: Bademützen, Rekordsommer, Poolpartys: 75 Jahre Tübinger Freibad
1951 eröffnet, mehrfach erweitert und bis heute Publikumsmagnet: Zum 75. Geburtstag blickt die SÜDWESTPRESSE auf die bewegte Geschichte des Tübinger Freibads zurück – mit vielen historischen Bildern.
Diese große Freibad-Übersicht schlummerte seit Jahrzehnten unbeachtet auf dem Dachboden des Technik-Gebäudes. Gemalt hat sie der Druckgrafiker und Zeichenlehrer Heiner Bauschert zur Eröffnung 1951. Im Mai haben wir das Original dem Stadtmuseum Tübingen übergeben, eine Reproduktion des historischen Wimmelbilds gibt es im Freibad zu sehen. Das Gelände war damals noch deutlich überschaubarer.
Heiner Bauschert/ Stadtwerke Tübignen
75 Jahre Tübinger Freibad: Eröffnung war am 16. Juni 1951 mit einem Sprung vom Dreimeterbrett.
Das Bad wurde mehrfach umgebaut – große Sanierung 1994, neue Becken entstanden.
Historisches Wimmelbild von Heiner Bauschert tauchte auf und ist als Reproduktion ausgestellt.
Frühe Jahre: Ø 17,5 Grad Wassertemperatur, Eintritt 50 Pfennig, Kinderbereich später gebaut.
Aktionen prägten die Geschichte – von Spendenschwimmen bis Pool-Partys und Saisonstarts frühmorgens.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
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Am 16. Juni 1951 eröffnete der damalige Oberbürgermeister Wolf Mülberger das Tübinger Freibad offiziell mit einem Köpfer vom Dreimeterbrett. Seitdem ist im Tübinger Freibad viel passiert: Es gab mehrere kleinere und zwei große Umbauten. Die Bademode hat sich geändert. Viele Kinder haben hier schwimmen gelernt. Viele, viele Eis am Stiel wurden im Freibad-Kiosk gekauft. Rutschen wurden errichtet, die neuen Becken gebaut.
Das Freibad wurde um einen großen Sportbereich erweitert. Spielplätze kamen und gingen. Wahrscheinlich mehrere Freibadbecken voll Sonnencreme wurde verschmeirt. Kinder haben sich die Knie oder das Kinn aufgeschürft oder den Finger in der kleinen Elefanten-Rutsche eingeklemmt. Es gab Spendenschwimmen, Pool-Partys und Schwimmkurse. Kurz: Eine bewegte Geschichte. Einige Highlights aus 75 Jahren Tübinger Freibad gibt's bei uns in Bildern.
Heute ist das Freibad ein Ort, den Frühschwimmerinnen und -schwimmer genauso gern besuchen wie Jugendliche, Familien und Pommes-Fans. Damit es heute diesen Freizeit- und Erholungsort in Tübingen gibt, haben sich vor mehr als 75 Jahren einige Tübingerinnen und Tübinger mächtig ins Zeug gelegt …
Carolin Albers (Archiv)
Bis Ende der 1940er-Jahre hatten die Tübingerinnen und Tübinger im Neckar gebadet, dann aber hielten sie ihn für zu schmutzig. Eine Leserzuschrift ans TAGBLATT aus dem Jahr 1950 lautete: „Wer will schon baden, um sich anschließend baden zu müssen?“ Weil das Geld in den kommunalen Kassen auch damals fehlte, sammelte ein Werbeausschuss mit Tanzveranstaltungen und Turnvorführungen, mit dem Verkauf von „Bausteinen“ und 3.000 Litern „Patenwein“ der Weinhandlung Waiblinger über 23.000 DM für ein Tübinger Freibad ein.
Archiv Stadtwerke Tübingen/ Hans Steinhorst, Foto Kleinfeldt
Rund 700.000 DM musste die Stadt Tübingen ausgeben, um diese „Herzenssache der ganzen Bürgerschaft“ (wie Oberbürgermeister Mülberger damals sagte) zu finanzieren. Und endlich: Im Oktober 1950 begannen dann die Bauarbeiten am Tübinger Freibad.
