Foto von Verdächtigen gepostet: Boris Palmer macht Sprayern per Facebook ein Angebot

Das Team der Firma Schmid aus Bühl hatte das Parkwärterhäuschen im Anlagenpark frisch gestrichen, dann kamen die Graffiti – OB Palmer ist sauer.
Hans-Jörg Schweizer/Archiv/dpa- Tübingens OB Boris Palmer kämpft gegen Graffiti und bietet Sprayern Verzicht auf Anzeige an.
- Parkwärterhäuschen im Anlagenpark wurde vor der Eröffnung großflächig besprüht.
- Palmer postete ein unscharfes Foto von vier Personen, die als Zeugen oder Täter infrage kommen.
- 5000 Euro Belohnung für Hinweise, die zu einer Verurteilung wegen Sachbeschädigung führen.
- Sprayer sollen sich melden und Schaden begleichen, um eine Strafanzeige zu vermeiden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Boris Palmer legt sich seit Jahren mit der Sprüher-Szene in Tübingen an: Regelmäßig lässt er die Steinlach-Unterführung und den Fahrrad-Tunnel durch den Schlossberg von Graffiti befreien – die dann häufig schnell wieder besprüht werden. In seinem Zorn über die illegalen Wandbemalungen postete er auf Instagram in Anlehnung an die Parole „ACAB“ (All Cops Are Bastards) auch schon mal „All Graffiteers are Bastards“ versehen mit dem Hinweis, dass die Stadt Hauswände davon befreie und die Kosten für die Eigentümer übernimmt.
Zuletzt erboste ihn, dass das frisch renovierte Parkwärterhäuschen im Tübinger Anlagenpark kurz vor der Eröffnung großflächig besprüht worden war. „Graffiti sind keine Kunst, sondern eine Pest. Und wenn wir nicht zu einer gesellschaftlichen Ächtung dieser Taten kommen, gehen unsere Städte vor die Hunde“, wetterte er Mitte September auf Facebook. Und ließ es sofort wieder frisch streichen.
Bild auf Facebook zeigt vier Personen
Nun legte er nach: Er veröffentlichte ein unscharfes Bild von vier von hinten fotografierten Personen, die offenbar nachts den Anlagenpark Richtung Busbahnhof verlassen. Das habe ihm ein Zeuge zugeschickt, so der Tübinger Oberbürgermeister. Er gehe davon aus, dass sich die Gruppe selbst auf dem Bild erkennen könne.
Es gebe auch Bilder, auf denen die Gesichter zu erkennen sind, so Palmer weiter. Ob die Gruppe etwas mit den Graffitis zu tun hat oder nicht, weiß auch der OB nicht: „Es ist aber nicht klar, ob es sich nur um Zeugen oder um die Sprayer handelt. Daher zeige ich nur dieses Foto mit folgender Bitte: Wenn die vier jungen Leute Zeugen waren, bitte bei mir melden. Die Belohnung von 5000 Euro für erfolgreiche Hinweise auf die Täter besteht weiter.“ Die hat die Stadt ausgesetzt, wenn Hinweise zu einer Verurteilung wegen Sachbeschädigung führen.
Sollten sie selbst die Sprayer sein, mache er ihnen ein Angebot: „Ich bin bereit, auf Strafanzeige zu verzichten, wenn sie sich direkt bei mir melden und den Schaden begleichen.“ Der beträgt etwa 5000 Euro. Ob sich daraufhin jemand bei ihm gemeldet hat, dazu wollte Palmer auf Anfrage zunächst nichts sagen.


