Hilfe für politische Gefangene
: Tübinger Amnesty-Gruppe bittet um Briefe für Oppositionelle in Belarus

Maryia Kalesnikava leidet unter den Haftbedingungen in Belarus. Die Oppositionsführerin ist seit fünf Jahren im Gefängnis.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
  • Oppositionsführerin Maryia Kalesnikava ist seit fast fünf Jahren in Belarus inhaftiert.
  • Sie wurde 2021 wegen konstruierten Vorwürfen zu elf Jahren Haft verurteilt.
  • In der Strafkolonie N4 verschlechtert sich ihre Gesundheit – medizinische Hilfe wird verweigert.
  • Seit über 600 Tagen hat sie keinen Kontakt zu Familie oder Rechtsbeistand.
  • Amnesty ruft dazu auf, Briefe für ihre Freilassung und medizinische Versorgung zu schreiben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die bekannte Oppositionsführerin Maryia Kalesnikava (Maria Kolesnikowa) wird wegen ihrer prominenten Rolle bei den Wahlen 2020 und den anschließenden friedlichen Protesten in Belarus seit fast fünf Jahren willkürlich in Haft gehalten. Nach konstruierten Anklagen wegen „Extremismus“, „versuchter Machtergreifung“ und „Aufruf zu staatsgefährdenden Handlungen“ wurde sie am 6. September 2021 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Maryia Kalesnikava befindet sich in der Strafkolonie N4 für Frauen in Homiel, wo sich ihre Gesundheit erheblich verschlechtert hat. Sie leidet an einem Magengeschwür und anderen Krankheiten, die unter den dort herrschenden unmenschlichen Bedingungen schnell fortschreiten. Dennoch wird ihr die erforderliche medizinische Versorgung verweigert.

600 Tage ohne Kontakte

Die Gefängnisverwaltung nahm Maryia Kalesnikava wiederholt wegen vermeintlicher Verstöße gegen die Gefängnisregeln ins Visier. Bereits mehr als 600 Tage ihrer Haft durfte sie keine Anrufe, Briefe oder Besuche von ihrer Familie oder ihrem Rechtsbeistand erhalten. Über die derzeitigen Haftbedingungen und ihren Gesundheitszustand liegen Amnesty keine Informationen vor.

Bitte schreiben Sie bis 30. September höflich formulierte Briefe oder E-Mails an den Außenminister von Belarus und fordern Sie ihn auf, sich dafür einzusetzen, dass Maryia Kalesnikava umgehend und bedingungslos freigelassen wird. Fordern Sie zudem, dass sie angemessen gesundheitlich versorgt wird und Zugang zu allen wichtigen Leistungen – auch Medikamenten – erhält. Schreiben Sie in gutem Belarussisch, Englisch oder auf Deutsch an: Maxim Ryschenkow Minister of Foreign Affairs Ministry of Foreign Affairs of the Republic of Belarus vul. Lenina 19 Minsk, 220030 BELARUS E-Mail: mail@mfa.gov.by (Anrede: Dear Foreign Minister / Sehr geehrter Herr Minister). Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Belarus Herrn Andrei Shuplyak, Gesandter-Botschaftsrat (Geschäftsträger a.i.) Am Treptower Park 32, 12435 Berlin Fax: 030 / 53 63 59 23

Info:

Jeden Monat veröffentlicht das TAGBLATT die Bitte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International um Unterstützung für dringende Fälle von Gefangenschaft, Folter und Verfolgung in aller Welt. Ein Briefaufruf findet sich im Internet unter der Adresse www.amnesty-tuebingen.de.