Diese große Freibad-Übersicht schlummerte seit Jahrzehnten unbeachtet auf dem Dachboden des Technik-Gebäudes. Gemalt hat sie der Druckgrafiker und Zeichenlehrer Heiner Bauschert zur Eröffnung 1951. Im Mai dieses Jahres haben die Stadtwerke Tübingen das Original dem Stadtmuseum Tübingen übergeben, eine Reproduktion des historischen Wimmelbilds gibt es im Freibad zu sehen. Das Gelände war damals noch deutlich überschaubarer.
Heiner Bauschert/ Stadtwerke Tübignen
Mit Köpper eröffnet: Am 16. Juni 1951 weiht Oberbürgermeister Wolf Mülberger das Tübinger Freibad mit einem eleganten Sprung vom Dreimeterbrett ein.
Auch eine Bademodenschau der Firma Rösch gab's zur Freibaderöffnung.
Archiv Stadtwerke Tübingen/ Hans Steinhorst, Foto Kleinfeldt
Durchschnittlich 17,5 Grad beträgt die Wassertemperatur in den Anfangszeiten des Freibads. Der Eintritt kostet 50 Pfennig (ermäßigt 40 Pfennig). Der Kinderbereich und das Eingangsgebäude werden aus Kostengründen erst einige Jahre nach der Freibaderöffnung gebaut. Auf dieser Farbaufnahme aus dem Jahr 1951 oder 1952 ist vom Eingangsbereich noch nichts zu sehen.
Archiv Stadtwerke Tübingen, Verlag Gebr. Metz
In den Jahrzehnten nach seinem Bau erfreute sich das Tübinger Freibad großer Beliebtheit: 400.000 Gäste kommen pro Jahr, das sind fast 100.000 mehr als ins viel größere Freibad heutzutage. Das Jahr 1973 geht dann in die Freibad-Geschichte ein: 467.000 Gäste – der absolute Rekord bis heute. Spitzenreiter ist ein Tag mit 14.366 Besucherinnen und Besuchern. 1985 kommt dann eine neue Attraktion: die 85 Meter lange Großrutsche.
Archiv Stadtwerke Tübingen/Manfred Grohe
Anfang der 1990er häufen sich im Freibad die Mängel und Reparaturen. Auch den hygienischen Ansprüchen entspricht das Bad nicht mehr. Es ist klar: Das Freibad muss saniert werden. Gleichzeitig soll das Freibad größer und attraktiver werden. Für rund 11 Millionen DM wird das Freibad 1994 umgebaut; die Becken, die es heute noch gibt, entstehen.
Stadtwerke Tübingen/ Manfred Grohe
2017/18 gab es dann die Freibad-Erweiterung – mit neuen Sportgeräten ...
Philipp Koebnik (Archiv)
... und mit dem neuen Sinnespfad.
Philipp Koebnik (Archiv)
Das Freibad, wie wir es heute kennen und lieben; allerdings noch vor dem Saisonstart 2023. Noch ist kein Wasser in den Becken.
Ulrich Metz (Archiv)
Kurz vor Saisonstart ist die Arbeit im Tübinger Freibad in vollem Gange: Das Becken putzen, Fugen bearbeiten und nun das Wasser einlassen.
Carolin Albers (Archiv)
Und dann: Saisonstart! Die Sprungtürme gehören heute zu den beliebten Attraktionen des Tübinger Freibads.
Anne Faden (Archiv)
Zum Saisonstart gibt's für die Frühschwimmerinnen und Frühschwimmer von den Stadtwerken schon traditionell ein Frühstück.
Carolin Albers (Archiv)
Die große Rutsche ist ebenfalls nach wie vor sehr beliebt, vor allem bei den jüngeren Freibadgästen. Oft muss man abends dann nicht mehr so lange anstehen.
Ulrich Metz (Archiv)
Päuschen zwischen den Bahnen.
Anne Faden (Archiv)
So leer ist das Freibad im Sommer nur selten.
Ulrich Metz (Archiv)
Toll, morgens, wenn das Wasser noch dampft, schon seine Bahnen ziehen zu können.
Ein Ort wie das Freibad ist – gerade in Zeiten knapper kommunaler Kassen – keine Selbstverständlichkeit. Für die Stadt ist das Freibad aber enorm wichtig.