Kreis Tübingen · Kreistag: Neue Leitung des Jugendamts: Zu zweit am Steuer in ruhigere Gewässer

Heike Matejka und Werner Gaugel. Bilder: Landratsamt Tübingen
Nicht gesetztA lle Fraktionen äußerten sich in der Sitzung am gestrigen Mittwoch positiv über die hausinterne Lösung: Werner Gaugel und Heike Matejka werden gemeinsam vom 1. Oktober an das Jugendamt leiten. Sie bringen beide langjährige Erfahrung mit und hatten bei ihrer nicht öffentlichen Vorstellung in den Kreistagsausschüssen überzeugt, wie Dietmar Schöning (FDP) lobte.
Allerdings: Gaugel - er ist derzeit Sachgebietsleiter im Fachbereich Erziehungshilfe und Kinderschutz - wird in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen. Der zuständige Dezernent Horst Lipinski geht von einer Interimslösung für die kommenden zweieinhalb Jahre aus. Eugen Höschele (CDU) hofft, dass das Leitungsduo das Jugendamt und seine Mitarbeiter wieder „in ruhigere Gewässer“ steuern kann und dankte Lipinksi für seine Arbeit, seitdem die Leitungsstelle vakant ist (seit März 2021). Thomas Hölsch (FWV) sprach von einer „tragfähigen Lösung“. Er machte die öffentliche Berichterstattung in einigen Medien über den Pflegetöchtermissbrauchsprozess und die Rolle des Jugendamts mitverantwortlich dafür, dass die Kreisverwaltung lange erfolglos nach einem Nachfolger für Bernd Hillebrand gesucht hatte.
Gisela Kehrer-Bleicher (Linke) bedankte sich bei allen Jugendamts-Mitarbeitern für die schwierige Zeit und hofft auf „positive Impulse“ des Leitungsteams für die Zukunft. Uta Schwarz-Österreicher (SPD)wertete die jetzt gefundene Lösung als Signal dafür, dass die Behörde „aus eigener Kraft“ eine Lösung finden konnte. Und Ruth Setzler (Grüne) lobte , dass es nun eine Doppelspitze gibt.
Gaugel und Matejka freuten sich über die breite Zustimmung. „Wir werden alles tun, dass wir wieder in ruhigeres Gewässer kommen“, so Gaugel. An innovativen Ideen angesichts veränderter Gesetze im Kinder- und Jugendrecht mangele es nicht. Landrat Joachim Walter erklärte: Beim Jugendamt habe es trotz schwieriger Personalsituation „keine größeren Rückstände“ gegeben. Das habe man vor allem Lipinski und der Stellvertreterin Monika Klaiber zu verdanken.