Gammertingen: Großbrand bei Reifen Göggel: Hochzeits-Feuerwerk wohl Ursache

Brand beim Reifenhändler Göggel in Gammertingen.
Sascha SpeidelDer Brand hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt: Auf dem Gelände des Reifenhändlers Göggel in Gammertingen war am späten Abend des 23. Juli während der Hochzeitsfeier des Firmeninhabers ein Feuer ausgebrochen. Schnell kam die Vermutung auf, dass das dabei abgebrannte Feuerwerk das Inferno ausgelöst haben könnte.
Am gestrigen Dienstag bestätigten nun die Staatsanwaltschaft Hechingen und die Polizei Ravensburg den Verdacht: Man gehe nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass das Feuerwerk einen Schaden von mehreren Millionen Euro anrichtete. In einer Mitteilung heißt es: „Vorbehaltlich eines noch ausstehenden Brandgutachtens haben umfangreiche kriminaltechnische Untersuchungen und weitergehende Ermittlungsmaßnahmen - so beispielsweise die Befragung von Zeugen und die Einsichtnahme von Foto- und Videoaufnahmen - ergeben, dass das Feuer an mindestens drei voneinander unabhängigen Stellen auf dem Werksgelände ausgebrochen ist.“ Hinweise, dass jemand das Feuer absichtlich entfacht haben könnte, gebe es nicht. Allerdings müsse noch geklärt werden, „ob möglicherweise fahrlässiges Verhalten im Raum steht oder von einer Verkettung unglücklicher Umstände auszugehen ist“.
Juristisch wird der Brand noch ein Nachspiel haben: Anzeigen gibt es nach Informationen der Schwäbischen Zeitung und des SWR sowohl gegen den Firmengründer als auch gegen Gammertingens Bürgermeister Holger Jerg. Dieser hatte auf die vorhandene Zulassung des vom Veranstalter beauftragten Feuerwerkes verwiesen. Somit sei keine Genehmigung mehr von Seiten der Stadt notwendig gewesen, allerdings hatte die Stadt laut Jerg Auflagen gemacht.
Dem schnellen Einschreiten der Feuerwehr ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr passiert ist: Mehr als eine Million Reifen sollen zum Zeitpunkt des Brandausbruchs auf dem Gelände gelagert worden sein. Das Feuer zerstörte eine von acht Hallen, in der Winterreifen eingelagert waren, weshalb der Geschäftsbetrieb bei Deutschlands größtem Reifengroßhändler weitergehen kann. Auch an geplanten Investitionen will Göggel festhalten.
Die Löscharbeiten dauerten insgesamt vier Tage, fast 400 Feuerwehrleute waren dabei im Einsatz, mehrere Dutzend Kräfte des Rettungsdiensts ebenfalls. Fünf Menschen wurden durch den Brand leicht verletzt. Der entstandene Schaden wird inzwischen auf rund 25 Millionen Euro geschätzt.