„Garten & Gaumen“ in Tübingen
: Genuss- und Gartenmesse geht am Sonntag weiter

Was passt zum Aperitif? Und was kann man mit Schneckenhäusern alles machen? Kulinarische und gärtnerische Anregungen für die Draußen-Saison gibt es bei der Genussmesse der SÜDWEST PRESSE in Tübingen.
Von
Dorothee Hermann
Tübingen
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Viel Inspiration für den Garten: Die Messe „Garten & Gaumen“ lockt viele Besucherinnen und Besucher.

Anne Faden
  • In Tübingen läuft die Messe „Garten & Gaumen“ im Park der Firma Rösch weiter.
  • Über 50 Aussteller bieten Genuss- und Gartenideen – Schattenplätze laden zum Verweilen ein.
  • Gefragt sind Setzlinge und Saatgut; Tipps zu Aussaatzeiten gibt es am Stand „Garten-Raritäten“.
  • Schneckenhäuser werden zu Deko verarbeitet, das Fleisch geht an private Kunden und Restaurants.
  • Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet – kostenloser Pendelbus ab Hauptbahnhof im Halbstundentakt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit hochsommerlichen Temperaturen war das Wetter am Samstag fast zu gut. Doch das Areal im Park der Firma Rösch, wo die „Garten & Gaumen“-Messe der SÜDWEST PRESSE stattfindet, bietet auch lauschige Schattenplätze unter alten Bäumen, um bei einem Aperitif zu entspannen oder sich mit Dinnete, Falafel oder frischen Waffeln vom Stand des Rösch-Betriebskindergartens zu stärken. Mehr als 50 Ausstellerinnen und Aussteller sind präsent.

Ganz in der Nähe des Eingangs zieht der Stand von Tanja Strehnisch aus Aspach viele Blicke auf sich. Die Inhaberin der Röhracher Schneckenzucht Strehnisch verwandelt die Häuschen von Weinbergschnecken in bunte Schmuckstücke für den Garten. „Wir verwerten das ganze Tier, das Fleisch und die Häuschen“, sagte sie. Das Fleisch der Schnecken geht an zahlreiche private Kunden sowie an Restaurants bis hinüber nach Freudenstadt. Freilebende Weinbergschnecken stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gefangen, verzehrt oder getötet werden.

Auch für Fasnetskostüme werden Schneckenhäuser verwendet, sagt Strehnisch. Zudem fertigt sie Schalen, Lampen und Kränze aus den Häuschen oder lässt dekorative Pflanzen wie die Haus-Dachwurz darin wachsen. Eines der kleinen Gewächse fühlte sich an dem ungewöhnlichen Standort offenbar so wohl, dass es sogar Ableger bildete.

Großes Interesse an vorgezogenen Pflanzen

Ziemlich begehrt sind die Tomaten-, Zucchini-, Melonen- und andere Setzlinge, die am Stand der „Garten-Raritäten“ kleine und große Gemüsefreunde faszinieren, darunter die Buschtomaten Gelbe Honigtiger oder Rote Honigtiger. Beide Sorten haben feine Streifen, einmal in Rot, einmal in Gelb.

Der Betrieb aus Remseck ist auch im Saatgut-Netzwerk des Genbänkle Nürtingen, das sich für die Erhaltung von Saatgut und Nutzpflanzenvielfalt einsetzt, sagt Inhaberin Sandra Erlacher. Sie gibt auch Anzuchttipps und berät zu den günstigsten Aussaatzeiten. „Die Leute haben großes Interesse an vorgezogenen Pflanzen. Deshalb bieten wir die jetzt auch an.“ Von etwa der Hälfte ihrer 150 Sorten Saatgut für Tomaten, Gemüse und auch Beeren hat sie mittlerweile auch Setzlinge im Sortiment. Jungpflanzen der kleinen Litschi-Tomaten sind am frühen Samstagnachmittag bereits ausverkauft.

Zur Gemüsezubereitung eignen sich beispielsweise Rohkost-Wellenschneider und Juliette-Schneider der Stuttgarter Firma Bolat, wo zur Demonstration Möhren, Gurken, Krautköpfe, Kartoffeln und Zwiebeln bereitliegen. An einem weiteren Stand kann man Gartenwerkzeuge wie Astscheren ausprobieren. Ein Kalender informiert, wann die beste Zeit für Formschnitt, Feinschnitt oder Rückschnitt verschiedener Ziersträucher ist.

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt ist mit einem Energiewende-Projekt vertreten. Besucher können eine Mini-Windkraftanlage aus dem 3D-Drucker anschauen oder einschätzen, was es braucht, damit Deutschland im Jahr 2045 klimaneutral ist. Bis Samstagmittag sehen die meisten die größten Effekte durch Maßnahmen in Verkehr und Transport sowie in der Industrie und bei der Produktion von Gütern und Energie. Vergleichsweise wenige setzen auf Änderungen beim privaten Konsum und Energieverbrauch. Eine Tabelle listete auf, wie viel Leistung bestimmte Geräte benötigen: Danach liegt die Playstation 5 bei 200 bis 220 Watt, ein Smartphone bei 5 bis 18 Watt und ein Laptop-Netzteil bei 61 Watt.

Salami lieber aufhängen

Doch zurück zum Aperitif. Dazu passe ein Tellerchen mit feinen Scheiben luftgetrockneter Salami aus Südfrankreich, sagt Anne Hube, die für die Firma „Extrem lecker“ aus Saarbrücken angereist ist und unter anderem Salami mit Steinpilzen, mit Camembert, mit buntem Pfeffer oder mit schwarzen Oliven im Sortiment hat. Hersteller ist die Firma Rinjonneau & Sohn südlich von Avignon. Obwohl man von Saarbrücken dreieinhalb Stunden bis Tübingen braucht, schätzt sie die Genussmesse. „Es läuft gut. Sonst wären wir nicht gekommen. Es muss sich rechnen. Wir müssen Ware und Personal bezahlen und das Zimmer für die Übernachtung.“ Inzwischen hätten sie Stammkunden in Tübingen, die die Produkte bereits kennen. Ach ja, Plastik sei gar nichts für Salami: „Zuhause am besten aufhängen“, rät Hube einer Kundin.

Kostenloser Pendelbus zum Frühschoppen

Die Genussmesse „Garten & Gaumen“ lädt zum 12. Mal in den Park der Firma Rösch, Schaffhausenstraße 101. Nach Samstag, 2. Mai, nochmals am Sonntag, 3. Mai, von 11 Uhr bis 18 Uhr. Zum Frühschoppen am Sonntag, 3. Mai, spielt der Musikverein Derendingen auf und bietet einen Mix aus traditioneller und moderner Blasmusik (ab 11.30 Uhr). Das Gelände ist gut mit dem Fahrrad erreichbar. Ein kostenloser Pendelbus fährt im Halbstundentakt vom Tübinger Hauptbahnhof, Bussteig R, bis zum Firmengelände und zurück. Erste Abfahrt am Hauptbahnhof ist um 10.30 Uhr, letzte Abfahrt am Hauptbahnhof ist um 18 Uhr. Autoabstellplätze sind ebenfalls vorhanden. Zu Fuß braucht man von der Tübinger Innenstadt zirka 20 Minuten. Das Rösch-Outlet mit Bademoden, Frotteewaren und Wäsche ist ebenfalls geöffnet. Ein weiterer Eingang ist in der Bismarckstraße 102. Weitere Infos gibt es unter neckaralb-events.de.