Kürzungen im Tübinger Haushalt
: Offener Brief zu Sparplänen – das kulturelle Erbe wahren

Wir dokumentieren den Offenen Brief der sieben regionalen Kulturträger gegen die Streichpläne am ITZ in Tübingen im Wortlaut.
Von
Peter Ertle
Tübingen
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Team ITZ im Zimmertheater Tübingen

Ihre Existenz steht auf dem Spiel: Das Team des ITZ im Zimmertheater Tübingen.

Moritz Siebert
  • Sieben Kulturträger protestieren gegen Kürzungen beim ITZ in Tübingen.
  • ITZ-Team im Zimmertheater Tübingen sieht Existenz gefährdet.
  • Kürzungen könnten nicht nur Angebot, sondern gesamten Betrieb bedrohen.
  • Verträge erschweren Kürzungen in 2026, rechtlicher Rahmen fehlt.
  • Kulturinstitutionen fordern verantwortungsvollen Umgang mit kulturellem Erbe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte der Universitätsstadt Tübingen,

heute wenden wir uns als Verantwortung tragende und Fördervereine im Bereich der Kultur in der Region Neckar-Alb an Sie. Dies tun wir, weil uns die kommunalen Finanzen Sorgen bereiten – wie Ihnen auch. (. . . )

(. . . ) Wir melden uns zu Wort, weil einschneidende Kürzungen der Zuwendungen an das Tübinger Zimmertheater (ITZ) im Raum stehen. Wir tun dies aus zwei Gründen: Erstens denken wir, dass es sich hier nicht um eine rein Tübinger Herausforderung handelt, sondern dass jeder Kulturbetrieb im ganzen Land potenziell vor vergleichbaren Problemen stehen könnte. Zweitens wissen wir, dass die Kürzung von Zuwendungen unterschiedliche Folgen zeitigen kann, je nachdem, wo sie wirksam werden. Teilweise kann man Leistungen linear kürzen mit der Folge, dass das Angebot im selben Maße linear sinkt. Der TüBus ist dafür ein gutes Beispiel. Teilweise führen Kürzungen aber dazu, dass das ganze Angebot in Gefahr gerät. Die Schließung eines Bades oder eines Theaters sind solche Beispiele. Kürzungen wie sie beim Zimmertheater im Raum stehen, können einfach nicht durch eine Ausdünnung des Angebots aufgefangen werden, sondern schneiden existenziell ins Fleisch. Hinzu kommt: Pacta sunt servanda, Verträge müssen eingehalten werden – das führt dazu, dass Kürzungen für das Jahr 2026 in den ersten acht Monaten überhaupt nicht durchgereicht werden können, weil es dafür keinen rechtlich haltbaren Rahmen gibt.

Die Finanzierung der Kultur steht im Moment mit vielen anderen wichtigen Bereichen in einem außerordentlichen Wettbewerb. Natürlich wird hier eine Güterabwägung nötig sein und ein scharfer Blick darauf, was mit welcher Entscheidung bewirkt wird. Über Jahrzehnte gewachsene Strukturen sind, einmal zerstört, nur über lange Zeiträume hinweg wiederherzustellen – oder nie mehr.

Dies vor Augen, bitten wir Sie als Entscheidungsfindende, mit dem kulturellen Erbe in der Stadt Tübingen verantwortungsvoll umzugehen. So wie Sie auch mit den Akteuren all der anderen Politikfelder verantwortungsvoll umgehen, die erst einmal mit demselben Recht auf ihre Bedürfnisse hinweisen.

Wir legen Ihnen den Erhalt des Zimmertheaters als Tübinger Kulturgut besonders ans Herz.

Freundliche Grüße senden Ihnen Kulturinstitutionen und Fördervereine in der Region:

Reinhard Mayer, Förder- und Trägerverein TAT Theater am Torbogen e.V.

Sabrina Selinsek, Förderverein Theater Lindenhof e.V.

Stefan Götz, Freundeskreis Württembergische Philharmonie Reutlingen e.V.

Sarah Petrasch, Kulturverein franz.K e.V.

Jochen Gewecke, LTT-Freunde! e.V.

Adalbert Sedlmeier, Sudhaus e.V.

Thomas Lambeck, Tonne-Theaterverein e.V.