Chlorgasalarm in Tübingen
: Schwimmer mussten Hallenbad-Nord teils in Badekleidung verlassen

Rund 70 Schwimmbadbesucher hoffen auf einen schönen Nachmittag. Dann aber müssen sie – teilweise noch in Schwimmkleidung – das Hallenbad verlassen.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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Hallenbad Nord auf WHO 01 25 Foto: Carolin Albers

Ein Chlorgas-Alarm im Tübinger Hallenbad Nord am Sonntagnachmittag löste einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus.

Carolin Albers/Archiv
  • Chlorgasalarm im Hallenbad Nord in Tübingen löst Großeinsatz der Feuerwehr aus.
  • Rund 70 Badegäste wurden teils in Schwimmkleidung evakuiert.
  • Evakuierte Personen wurden in beheiztem Container untergebracht.
  • Alarm durch defekten Chlorgassensor ausgelöst, kein Chlorgasaustritt festgestellt.
  • Polizei und Feuerwehr gaben nach Prüfung schnell Entwarnung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Sonntag gegen 16.45 Uhr meldete im Hallenbad Nord ein Sensor Chlorgasalarm. Weil dieses Gas giftig ist und beim Einatmen zu Verätzungen führen kann, holten laut Stadtwerke-Pressesprecher Ulrich Schermaul die Bademeister sofort alle Badegäste aus dem Wasser und schickten sie ins Freie auf den Sammelplatz vor dem Hallenbad. Ihre Kleidung durften die 70 bis 80 Badegäste nicht mehr holen.

Die Feuerwehr rückte mit 19 Fahrzeugen und rund 60 Feuerwehrleuten aus. Und auch die Polizei kam: Sie hatte mobile und beheizte Schutzräume dabei, in denen die Badegäste untergebracht wurden. „Bei so einem Alarm gibt es kein Wenn und Aber“, sagt Schermaul. „Alle müssen sofort das Bad verlassen, das ist Vorschrift.“

Bad um 18.30 Uhr freigegeben

Schnell stellte sich heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. „Der Technische Betriebsprüfer hat festgestellt, dass kein Gas ausgetreten war“, so Schermaul. Der defekte Sensor sei danach ausgetauscht worden. Wodurch der Defekt entstanden ist, sei bisher unklar.

An die Badegäste, die kein Handtuch mit nach draußen genommen hatten, verteilten die Stadtwerke welche, „damit sie sich warmhalten konnten“, so Schermaul. „Es war ohne Zweifel sehr unangenehm, die Leute müssen ziemlich gefroren haben.“

Erst um 18.30 Uhr wurde das Bad wieder freigegeben und die Leute durften sich umziehen. Weil das Hallenbad Nord sonntags um 19 Uhr schließt und die Badegäste spätestens um 18.45 Uhr die Becken verlassen müssen, wurden die Becken nicht mehr geöffnet.

Neben der Feuerwehr war laut Polizei auch der Rettungsdienst mit rund 20 Einsatzkräften vor Ort.

2017 trat im Freibad Dettenhausen wegen eines Defekts im Technikraum Chlorgas aus. Vier Frauen wurden damals verletzt. Zehn Jahre vorher, im November 1997, wurden im Hallenbad Nord 128 Menschen durch Chlorgas verletzt. 2013 schlug im Hallenbad Nord ebenfalls ein Sensor Alarm. Damals handelte es sich wie jetzt am Sonntag um einen Fehlalarm.

Was ist Chlorgas?

Chlorgas ist ein gelblich-grünes Gas, das stechend riecht und bei Kontakt mit Wasser oder Luftfeuchtigkeit Salzsäure bildet. Weil es schwerer ist als Luft, sinkt es zu Boden. Es reizt Augen und Schleimhäute. Beim Einatmen kann es zu schweren Verätzungen, im schlimmsten Fall auch zu Tod führen. Chlorgas wird zur Wasseraufbereitung genutzt, denn es wirkt desinfizierend.