Invasive Ameisen in Tübingen: Tapinoma magnum besiedelt auch den Schlossberg

Ein Bordstein, an dem typische Anzeichen von Tapinoma-Befall zusehen sind (hier in Schutterwald bei Offenburg).
Uli Deck/dpa/Archiv- Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum wurde in Tübingen am Burgholzweg auf dem Schlossberg nachgewiesen.
- Acht Meldungen über verdächtige Populationen, zwei davon als diese Art bestätigt, liegen der Stadt vor.
- Stadt prüft Heißwassereinsatz, empfiehlt bei Befall auf Privatgrundstücken Schädlingsbekämpfer.
- Verschiedene Ansätze in betroffenen Regionen: Giftköder, Kieselgur oder Nematoden.
- Sichtungen können per E-Mail an ordnung@tuebingen.de gemeldet werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nun also nicht nur auf der Wanne, sondern auch am Schlossberg: Die in Deutschland neue Ameisenart Tapinoma magnum wurde an einem weiteren Ort in Tübingen nachgewiesen. Das teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Insgesamt liegen der Stadt acht Meldungen über verdächtige Ameisenpopulationen vor. Davon sind bislang zwei als die riesige Kolonien bildende Art bestätigt. Bei anderen Verdachtsfällen habe sich entweder herausgestellt, dass es sich um einheimische Insekten handelt, oder aber die Identifizierung steht noch aus.
Die Verwaltung betrachtet das Vorkommen nüchtern und derzeit gelassen: „Unserer Einschätzung nach hat sich die Situation seit vergangener Woche nicht grundlegend verändert: Die Ameisen stellen bislang keine Gefahr für die Infrastruktur in Tübingen dar.“ Trotzdem will sich die Stadt wie berichtet wappnen, um gegebenenfalls in die Bekämpfung einzusteigen, falls sich daran etwas ändert: Ein Fahrzeug der Kommunalen Servicebetriebe soll für den Einsatz mit heißem Wasser umgerüstet werden. Die Prüfung aber sei technisch aufwendig und noch nicht abgeschlossen. Die Stadt Kehl berichtet, dass es der Kommune gelungen sei, durch den gezielten Einsatz dieser Heißwasserlanze die Ausbreitung einzudämmen.
Betroffene Kommunen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gehen sehr unterschiedlich mit der Ausbreitung von Tapinoma magnum um. In Tübingen empfiehlt die Stadt bei Befall auf einer privaten Fläche den Betroffenen, sie sollten selbst einen Schädlingsbekämpfer einschalten. In Kehl dagegen übernimmt dies die Stadt: Ist ein Befall durch eine Probe bestätigt, kümmern sich deren Mitarbeiter auch auf Privatgrundstücken um die unterirdischen Nester. Herxheim in Rheinland-Pfalz verteilt gratis Giftköder-Boxen an die Bevölkerung.
Edenkoben (ebenfalls in der Pfalz) teilt auf seiner Homepage mit: „Eine Bekämpfung der Tapinoma magnum ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und der privaten Grundstückseigentümer.“ Deshalb gibt Edenkoben bei einem Nachweis der invasiven Insekten gratis Kieselgur ab. Das feine Pulver ist auch als Diatomeen-Erde bekannt und frei erhältlich. Kieselgur verletzt den Panzer der Insekten, wodurch sie austrocknen. Für Haustiere ist es ungefährlich, einatmen sollte man es aber nicht. Außerdem setzt Edenkoben auf eine biologische Variante, die auch gegen Mückenlarven angewendet wird: Nematoden. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer können ins Gießwasser gegeben werden. Sie sollen in den Ameisennestern in die Larven der Tapinoma magnum eindringen und sie dann abtöten.
Wo man Sichtungen melden kann
Um die Ausbreitung der invasiven Ameisen zu dokumentieren, können die von Fachleuten bestätigten Sichtungen der Art Tapinoma magnum per Mail beim Ordnungsamt gemeldet werden: ordnung@tuebingen.de. Erkennungsmerkmale findet man auf der Webseite des Stuttgarter Naturkundemuseums: www.naturkundemuseum-bw.de/forschung/projekte/tapinoma. Zur Bestätigung kann man ein Foto der Tiere an tapinoma@smns-bw.de schicken.


