Filmfestival in Tübingen: Das CineLatino beginnt am 22. April

"La hija cóndor" (Die Tochter des Kondors) ist der diesjährige Eröffnungsfilm des Festivals.
CineLatino- CineLatino zeigt vom 22. bis 29. April 25 Lang- und sieben Kurzfilme aus zwölf Ländern.
- Eröffnungsfilm ist „La hija cóndor“ über eine junge Hebamme in den bolivianischen Anden.
- Neun Beiträge konkurrieren um den Tübinger Publikumspreis – u. a. „Un cabo suelto“.
- Länderschwerpunkt Uruguay: Filme zu Ungleichheit, Freundschaft und Folgen der Diktatur.
- Rahmenprogramm mit Podium, Workshops und Konzerten; Finanzlage bleibt angespannt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vom 22. bis 29. April präsentiert das CineLatino 25 Langfilme und sieben Kurzfilme aus zwölf Ländern von Mexiko bis Chile, von Bolivien bis Kuba. Unter den fünf spanischen Beiträgen ist das autobiografisch grundierte „Romería – Das Tagebuch meiner Mutter“ von Carla Simón („Alcarràs“). Festivalkinos sind das Kino Museum in Tübingen und das Reutlinger Programmkino Kamino. Weitere Spielorte sind Stuttgart und Freiburg.
Der Tübinger Eröffnungsfilm „La hija cóndor“ (Die Tochter des Kondors) erzählt in eindringlichen Bildern von der Nachwuchshebamme Clara (Marisol Vallejo Montaño), die hoch oben in den bolivianischen Anden ihrer Ziehmutter assistiert, einer traditionellen Geburtshelferin, aber vom pulsierenden Leben in der Großstadt angezogen wird. Regisseur Álvaro Olmos Torrico findet wunderbar unverbrauchte Bilder für den Konflikt der beiden Frauen (Kino Museum, Mittwoch, 22. April, 19.30 Uhr, deutsche Untertitel).
Im Wettbewerb um den Tübinger Publikumspreis im Wert von 1000 Euro, diesmal gestiftet vom CineLatino, laufen neun Filme, darunter die Tragikomödie „Un cabo suelto“ (Ende offen) von Daniel Hendler. Darin landet der argentinische Polizist Santiago, Käseliebhaber und Improvisationstalent, auf der Flucht vor seinen Kollegen in einem Duty-Free-Shop an der Grenze und macht von dort aus schon mal Laune auf den Länderschwerpunkt Uruguay. Im mexikanischen Spielfilm „Chicas tristas“ (Traurige Mädchen) ist nach einem Vorfall bei einer Party alles anders zwischen den Freundinnen Paula und La Maestra. Paula zieht sich zurück, La Maestra will offen über alles reden. Der sympathische und einfühlsame Film kommt in Deutschland erst 2027 ins Kino. Der Dokumentarfilm „Al sur del inverno está la nieve“ (Im Süden des Winters liegt Schnee) führt in die kargen Landschaften Patagoniens, wo Markthändler, Viehzüchter und Maultiertreiber ihr Leben fristen.
Im Länderschwerpunkt Uruguay rückt das kleinste spanischsprachige Land Lateinamerikas in den Fokus. In fünf Langfilmen geht es um Sexarbeit und soziale Ungleichheit, aber auch um Freundschaft und Neubeginn. Der Kurzfilm „Los Ciclos“ von Micaela Solé zeigt die Folgen der Diktatur für drei Generationen von Frauen.
Auch für Schulvorstellungen
Für Schulvorstellungen während des Festivals sowie in der Woche danach sind drei Filme buchbar: Für Mariana und ihren Vater Miguel ist im Coming-of-Age-Film „La lucha“ (Der Kampf) das kanarische Wrestling die einzige Möglichkeit, sich einen Platz in der Welt zu schaffen. In „Sorda – Der Klang der Welt“ erwarten die gehörlose Ángela und der hörende Héctor ein Kind, was ihr Umfeld mit ziemlich gemischten Gefühlen aufnimmt. In „Agarrame fuerte“ (Halt mich fest) aus Uruguay muss Adela mit dem unerwarteten Tod ihrer besten Freundin zurechtkommen.
