Fluss-Rennen an Fronleichnam: Stochern und Schubsen mit Spaß

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Nicht gesetztEinen halben Liter Lebertran zu trinken – und zwar ohne das Glas einmal abzusetzen – und das Rennen im nächsten Jahr auszurichten, ist die Strafe fürs Verlieren beim Stocherkahnrennen. Das allein zeigt schon, dass dieses Rennen ein Spaß für Teilnehmer und Zuschauer ist.
Am Donnerstag, 15. Juni (Fronleichnam), ist es zum 62. Mal so weit: Rund 60 Kahnbesetzungen, teils verkleidet, treten gegeneinander an. Sie starten unter der Fußgängerbrücke in der Ernst-Bloch-Straße, stochern dann den Neckar aufwärts und unter der Eberhardsbrücke durch. Auf dieser Brücke ist der beliebteste Standort für Zuschauer, denn die Kähne müssen dort auf den Kanal wechseln, um das Bügeleisen herum fahren und bei der Brücke wieder auf den Neckar fahren. An der Kreuzung direkt unter der Brücke ist deshalb das Gedränge am engsten und das gegenseitige Geschubse und ins Wasser stoßen am häufigsten.
Vor dem eigentlichen Rennen ist die Kostümparade, die um 13 Uhr beginnt. Gut zu beobachten ist sie an der Zwingelmauer zwischen Hölderlinturm und Brücke. Eine Jury prämiert den Kahn mit den schönsten Kostümierungen. Um 14 Uhr beginnt dann das eigentliche Rennen. Gegen 15 Uhr ist die Siegerehrung an der Neckarbrücke.
Das Stocherkahnrennen wurde 1952 von Tübinger Studentenverbindungen aus Jux gegründet. Längst nehmen auch Teams teil, die nicht in Verbindungen sind. Inzwischen zieht das Rennen jedes Jahr rund 15000 Zuschauer in die Stadt. Ausrichter in diesem Jahr ist die Verbindung Corps Borussia.
Wegen des zu erwartenden großen Andrangs bitten die Veranstalter darum, rechtzeitig vor Beginn des Rennens zu kommen und dazu möglichst die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Es wird wie immer kein Eintritt verlangt. slo