Großer Preis des Mittelstandes
: Tübingen als „Kommune des Jahres“ ausgezeichnet

Wirtschaftliche Stärke und Klimaschutz müssen keine Gegensätze sein, sagt der Tübinger OB Boris Palmer. Nun wurde die Stadt für ihre Wirtschaftsförderung ausgezeichnet.
Von
Moritz Siebert
Tübingen
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Obere Viehweide Tübingen, Technologiepark Tübingen-Reutlingen (TTR), Cyber Valley, CureVac, Immatics, Cegat, Ellis Institut, Max-Planck-Institute. Waldhäuser Ost (WHO), KI, Künstliche Intelligenz, Informatik, Forschung

Forschung und wirtschaftliche Anwendung verbunden: Cyber Valley Tübingen.

Carolin Albers/Archiv
  • Tübingen erhielt den Sonderpreis „Kommune des Jahres“ beim „Großen Preis des Mittelstandes“.
  • Wirtschaftsförderer Thorsten Flink nahm die Trophäe in Würzburg entgegen – Palmer dankte per Video.
  • Palmer betont: mehr Arbeitsplätze und halbierter CO₂-Ausstoß pro Kopf sind vereinbar.
  • Seit 2005 plus 48 % Jobs, plus 57 % Auszubildende, Rekord bei Gewerbesteuer 2024 mit fast 65 Mio. Euro.
  • Schwerpunkte: Flächen, Beratung, Gründungen, KI und Biotech; geplant sind mehr Flächen und bessere Infrastruktur.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Universitätsstadt Tübingen ist beim Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ mit dem Sonderpreis „Kommune des Jahres“ ausgezeichnet worden. Wirtschaftsförderer Thorsten Flink nahm die Trophäe am Samstag (29. September) bei der Preisverleihung in Würzburg stellvertretend für die Stadt entgegen. Oberbürgermeister Boris Palmer bedankte sich mit einer Videobotschaft.

„Diese Auszeichnung zeigt, dass wirtschaftliche Stärke und Klimaschutz keine Gegensätze sein müssen: Tübingen hat deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen und zugleich den CO₂-Ausstoß pro Kopf etwa halbiert“, sagt Palmer. „Entscheidend ist, dass eine Stadt Unternehmen unterstützt: mit Flächen, Infrastruktur und einer Verwaltung, die Lösungen möglich macht.“

Für den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ können sich Kommunen und Unternehmen nicht selbst bewerben, sondern müssen von Dritten nominiert werden. Tübingen wurde von der AVAT Automation GmbH vorgeschlagen. Die Laudatio auf Tübingen hielt Achim Mey, Geschäftsführer von Mey Generalbau.

Grundlage der Bewerbung war die Entwicklung Tübingens als Wirtschaftsstandort und die Förderung mittelständischer Unternehmen. Die Stadt setzt dabei unter anderem auf die Beratung und Begleitung durch die städtische Wirtschaftsförderung, die Bereitstellung von Gewerbeflächen, die Förderung von Existenzgründungen sowie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Stadtverwaltung.

Mehr Arbeitsplätze, mehr Gewerbesteuereinnahmen

Seit 2005 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Tübingen bis 2022 um rund 48 Prozent gestiegen, die Zahl der Auszubildenden um rund 57 Prozent. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen von 2005 bis 2024 um rund 185 Prozent und erreichten 2024 mit fast 65 Millionen Euro einen Höchststand. Gleichzeitig hat Tübingen seinen Kohlendioxidausstoß pro Kopf in den vergangenen 18 Jahren etwa halbiert.

Tübingens Wirtschaftsförderer Thorsten Flink bei der Preisverleihung.

Tübingens Wirtschaftsförderer Thorsten Flink bei der Preisverleihung.

Stadt Tübingen

Zu den Schwerpunkten der Wirtschaftsförderung gehören auch die Unterstützung von Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und Künstliche Intelligenz sowie die Zusammenarbeit mit Technologiezentren und Gründungsinitiativen. Als Teil des „Cyber Valley“ und Standort der Künstliche-Intelligenz-Allianz Baden-Württemberg verbindet Tübingen Forschung und wirtschaftliche Anwendung. Für die kommenden Jahre will die Stadt unter anderem weitere Gewerbeflächen durch Innenverdichtung schaffen, die Verkehrs- und Breitbandinfrastruktur verbessern und mittelständische Unternehmen bei Klimaschutzmaßnahmen unterstützen.

Wettbewerb gibt es seit 1995

Der „Große Preis des Mittelstandes“ ist ein seit 1995 jährlich stattfindender Wettbewerb für mittelständische Unternehmen. Der Preis wird von der Oskar-Patzelt-Stiftung ausgelobt. Ausgezeichnet werden Unternehmen aus zwölf Wettbewerbsregionen, außerdem gibt es die Sonderpreise „Kommune des Jahres“ und „Bank des Jahres“.