nicht mehr haben. Aber als Fotograf ist die Szene für ihn interessant. Ob bei der Mensa, am Technischen Rathaus, hinterm Edeka, oben auf WHO - und seit einigen Jahren beim Skaterpark: Als Fotograf war Ken Werner Teil Szene. Und wahrscheinlich hätte man seine Skater-Fotos demnächst in einer Tübinger Ausstellung gesehen. Doch dann traf er den Chef des Goethe-Instituts am Rande eines Festivals in Tübingen. Man kam ins Gespräch.

Später fuhren Dieter und Peer Ripberger nach Barcelona, es wäre übertrieben zu sagen im Auftrag Ken Werners, aber sie nahmen die Gelegenheit wahr, beim Goethe-Institut vorbeizuschauen. Zwischen Gartenstraße und Zimmertheater kann man die Intendanten des ITZ auch mal auf dem Board rollen sehen, also da gibt es durchaus auch eine persönliche Affinität. In Barcelona machten sie einen Knopf an die Ausstellung. Und so kommt es, dass dort nun unter dem Titel „smalltown exposures - Art exhibition about the skateboarding subculture of Tübingen, Germany“ die Skaterkultur der hiesigen smalltown bald bekannter sein könnte als in Tübingen selbst.

Warum? Naja, erstens ist es ja der Auftrag des Instituts, die deutsche Kultur in ihren vielfältigen Aspekten den Leuten nahezubringen, zweitens sind die Fotos klasse, drittens gilt Barcelona als die Skater-Hochburg schlechthin. Was auf den Fotos zu sehen ist: Die Energie und Schönheit des Skateboarding an der Schnittstelle zwischen dokumentarischer und künstlerischer Fotografie. Die Bilder der Ausstellung sind rau, intim und fangen die Essenz der Szene ein. Ergänzt werden die Fotos durch cineastische Skate-Videos von Frederick Schneider, ebenfalls aus Tübingen. Eröffnung der bis 30. April laufenden Schau ist am 23. Februar.