Fehlerhafte Abi-Zeugnisse: Auch Schulen im Kreis Tübingen sind betroffen

Blick auf die Uhlandstraße mit dem Uhland-Gymnasium (rechts).
Carolin Albers (Archiv)- Nach Softwarefehler müssen rund 100 Abi-Zeugnisse in Baden-Württemberg korrigiert werden.
- Meist wurde der Schnitt zu gut berechnet – Abweichungen oft um ein bis zwei Zehntel.
- Betroffen sind 54 Schulen, darunter vier im Kreis Tübingen mit insgesamt zehn Fällen.
- Alle haben das Abitur bestanden, doch Durchschnittsnoten ändern sich durch Korrektur.
- Ursache laut Ministerium: Programmierfehler in Winprosa; ASV-BW ist nicht betroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei landesweit rund 100 Schülerinnen und Schülern in Baden-Württemberg wurden fehlerhafte Abiturzeugnisse ausgestellt. Darüber informiert das Kultusministerium am Montag (27. Juli) in einer Pressemitteilung. In rund 70 Fällen hat dies Auswirkungen auf die Abiturschnitte. Bei den Zeugnissen, in denen der Abiturschnitt falsch ausgewiesen wurde, liegen die Notenabweichungen in den allermeisten Fällen im Bereich von einem oder zwei Zehntel. In wenigen Fällen geht es darüber hinaus. In fast allen Fällen wurde der Schnitt zu gut berechnet.
Betroffen sind 54 Schulen im Land, davon vier im Kreis Tübingen: Am Uhland-Gymnasium in Tübingen gibt es drei Fälle, am benachbarten Kepler-Gymnasium zwei. Am Evangelischen Firstwald-Gymnasium in Mössingen ist laut Kultusministerium ein Zeugnis betroffen, am Evangelischen Blaulach-Gymnasium in Kusterdingen sind es vier.
Betroffene haben ihr Abi dennoch bestanden
Die Schulen seien dran, bei den betroffenen Abiturientinnen und Abiturienten die Korrektur der fehlerhaften Zeugnisse vorzunehmen, heißt es in der Mitteilung. Dadurch verändern sich in diesen Fällen die Durchschnittsnoten. In allen Fällen haben die Betroffenen ihr Abitur dennoch bestanden.
Das Kultusministerium steht mit dem Wissenschaftsministerium in engem Austausch, um für die Absolventinnen und Absolventen pragmatische Anpassungen der Abiturnoten im laufenden Bewerbungsverfahren für Studienplätze zu ermöglichen. Das Kultusministerium hat für die betroffenen Bewerberinnen und Bewerber eine direkte Anlaufstelle eingerichtet. Den Schülerinnen und Schülern wird der Kontakt über ihre Schulen mitgeteilt.
Als Ursache nennt das Ministerium einen Programmierfehler in der Software Winprosa des Anbieters „cmh“, die an diesen Schulen zur Verwaltung und Planung der gymnasialen Oberstufe eingesetzt wurde. Die vom Land bereitgestellte Schulverwaltungssoftware (ASV-BW) ist nicht betroffen. Die überwiegende Zahl der Gymnasien in Baden-Württemberg hat die Abiturnoten mit Winprosa berechnet.
Die fehlerhaften Berechnungen stellte das Kultusministerium nach einer Überprüfung fest. Zuvor war eine fehlerhafte Berechnung bekannt geworden. Die Schulabteilungen der Regierungspräsidien hielten dabei alle Gymnasien im Land, die im Bereich der Kursstufe Winprosa nutzten, zu umfassender Prüfung und Meldung fehlerhafter Abiturzeugnisse an.

