Industrie- und Handelskammer Reutlingen: 14 Prozent weniger Ausbildungsverträge

Industrie- und Handelskammer (IHK) in Reutlingen: Schwierige Bewerbersituation und mangelnde Ausbildungsreife werden oft beklagt vonseiten der Unternehmen.
Jonas Bleeser/Archiv- Ausbildungsmarkt in Neckar-Alb: 14% weniger Verträge.
- Gew.-tech. Berufe: 397 Verträge (-22%); kaufm. Berufe: 535 Verträge (-7.3%).
- Gründe: Konjunkturelle Lage, Bewerbersituation, demografischer Wandel, mangelhafte Ausbildungsreife.
- Hoffnungen auf Erholung bis Ausbildungsjahrbeginn.
- Noch 2400 offene Lehrstellen laut IHK-Online-Portal.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge ist bei den gewerblich-technischen Berufen stark gesunken, dies berichtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Reutlingen, die für die Kreise Tübingen und Reutlingen zuständig ist. Das Minus liege hier mit 397 Verträgen bei 22 Prozent. Im kaufmännischen Bereich wiederum seien 535 Verträge und damit 7,3 Prozent weniger als im Vorjahr zum 30. April eingetragen worden. Insgesamt ist das ein Minus von 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
„Aus vielen Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern wissen wir, dass es für den Rückgang der Zahlen mehrere Gründe gibt“, berichtet Thorsten Leupold, Bereichsleiter Ausbildung bei der IHK. Die anhaltend angespannte konjunkturelle Lage sorge dafür, dass vor allem große Unternehmen im gewerblich-technischen Bereich ihre Ausbildungszahlen nach unten korrigierten. „Wenn sie nur noch halb so viele Ausbildungsplätze wie im Vorjahr anbieten, hat das deutliche Auswirkungen auf die Lehrstellenbilanz.“ Dazu komme die schwierige Bewerbersituation: Zum einen stellten die regionalen Ausbildungsbetriebe fest, dass sich der demografische Wandel immer stärker auswirke und die Zahl der eingehenden Bewerbungen weiter sinke. Zum anderen beklagten die Ausbildungsbetriebe die mangelnde Ausbildungsreife der Bewerberinnen und Bewerber und zögen daraus Konsequenzen. Leupold: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besetzen sie ihre Ausbildungsplätze dann eben nicht um jeden Preis.“
Junge Leute lassen sich oft Zeit
Leupold hofft, dass sich die Zahlen bis zum Start des neuen Ausbildungsjahrs noch erholen. Die Erfahrung der letzten Jahre habe gezeigt: Junge Menschen ließen sich bei der Berufsorientierung heutzutage Zeit, Bewerbungen gingen immer später bei den Unternehmen ein. Damit verschöben sich auch die Auswahlprozesse nach hinten. Das bestätige auch ein Blick in das IHK-Online-Portal https://meine-ausbildung-in-deutschland.de. Für die Region Neckar-Alb vermelde sie knapp 2400 Lehrstellen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch offen sind. Die Bereitschaft auszubilden, sei bei vielen Betrieben also nach wie vor groß. „Wer Interesse hat, kann sich immer noch auf einen Ausbildungsplatz für das kommende Lehrjahr bewerben und seine Chance nutzen. Eine duale Ausbildung lohnt sich“, ermutigt Leupold die Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen.
Info
Fragen zum Thema beantwortet Thorsten Leupold, Leiter des Bereichs Ausbildung bei der Industrie- und Handelskammer Reutlingen, Telefon (07121) 201-136, E-Mail leupold@reutlingen.ihk.de