Investorensuche in Kirchentellinsfurt
: Cellforce-Betriebsrat fordert von Porsche erneute Prüfung

Der Betriebsrat der Porschetochter Cellforce Group GmbH kritisiert die Haltung des Mutterunternehmens. Porsche verweigere sich der Investorensuche ohne die Tragfähigkeit des Konzepts zu prüfen.
Von
Nicole Wieden
Kirchentellinsfurt
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Porsche will Batterie-Tochter weitgehend abwickeln: 25.08.2025, Baden-Württemberg, Kirchentellinsfurt: Ein Porsche steht während einer Betriebsversammlung vor dem Sitz des Batterie-Unternehmens Cellforce auf einem Parkplatz. Der Sportwagenbauer Porsche will sein Tochterunternehmen Cellforce weitgehend einstellen. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Porsche will die Batterie-Tochter abwickeln. Der Betriebsrat derweil hat ein Konzept erarbeitet, das die vorhandene Infrastruktur für neue Geschäftsmodelle vorsieht.

Marijan Murat/dpa
  • Porsche verwirft ein Alternativkonzept für die Cellforce Group in Kirchentellinsfurt.
  • Betriebsrat und IG Metall kritisieren die Ablehnung einer ergebnisoffenen Investorensuche.
  • Das Konzept setzte auf Batterieentwicklung, Validierung, Datenanalyse und Software statt Zellproduktion.
  • Laut Betriebsrat könnten Infrastruktur und Know-how in neuen Märkten genutzt werden.
  • Beschäftigte sind enttäuscht – der Betriebsrat fordert eine befristete Prüfung am Markt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Porsche wird ein alternatives Zukunftskonzept für die Cellforce Group nicht weiter verfolgen. „Damit endet vorerst die Hoffnung auf eine mögliche Perspektive für den Standort Kirchentellinsfurt, die Beschäftigten und die vorhandenen technologischen Kompetenzen“, wie der Betriebsrats der Porschetochter Cellforce Group GmbH mitteilt.

Konzept setzt auf Batterieentwicklung statt teure Zellproduktion

Das von Betriebsrat und Gewerkschaft erarbeitete Konzept sah vor, die vorhandenen Kompetenzen, Patente, Datenbestände, Labore und Testeinrichtungen von Cellforce in eine Plattform für Batterieentwicklung, Validierung, Datenanalyse und Softwarelösungen zu überführen. Eine Rückkehr in die kostenintensive Zellproduktion war nicht vorgesehen.

„Nach Einschätzung der beteiligten Wirtschaftsberater hätte das Konzept die Chance geboten, bestehende Vermögenswerte und technologisches Know-how wirtschaftlich weiter zu nutzen“, wie der Betriebsrat betont. Die vorhandene Infrastruktur und Kompetenzen sollten als Grundlage für neue Geschäftsmodelle in Zukunftsmärkten wie Energiespeichern, Luftfahrt, Verteidigung, Robotik und industriellen Batteriesystemen dienen. Porsche lehne die Investorensuche indes auch nach Aufforderungen des Betriebsrats und der IG-Metall ab.

Für die Beschäftigten ist die Entscheidung ein schwerer Rückschlag. „Niemand hat verlangt, dass Porsche sofort investiert. Wir wollten lediglich die Chance erhalten, die Tragfähigkeit des Konzepts am Markt zu prüfen“, erklärt der Betriebsrat der Cellforce Group. „Dass dieser Weg von vornherein ausgeschlossen wird, ist für viele Kolleginnen und Kollegen enttäuschend und schwer nachvollziehbar.“ Der Betriebsrat fordert Porsche nun erneut auf, eine zeitlich befristete und ergebnisoffene Investorensuche zu ermöglichen.

Kritik von der IG Metall Reutlingen-Tübingen an Porsche

Auch die IG Metall kritisiert die Entscheidung:  „Hier geht es nicht nur um Maschinen und Gebäude, sondern um hochqualifizierte Menschen, die in den vergangenen Jahren enormes Wissen aufgebaut haben. Dass ein Konzept mit überschaubarem Risiko und realen Marktchancen nicht einmal die Möglichkeit erhält, seine Tragfähigkeit unter Beweis zu stellen, sendet ein schwieriges Signal weit über Cellforce hinaus“, sagt Kai Lamparter, Geschäftsführer der IG Metall Reutlingen-Tübingen.