Klimaaktivismus gegen den Schindhaubasistunnel: Weiße Bäume: So viel Wald soll weichen

Eine Gruppe Klimaaktivistinnen und -aktivisten hat einen mehrere Meter breiten Streifen Wald beim Französischen Viertel weiß markiert, um zu visualisieren, welche Fläche für den Bau des Schindhaubasistunnels gerodet werden soll.
privat- 6000 m² Wald beim Französischen Viertel und 9500 m² am Bläsiberg sollen für Tunnelbau weichen.
- Aktivisten markierten betroffene Flächen mit Löschkalk, um Umweltauswirkungen sichtbar zu machen.
- Kritik: Waldrodung treibt Klimakrise voran; Verkehrsforschung zeigt negative Effekte des Straßenausbaus.
- Forderung: Stopp des Tunnelprojekts, mehr Investitionen in Regionalstadtbahn.
- Gesamtkosten Tunnel: 500 Mio. €.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Bäume sind jetzt weiß: In der Nacht auf Montag hat eine Gruppe Klimaaktivistinnen und -aktivisten einen mehrere Meter breiten Streifen um das 6000 Quadratmeter große Waldstück beim Französischen Viertel, das für den Bau des Schindhaubasistunnels gerodet werden soll, weiß markiert. Auf der anderen Tunnelseite, am Bläsiberg, sollen 9500 Quadratmeter Wald weichen. Bei der Farbe, die die Aktivistinnen verwendet haben, handelt es sich um Löschkalk – ein umweltverträglicher Stoff, der auch zum Baumschutz eingesetzt wird, um Frostrissen und Schädlingsbefall vorzubeugen. Auf Erklärtafeln am Wegesrand haben die Aktivistinnen und Aktivisten Informationen zum Tunnelprojekt und den Auswirkungen auf das Waldstück zusammengetragen.
„Dass Wald für Schnellstraßen gerodet wird, ist inmitten von Klimakrise und Artensterben absurd und unverantwortlich. Wir fordern den sofortigen Stopp der Planungen zum Schindhaubasistunnel und der Endelbergtrasse“, so Aktivistin Fabia Tömösy-Moussong. „Es kann nicht sein, dass klimavernichtender Autoverkehr durch Straßenausbau belohnt wird, während anderswo aufgrund der Klimakatastrophe das Wasser knapp ist.“
Aktivist Theo Döllmann sagt: „In der Verkehrsforschung ist seit Jahren klar: Der Verkehr passt sich den Straßen an. Das heißt, der Ausbau führt nur dazu, dass die Leute weitere Pendelstrecken in Kauf nehmen und reduziert die Anzahl der Autos nicht.“ Stattdessen sprechen sich die Klimaaktivisten dafür aus, mehr Geld in die Regionalstadtbahn zu investieren: „Während der Tunnel für eine 2,3 Kilometer lange Straße 500 Millionen verschwendet, erstellt die Regionalstadtbahn ein ganzes Streckennetz von insgesamt 205 km und ist dazu noch barrierearm und sozial gerecht“, so Döllmann.
„Wir fordern vom neuen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, sofort alle Gelder, die in den Aus- und Neubau von Autostraßen fließen, einzufrieren“, sagt Aktivistin Lena Mapler. Auch den Landesverkehrsminister Winfried Herrmann fordert die Gruppe auf, ähnlich wie beim Ausbau der B28 bei Rottenburg, die Genehmigung zurückziehen und die Planungen zu stoppen.