Beim Themenfokus „Menschenrechte in Lateinamerika“ kooperiert das Festival mit dem Interdisziplinären Zentrum für Global South Studies der Uni Tübingen und wird zudem unterstützt von deren Lateinamerika-Zentrum. Unter den acht internationalen Gästen ist Juanjo Pereira, dessen mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilm „Bajo las banderas, el sol“ (Unter den Fahnen, die Sonne) über das Ende der Diktatur in Paraguay im vergangenen Jahr für Aufsehen sorgte. Pereira kommt zur Podiumsdiskussion (siehe Infobox) und ebenso Brenda Vanegas. Sie musste El Salvador verlassen, lebt im Exil in Europa und ist mit drei Filmen präsent. Für die kubanische Exil-Diaspora reist Regieveteran Rolando Díaz an.
Lange verborgene Familiengeheimnisse
Ebenfalls beim CineLatino erwartet wird Darío Aguirre, der sich in Ecuador auf Spurensuche nach seinem deutschen Vorfahren Theodor Wolf gemacht hat, einem Forscher und Landvermesser. Doch wer war seine indigene Ururgroßmutter Jacinta Pasaguay? Aguirres Dokumentarfilm „Wir, die Wolfs“ holt lange verborgene Familiengeheimnisse ans Licht. Die Brüder Luis und Andrés Rodriguez aus Venezuela präsentieren ihren Kurzfilm „Memoria de una herida“ (Erinnerung an eine Wunde). Darin besucht eine Frau mit ihrem kleinen Sohn die Wohnsiedlung ihrer Kindheit, die durch einen US-Luftangriff schwer beschädigt wurde, was auch Menschenleben kostete.
Das CineLatino-Budget für 2026 beträgt wie im vergangenen Jahr zirka 85.000 Euro. Die Stadt Tübingen steuert derzeit knapp 18.000 Euro bei, die Stadt Stuttgart 15.000 Euro, neuerdings jeweils für zwei Jahre, was eine Kürzung um 50 Prozent bedeutet. Vom Land erhält das Festival knapp 6000 Euro, die jedoch erst im Dezember 2026 ausgezahlt werden. Derzeit versucht das CineLatino, neue Projektpartner und vor allem private Spender und Unterstützer zu gewinnen. „Wie es weitergeht, hängt von Politik und Wirtschaft ab“, sagte de Carvalho.
Das Festival im Café Haag
Der CineSalón im Café Haag im Kino Atelier bringt das kubanische Kurzfilmprogramm (Donnerstag, 23. April, ab 22 Uhr, Eintritt frei). Es folgt ein Salsa-Workshop für Anfänger (Freitag, 24. April, 18.30 Uhr). Danach legen die „Kumbia Ambassadors“ aus Berlin los (Freitag, 24. April, 21 Uhr, anschließend Festivalparty ab 22.30 Uhr. Eintritt für Konzert und Party 13 Euro; der Vorverkauf läuft). Die Podiumsdiskussion schaut auf „Menschenrechte auf der Leinwand: Filmische Stimmen aus Lateinamerika“ (Samstag, 25. April, 16 Uhr). Die Matinee zeigt den Dokumentarfilm „Altares“ (Altäre) aus El Salvador über das Massaker von El Mozote 1981 (Sonntag, 26. April, 11.30 Uhr, deutsche Untertitel, Regisseurin Brenda Vanegas anwesend, Ticket 5 Euro). Die Initiative Desierto Florido lädt zum Vortrag „(K)ein Recht auf Wasser?“ über ein Mega-Bergbauprojekt in Argentinien (Sonntag, 26. April, 16 Uhr, Eintritt frei).