Kolumne "Übrigens": Aus der Traum vom Powernap in der Tübinger Altstadt

Ein Zettel am Eingang der Kornblume kündigt den Stille-Tag an.
Anton Bandomer- Kunst- und Kulturraum "Kornblume" bot Powernaps in Tübinger Altstadt an.
- Organisator Matthias Eisenbeis lud dreimal ein, doch niemand kam.
- Projekt wegen fehlender Teilnahme eingestellt; keine zukünftigen Schläfchen.
- Idee: Stille-Tag mit Powernap und Kaffeepause, um Mittagstief zu überwinden.
- Reportage endete, da Projekt nie stattfand.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer kennt nicht den Gedanken: „Jetzt wäre ein Mittagsschlaf schön.“ In den meisten Fällen kommt der Gedanke genau dann, wenn eben keine Möglichkeit für ein solches Schläfchen besteht. Während der Arbeit oder während man sich in der Mittagspause durch die Tübinger Altstadt quetscht. Dass den Gedanken auch andere haben, zeigt ein Angebot, das es nur kurz in der „Kornblume“ in der Haaggasse gab. Wo früher ein Naturkost-Geschäft war, betreibt Elana Horowitz seit Sommer einen Kunst- und Kulturraum. Sie bietet dort Workshops und Konzerte, vermietet den Raum aber auch für kreative Veranstaltungen an andere.
Jeden Mittwoch sollte es beispielsweise einen Tag der Stille geben, der aus zwei Angeboten bestand. Von 12 bis 14 Uhr können alle, die müde sind, vorbeikommen und einen Mittagsschlaf halten. Am Eingang kann das Handy abgegeben werden und wer geweckt werden mag, nennt eine Uhrzeit. Von 14 Uhr an sollte es dann Kaffee geben, der in Stille getrunken wird. Eine schöne Idee, denn in vielen Cafés ist es so laut, dass man schreien muss, will man verstanden werden. Und auch die Idee mit dem Mittagsschlaf ist zwar etwas unkonventionell, da Schlaf doch etwas recht Intimes ist, das man nicht unbedingt überall machen möchte, könnte aber auch unsere Mittagspause revolutionieren. Auf jeden Fall wollten wir uns vom TAGBLATT das mal anschauen. Organisator des Tags der Stille ist Matthias Eisenbeis, ein aufgeweckter Typ aus der Gründerszene.
Eine kleine Außentreppe führt in den ersten Stock der Kornblume. Dort ist ein großer Raum, der ausgelegt ist mit gemütlichen Teppichen. An einer Wand steht eine kleine Holzempore, mit einer dünnen Matratze darauf. Sollten mehrere Schläfer kommen, müssten erst weitere Matratzen bereitgelegt werden. Aber es ist niemand da. Eisenbeis erklärt das Konzept und sagt, dass das Projekt gerade erst gestartet sei. Er wolle einen Raum schaffen, in dem niemand spricht und es die Möglichkeit gibt, sich zu spüren und in sich hineinzuhören. Ein Ort, an dem man einmal das Hamsterrad hinter sich lassen kann.
Nach einem angenehmen halbstündigen Gespräch wird jedoch klar, dass Eisenbeis schon dreimal zum Mittagsschlaf geladen hat. Gekommen ist aber nie jemand. Später sagt er, dass er das Projekt einstellen werde. Eine Reportage über etwas, das nicht stattgefunden hat und auch in Zukunft nicht mehr stattfinden wird? Der Artikel ist dann doch eher gestorben. Und damit auch die Hoffnung auf ein Schläfchen zwischendurch.
