Grippe im Kreis Tübingen
: Apotheken haben ausreichend Medikamente und Impfstoff

Die Zahl der Grippefälle im Kreis Tübingen steigt derzeit, auch andere Infektionskrankheiten sind winterbedingt auf dem Vormarsch. Die gute Nachricht: Es gibt wieder ausreichend Hustensaft.
Von
Jonas Bleeser
Tübingen
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Apotheke

IIn den Jahren nach der Pandemie kam es bei manchen Heilmitteln wie Hustensäften zu Engpässen. Derzeit aber sind die Apotheken damit gut versorgt, sagt der Sprecher der Tübinger Apotheken Christian Wittlinger.

Jens Kalaene/dpa
  • Grippefälle im Kreis Tübingen steigen, besonders Kinder zwischen fünf und neun Jahren betroffen.
  • Apotheken sind gut mit Medikamenten und Impfstoffen versorgt, Hustensäfte sind ausreichend verfügbar.
  • Gesundheitsamt erwartet den Höhepunkt der Grippewelle ab Mitte Februar bis Anfang März.
  • Impfbereitschaft in Tübingen nach Corona-Pandemie gestiegen, viele haben sich bereits impfen lassen.
  • Tübinger Kliniken melden keine Engpässe, Reutlinger Kreisklinikum verschob jedoch Operationen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Infektionen mit Influenza steigt derzeit auch im Kreis Tübingen. Das belegen Daten des Gesundheitsamts, denn die Grippe ist eine meldepflichtige Erkrankung. Insgesamt hat die Grippewelle im Winter 2025/26 vergleichsweise früh begonnen. In der vergangenen Saison wurden bis zum 13. Januar 82 Fälle gemeldet, von denen 11 (13 Prozent)  in einer Klinik behandelt werden mussten. Aktuell sind es bereits 336 gemeldete Erkrankte, von denen 36 (11 Prozent) im Krankenhaus liegen. Vergleichsweise häufig treffe es derzeit Kinder zwischen fünf und neun Jahren, so die Pressestelle des Landratsamts. Den Gipfel der Ansteckungen erwartet das Gesundheitsamt ab Mitte Februar bis Anfang März.

So sieht es auch der Sprecher der Tübinger Apotheken Christian Wittlinger: „Der Höhepunkt kommt immer nach der Fasnet.“ Sowohl das Gesundheitsamt als auch Wittlinger raten deshalb dazu, sich noch impfen zu lassen. Das haben laut Wittlinger nach einer gewissen Impfmüdigkeit infolge der Corona-Pandemie aktuell auch viele getan: „Wir waren in Tübingen deutlich über der Nachfrage der vergangenen Jahre und kommen mit einer guten Anzahl an Impfungen in die Welle.“

Üblicherweise bestellen die Apotheken im März die Vakzine, die dann über den Sommer produziert werden. Am 20. Dezember habe ein Großhändler dann erklärt, bei ihm seien sie ausverkauft. Aber in Tübinger Apotheken gebe es noch ausreichend davon. Und noch eine gute Nachricht hat Wittlinger, auch für alle, die von den anderen derzeit grassierenden Infektionskrankheiten betroffen sind: „Mit Medikamenten für Erkältungskrankheiten sind wir wieder voll versorgt.“

Die Knappheit vergangener Jahre erklärt Wittlinger damit, dass während der Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 auch andere Infektionskrankheiten zurückgingen. Das führte dazu, dass weniger Medikamente verkauft wurden. Also fuhren die Hersteller die Produktion zurück. Als grippale Infekte wieder grassierten, wurde insbesondere Hustensaft für Kinder knapp. „Eltern müssen sich keine Sorgen machen: Fiebersäfte sind genügend da“, sagt Wittlinger. Und eventuell fehlende Antibiotika bestimmter Marken könne man sehr gut durch Generika ersetzen, also Präparate, deren Patentschutz abgelaufen ist.

Das Kreisklinikum Reutlingen meldete laut einem Beitrag der „Tagesschau“ vom Montag, dass Operationen verschoben werden mussten: Die Betten würden für isolationspflichtige Erkrankte gebraucht. Am Tübinger Uniklinikum sowie an den BK-Kliniken dagegen ist die Situation entspannt: Es gebe wegen der Grippe keine Probleme.