Großeinsatz in Tübingen: Vermisster Sechsjähriger fuhr mit dem Zug nach Stuttgart ins Milaneo

Allein mit dem Zug nach Stuttgart und dann ins dortige Einkaufszentrum Milaneo schaffte es ein Sechsjähiger aus Tübingen. Milaneo-Mitarbeitern fiel der Junge dann am Mittwochabend auf.
Daniel Karmann/dpa (Archiv)- In Tübingen sucht die Polizei mit Großaufgebot einen sechsjährigen Jungen.
- Das Kind war am Mittwoch gegen 18 Uhr im Volksgarten in der Ebertstraße.
- Er verließ am Mittwoch gegen 14 Uhr die Wohnung in der Südstadt, wohl mit Fahrrad.
- Beschreibung: 1,30 Meter groß, kurze beige Hose, orangefarbenes T-Shirt, Kunststoffsandalen.
- Eine hilflose Lage ist möglich – die Polizei bittet um Hinweise.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Mittwoch und bis zum Donnerstagmorgen suchte die Polizei in Tübingen mit einem Großaufgebot nach einem sechsjährigen Jungen. Er hatte wohl gegen 14 Uhr die elterliche Wohnung in der Tübinger Südstadt verlassen, vermutlich mit seinem Kinderfahrrad. Gegen 18 Uhr soll er dann noch im Volksgarten in der Ebertstraße gesehen worden sein. Danach fehlte von ihm jede Spur.
Die Polizei nahm die Situation sehr ernst: Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Junge in einer hilflosen Lage befand, so die Pressestelle. Deshalb beteiligten sich alle verfügbaren Streifen an der Suche, ebenso die Hundeführer und die verfügbaren Beamten der Verkehrspolizei. Auch ein Polizeihubschrauber wurde eingesetzt.
Der Junge nahm den Zug nach Stuttgart
In der Nacht gab die Polizei dann eine Mitteilung zur Suche heraus. Sie veröffentlichte eine Personenbeschreibung und bat um Hinweise. Und die kamen zahlreich: „Die Kollegen waren schwer beschäftigt“, erklärt Polizeisprecher Michael Schaal, „wir gehen jedem Hinweis nach.“ Was zu dem Zeitpunkt im Reutlinger Polizeipräsidium, von wo aus die Fahndung koordiniert wurde, niemand wusste: Der Junge war längst wohlbehalten gefunden worden – rund 45 Kilometer entfernt in Stuttgart.
Er war vermutlich bereits am Mittwochnachmittag mit dem Zug von Tübingen aus dorthin gefahren. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof machte er sich dann zu Fuß ins rund 850 Meter entfernte Einkaufszentrum „Milaneo“ auf. Wie lange er sich dort alleine aufhielt, ist unklar. Schließlich aber fiel am frühen Abend Beschäftigten an der Kasse auf, dass der Sechsjährige alleine unterwegs war. Dass er eigentlich aus Tübingen kommt, konnte er offenbar nicht mitteilen. Also versuchten die Milaneo-Mitarbeiter zunächst, die Eltern über Durchsagen zu erreichen. Als das zu nichts führte, alarmierten sie die Polizei. Die brachte den Jungen zur Übernachtung übergangsweise in einer Jugendhilfeeinrichtung unter.
Erst am nächsten Morgen wurde dann der Zusammenhang zwischen dem elternlosen Jungen in Stuttgart und der Vermisstenmeldung in Tübingen hergestellt. Eine Polizeistreife fuhr zu ihm und machte Fotos. Darauf erkannten ihn seine Eltern, sodass die Vermisstensuche gegen 8.30 Uhr erfolgreich beendet war: Der Junge ist nun wieder bei seiner Familie.

