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Th. Klingebiel
Metz
Aus der kurzen traurigen Geschichte der kleinen Erna Brunner ging ein Preis hervor, der gestern zum dritten Mal verliehen wurde. Erna war als Kleinkind an Leukämie erkrankt und erlebte nach einer Stammzelltransplantation einen Rückfall. Für die zweite Transplantation war zunächst kein Geld da. Doch mit der überwältigenden Unterstützung der „Aktion Erna“ wurde die Finanzierung gestemmt. Dennoch konnten die Tübinger Kinderonkologen der kleinen Erna nicht mehr helfen. Das Mädchen starb 2012 im Alter von fünf Jahren.
Die Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder lobte vor drei Jahren einen Forschungspreis aus, der nach Erna Brunner benannt ist. „Auch dieses Jahr können wir damit eine hervorragende Arbeit auszeichnen“, erklärt der Stiftungsvorsitzende Prof. Hans-Werner Stahl die Wahl. Mit dem mit 5000 Euro dotierten Preis werden Forscher für Arbeiten auf dem Gebiet der pädiatrischen Onkologie geehrt. Das Preisgeld soll die Teilnahme an Symposien ermöglichen. Aus den bundesweit eingegangenen Bewerbungen qualifizierte sich Dr. Judith Feucht von der Tübinger Kinderonkologie als Preisträgerin.
Gestern Nachmittag bekam die Medizinerin, die sich seit 2015 auf einem Forschungsaufenthalt am „Memorial Sloan Ketering Cancer Center“ in New York befindet, den Preis im Hörsaal der Tübinger Kinderklinik auf dem Schnarreberg verliehen. Feucht hat sich mit neuen Ansätzen für die Bekämpfung von schweren Virusinfektionen bei immunsupprimierten Kindern nach einer Stammzelltransplantation beschäftigt und überzeugte damit die Juroren. Die Laudatio auf die Forscherin hielt Prof. Thomas Klingebiel, Direktor der Frankfurter Kinderklinik.
Der Stiftung des Fördervereins für krebskranke Kinder verdankt die Tübinger Kinderklinik viel. Aktuell unterstützt sie Forschungsvorhaben zu den erfolgversprechenden CAR-T-Zellen. Diese Zellen helfen, Tumoren zu bekämpfen, indem sie diese fürs Immunsystem sichtbar machen, also enttarnen.