Ermittlungen nach Antifa-Demo in Tübingen: „Wir lassen es nicht auf sich beruhen“

Bei der Demonstration am Dienstag, 1. Juli 2025, wurde die Wand am Polizeiposten in der Tübinger Pfleghofstraße besprüht. Als ein Polizist eingreifen wollte, griffen mehrere Teilnehmer ihn laut Polizeiangaben an. Er wurde an der Schulter verletzt.
Jonas Bleeser- Polizei ermittelt nach Tübinger Demo: Beamter wurde von Teilnehmern verletzt.
- Täter besprühten Polizeiwache mit „ACAB“ und griffen Beamten beim Eingreifen an.
- Kripo sucht Zeugen: Hinweisportal für Bilder und Videos eingerichtet.
- OB Palmer fordert Täter zur Selbststellung auf, kritisiert Gewalt und Sachbeschädigung.
- Demo war Reaktion auf Prozess: 23-Jähriger wurde zu Haftstrafe wegen Angriffs auf Polizisten verurteilt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Polizei sucht mit Hochdruck nach den Teilnehmern einer Antifa-Demo, die am Dienstagabend um 21.24 Uhr einen Polizisten verletzten. Der Beamte hatte gesehen, wie eine vermummte Frau die Wand am Polizeiposten Innenstadt in der Pfleghofstraße mit dem Schriftzug „ACAB“ (All Cops Are Bastards) und Hammer und Sichel besprühte. Als er sie vorläufig festnehmen wollte, griffen ihn nach Polizeiangaben mehrere Teilnehmer der Demo an. Dabei wurde er an der Schulter verletzt. Er musste zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus, seinen Dienst konnte er nicht fortsetzen.
Nun ermittelt die Kriminalpolizei. „Wir lassen das nicht auf sich beruhen, wenn ein Kollege angegriffen wird, der eine Sachbeschädigung verhindern will“, erklärt Polizeisprecher Martin Raff. Die Kripo ermittelt wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, außerdem wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.
Kripo richtet ein Hinweisportal ein
Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer (07071) 9721400 melden. Es gebe bereits mehrere Aussagen. Um das Geschehen detailliert rekonstruieren zu können, hat die Polizei zusätzlich online ein Hinweisportal eingerichtet (bw.hinweisportal.de). Die Ermittler interessieren sich für Bilder oder Videos der Tat, aber auch von der Kundgebung ab etwa 21 Uhr auf dem Holzmarkt oder der Demo.
Dass ein Beamter bei einer Versammlung in Tübingen von Teilnehmern verletzt wurde, kam nach Raffs Erinnerung länger nicht mehr vor. Wie viele Polizisten am Dienstag im Einsatz waren, dazu sagt das Reutlinger Präsidium nichts. Man habe von der unangemeldeten Kundgebung gewusst und sie begleitet. Der Angriff auf den Beamten sei eine Sache von Sekunden gewesen, die Beteiligten anschließend in der Menge der rund 100 Teilnehmer verschwunden.
Anlass der Demo war ein Prozess am Amtsgericht Offenburg. Es verurteilte einen 23-Jährigen zu zweieinhalb Jahren Haft, unter anderem weil er im März 2023 bei einer Demonstration gegen einen Parteitag der AfD Polizisten mit einem Feuerlöscher besprüht haben soll. Das „Offene Treffen gegen Rassismus und Faschismus“ veröffentlichte auf seiner Internetseite einen kurzen Bericht. Man habe Solidarität mit dem Verurteilten ausdrücken wollen. Dabei hätten einige mit einem Schriftzug an der Polizeiwache gezeigt, „was sie von den Repressionsbehörden halten“.
Boris Palmer: „Dafür muss man kein Verständnis haben“
Auf Facebook meldete sich Tübingens OB Boris Palmer sarkastisch zu Wort: „Die Kreise, die an Wände Beleidigungen gegen Polizisten schmieren, haben selbstverständlich das Recht, historische Mauern zu besprühen. Und wenn ein Polizist sie davon abhalten will, greifen sie zur Gewalt.“ Er forderte die Angreifer auf, sich zu stellen.

