Tonne-Theater Reutlingen: Kinder- und Jugendstück über Ausgrenzung und Mobbing

Magnus Pflüger, Bahattin Güngör und Chrysi Taoussanis in „Wolf“.
Tonne/Armbruster- Theater Tonne Reutlingen adaptiert Saša Stanišićs Roman „Wolf“.
- Stück über Ausgrenzung und Mobbing, geeignet für Kinder ab elf Jahren.
- Hauptfigur Kemi im Ferienlager, erlebt Ausgrenzung von Jörg.
- Premiere am 3. Mai, weitere Termine im Mai und Juni.
- Karten: 07121/93770 oder info@theater-reutlingen.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Saša Stanišić hier“, so beginnt der Mailaustausch zwischen dem 1978 geborenen Buchpreisträger und dem Theater Reutlingen Die Tonne. „Sie lesen direkt von mir, da ich die Lizenzrechte für ‚Wolf‘ behalten habe, ahnend, dass das ein guter Stoff für die Bühne sein könnte. Es freut mich sehr, dass Sie das wohl ähnlich sehen.“ Gemeint ist sein Roman „Wolf“, der 2024 mit dem Jugendliteraturpreis als bestes Kinderbuch ausgezeichnet wurde und am 3. Mai als Bühnenadaption in einer Fassung von Tonne-Dramaturgin Alice Feucht, die auch Regie führt, Premiere im Theaterbau in der Jahnstraße feiert. „Wolf“ für alle Menschen ab elf Jahren setzt die Reihe inklusiv gearbeiteter Stücke für Kinder und Jugendliche in der aktuellen Spielzeit fort. Die Bühnenadaption des Romans von Saša Stanišić ist ein humorvolles Stück über ein ernstes Thema: Ausgrenzung. Eine Thematik, die nicht nur Kinder und Jugendliche betrifft. So wurde die Erzählung ursprünglich für Erwachsene in Stanišićs Erzählband „Fallensteller“ (2016) veröffentlicht.
Hauptfigur ist Kemi (gespielt von Magnus Pflüger, in weiteren Rollen Chrysi Taoussanis und Bahattin Güngör), der ins Wald-Ferienlager muss. Dabei findet er Bäume nur als Schrank super. Denn der Wald ist voll von Dingen, mit denen Kemi nichts zu tun haben will: Zecken, Ferienbetreuerinnen und –betreuer und unechtem Lachen. Nur mit Jörg versteht er sich eigentlich ganz gut. Aber mit wachsender Sorge registriert Kemi, wie seine Mitschülerinnen und Mitschüler mit Jörg umgehen. „Die Gruppendynamik im Ferienlager verschärfen sich“, so Regisseurin Feucht, „weil die Gruppe von Personen betreut wird, die die Kinder nicht kennen, und weil sie mitten in der Natur stärker aufeinander angewiesen sind.“ Kemi muss sich entscheiden, wie er sich Jörg gegenüber positioniert. Das Stück ist aus der Perspektive von Kemi erzählt, der die Ausgrenzung von Jörg beobachtet. Es geht um den individuellen Umgang mit einer schweigenden Mehrheit angesichts offensichtlicher Ungerechtigkeit sowie um passive Täterschaft durch Wegschauen und Dulden.
Ebenso thematisiert das Stück, wie beliebig die Auslöser von Mobbing sind. Gleichzeitig weht ein Hauch von Magischem Realismus durch den Text, wenn Kemi beispielsweise behauptet, er begegne auf einer Lichtung Xbox spielenden Hirschen. Um diesen surrealen Momenten Rechnung zu tragen, arbeitet die Inszenierung mit Projektionen als Videobühnenbild, für die Adrian Zacke verantwortlich zeichnet. Aber reicht Kemis überbordende Fantasie aus, um die Stimmung in der Gruppe zugunsten von Jörg zu drehen? So weit, betont die Regisseurin, geht das magische Momentum leider nicht: „Um ein gutes Ende für Jörg zu finden, müsste man so einiges an der Wirklichkeit ändern.“
Infos zu Terminen
Premiere von „Wolf “ ist am Samstag, 3. Mai, 16 Uhr in der Tonne 2 im Theaterbau (Jahnstraße 6). Weitere Vorstellungen: 8. Mai (10.30 Uhr), 9. Mai (20 Uhr), 13., 14. und 15. Mai (10.30 Uhr), 16. Mai (20 Uhr), 27. und 28. Mai (10.30 Uhr), 28. Mai (10.30 Uhr), 31. Mai (18 Uhr), 4. und 5. Juni (10.30 Uhr) sowie 7. Juni (20 Uhr). Karten unter 07121/93770 oder per Mail an info@theater-reutlingen.de. Weitere Infos auf www.theater-reutlingen.de.