Tübingen · Theater
: ITZ-Intendanten bleiben weitere fünf Jahre

Der Vertrag mit Dieter und Peer Mia Ripberger wurde verlängert, die Förderung für das Zimmertheater aufgestockt.
Von
ST
Tübingen

Dieter und Peer Mia Ripberger.

Alexander Gonschior

Dieter und Peer Mia Ripberger bleiben fünf weitere Jahre Intendanten am Tübinger Zimmertheater. Die Vertragsverlängerung haben der Verwaltungsrat, der Gemeinderat und die Gesellschafterversammlung der Tübinger Zimmertheater GmbH beschlossen. „Ich bin froh, dass es gelungen ist, die beiden begehrten Theatermacher in Tübingen zu halten“, sagt Daniela Harsch, Bürgermeisterin für Soziales, Ordnung und Kultur. „Den Grundstein dafür hat der Gemeinderat gelegt mit seiner Entscheidung, die Förderung von 600000 auf eine Million Euro anzuheben.“ Auch das Land hat seinen finanziellen Beitrag im laufenden Jahr um 12 Prozent gesteigert.

Dieter und Peer Mia Ripberger haben seit ihrem Amtsantritt 2018 das zeitgenössische Profil des Zimmertheaters gestärkt. Unter der Bezeichnung „Institut für theatrale Zukunftsforschung“ (ITZ) konzentriert sich das Ensembletheater auf Stückentwicklungen und Uraufführungen, auch in Zusammenarbeit mit Autorinnen, Autoren und Kollektiven der Freien Szene aus Deutschland und ganz Europa.

Neues Publikum erschlossen

„Mit zeitgenössischer Dramatik und innovativen Kunst- und Gesprächsformaten spricht das ITZ vielfältige Publikumsgruppen an, verankert das Theater in der Stadtgesellschaft und macht Studierende, die oft zum ersten Mal ins Theater kommen, zum Kulturpublikum der Zukunft“, erklärt Harsch in einer Pressemitteilung der Stadt Tübingen.

(Ko-)Produktionen waren unter anderem in London, Zürich, Cluj, Budapest, Berlin, Hildesheim, Hannover, Hamburg und Braunschweig zu sehen. In Fachkreisen gelte das ITZ als Musterbeispiel eines erfolgreichen Change-Prozesses, der neues Publikum durch neue Produktionsweisen erschließt, heißt es in der Pressemitteilung. 2019 wurde das ITZ Mitglied der Stadttheatergruppe des Deutschen Bühnenvereins, 2020 war es für die Shortlist des „ZukunftsGut-Preises“ nominiert. Im selben Jahr haben Dieter und Peer Mia Ripberger das ehemalige Kino im „Löwen“ zu einer zweiten Spielstätte gemacht. Bundesweite Beachtung erfuhr das ITZ im Tübinger Modellprojekt, das im März 2021 überraschend eine Öffnung des Theaterbetriebs mit Luftfiltern und Testkonzept ermöglichte. Zwischen 2018 und 2022 ist es

der Geschäftsführung gelungen, mehr als eine Million Euro an Drittmitteln zu akquirieren.

Die infrastrukturellen und künstlerischen Möglichkeiten seien durch die Bereitschaft der Stadt, ihr Stadttheater mit den entsprechenden Mitteln zu versehen, besser als je zuvor, sagen Dieter und Peer Mia Ripberger. Sie kündigen an, die Zusammenarbeit mit bewährten Regieteams und Autoren fortzusetzen, sich stärker der Zusammenarbeit mit Verlagen zu öffnen und neben Ur- auch Zweitaufführungen nach Tübingen zu holen. „Dass sie mit ihrer künstlerischen Arbeit provozieren und begeistern, sehe ich als Verdienst und als legitime Aufgabe öffentlich finanzierter Kunst“, wird Oberbürgermeister Boris Palmer in der Pressemitteilung zitiert.

In der Spielzeit 2023/24 bietet das ITZ ein Novum in der Theater-Spielplan-Landschaft: In sieben Episoden erzählt das Theater mit sieben Autoren- und

Regie-Teams die fiktionalisierte Geschichte eines drohenden Medizinskandals.