Handwerk in Tübingen
: Zimmerin Zoe Xena Esterl ist Lehrling des Monats April

Nach dem Abitur war sie unsicher, wohin der berufliche Weg führen soll. Beim Erlernen des Zimmererhandwerks bei Friedrich Schmid Holzbau in Tübingen ist ihr liebster Arbeitsplatz das Dach.
Von
swp
Tübingen
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Zoe Xena Esterl ist Lehrling des Monats April 2026

Zoe Xena Esterl ist Lehrling des Monats April 2026

Handwerkskammer/Holbau Fr. Schmid
  • Zoe Xena Esterl ist Lehrling des Monats April 2026 in Tübingen.
  • Sie lernt bei Friedrich Schmid Holzbau und arbeitet am liebsten auf dem Dach.
  • Ein Praktikum überzeugte sie nach dem Abitur, die Ausbildung startete sie im August 2023.
  • In Schule und Praxis erzielt sie sehr gute Leistungen, ihr Meister lobt Lernbereitschaft.
  • Als Ausbildungsbotschafterin wirbt sie an Schulen für den Zimmererberuf.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Zum Zimmererberuf bin ich eher durch Zufall gekommen“, erzählt Zoe Xena Esterl. Nach der Schule habe sie verschiedene Möglichkeiten geprüft, sich beworben, ausprobiert. Im August 2023 hatte sie sich bei Friedrich Schmid Holzbau in Tübingen für den Ausbildungsbeginn 2023 beworben.

Die schnelle Zusage habe sie überzeugt. „Obwohl ich ursprünglich eher künstlerisch interessiert war, habe ich mir gedacht: Ich probiere das einfach aus.“ Den Ausschlag gegeben hat ein Praktikum im Betrieb: „Das hat mir riesigen Spaß gemacht und mir einen sehr guten Einblick in den Beruf gegeben.“

Was sie am Zimmererberuf besonders schätzt: „Ich mag an meinem Beruf vor allem, dass ich viel draußen bin und in Bewegung bleibe“, sagt sie. „Man packt richtig mit an und muss Hürden oder Probleme auch mal selbstständig meistern – das spornt mich an.“ Dass am Ende sichtbare Ergebnisse entstehen, ist für sie ein großer Antrieb: „Zu wissen: ‚Das habe ich mitgebaut‘ – das ist ein tolles Gefühl.“

Dach ist OK, Unterstopfmörtel eher nicht

Im Arbeitsalltag ist sie in verschiedenen Bereichen eingesetzt. „Am liebsten arbeite ich auf dem Dach. Alles, was oben auf den Dächern stattfindet, gehört zu meinen Lieblingsaufgaben. Ich liebe diese Arbeitshöhe und die Aussicht“, erzählt sie. Dass es auch weniger beliebte Tätigkeiten gibt, gehört für sie dazu. Das Anbringen von Unterstopfmörtel macht ihr weniger Spaß, „aber auch das gehört natürlich dazu“, sagt sie pragmatisch.

Fachlich gehört die 22-Jährige zu den Leistungsstarken. In der Berufsschule erreicht sie einen Notendurchschnitt von 1,4, die überbetriebliche Ausbildung schließt sie durchweg zwischen „sehr gut“ und „gut“ ab, die Zwischenprüfung bestand sie mit 1,9.

Ihr Ausbildungsmeister Philipp Raidt zeigt sich beeindruckt: „Ich bin wirklich begeistert von unserer Auszubildenden. Sie zeigt eine enorme Lernbereitschaft, probiert mutig neue Aufgaben aus und setzt ihr theoretisches Wissen sehr praxisnah um. Selbst bei komplizierten Aufgaben bleibt sie dran und erfüllt diese vorbildlich – echt top.“

Gut fürs Zimmerer-Handwerk

Auch im Team ist die Auszubildende fest verankert. „Ihr handwerkliches Geschick, ihr Teamgeist und ihre Zuverlässigkeit kommen bei unseren Gesellen sehr gut an. Sie ist eine große Bereicherung für unser Team“, so Raidt. Er ist überzeugt, dass Zoe Xena „eine erfolgreiche Karriere vor sich hat und das Zimmererhandwerk mit ihrer positiven Ausstrahlung und Motivation bereichern wird“.

Über ihren Ausbildungsbetrieb hinaus engagiert sie sich auch für das Handwerk insgesamt. Als Ausbildungsbotschafterin der Handwerkskammer Reutlingen geht sie in Schulen und stellt dort den Beruf der Zimmerin vor. Sie berichtet aus ihrem Ausbildungsalltag, beantwortet Fragen rund um den Berufseinstieg und zeigt, welche Chancen das moderne Zimmererhandwerk bietet. So trägt sie dazu bei, junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern und Berührungsängste mit dem Baustellenalltag abzubauen.

Schauen, was das Leben bringt

Für die Zeit nach der Ausbildung hat Zoe Esterl bereits eine klare Tendenz: „In gut einem Jahr werde ich meine Ausbildung abschließen. Danach würde ich sehr gerne als Gesellin im Betrieb bleiben und weiter Berufserfahrung sammeln. Und dann schaue ich, was das Leben noch so bringt – im Zimmererhandwerk gibt es viele spannende Möglichkeiten.“

Auch abseits der Baustelle lebt sie ihre Kreativität aus. In ihrer Freizeit tätowiert sie gerne und beschäftigt sich mit künstlerischen Tätigkeiten aller Art. Außerdem ist sie viel draußen unterwegs und besucht gerne Konzerte. Die Verbindung von künstlerischem Ausdruck und handwerklicher Präzision zieht sich damit durch ihren Alltag – im Privaten ebenso wie im Beruf.

Die Firma und die Auszeichnung

Die Friedrich Schmid Holzbau GmbH wurde 1927 gegründet und ist ein mittelständisches Holzbauunternehmen mit Sitz in Tübingen. Der Betrieb hat sich auf ökologische Holzbauweise mit hohem Vorfertigungsanteil spezialisiert. Das Arbeitsgebiet sind überwiegend Dachaufstockungen und Anbauten, aber auch komplette Einfamilien- und Doppelhäuser, die schlüsselfertig an die Kundinnen und Kunden übergeben werden. Seit 2003 wurden im Betrieb 62 Lehrlinge ausgebildet.

Die Auszeichnung wird seit Dezember 2014 vergeben. Vorgeschlagen werden können solche Auszubildende, die sich durch besonders gute Leistungen im Betrieb, in der Berufsschule und auch in der überbetrieblichen Ausbildung sowie ganz allgemein durch Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kundenorientierung, Teamfähigkeit und Belastbarkeit auszeichnen. Mit der Auszeichnung zum „Lehrling des Monats“ soll der Vorbildcharakter von jungen Erwachsenen hervorgehoben werden.