Einkaufscenter in Kirchentellinsfurt: Decke in Geschäft stürzt herunter – drei Verletzte

Die Feuerwehr Kirchentellinsfurt war mit 24 Leuten im Einsatz: 14 rückten aus, 10 beluden vorsorglich Paletten mit Abstützmaterial.
Holger Hollemann/dpa/Symbolbild- Zwischendecke in einem Geschäft in Kirchentellinsfurt stürzte ein, drei Personen leicht verletzt.
- Betroffen war ein Bekleidungsgeschäft, nicht der Supermarkt; 150 Menschen wurden evakuiert.
- Feuerwehr mit 24 Kräften im Einsatz; größerer Schaden durch intakte Sprinkleranlage vermieden.
- Ursache wird untersucht, mögliche Vibrationen durch Bauarbeiten am Flachdach.
- Supermarkt öffnete nachmittags, betroffenes Geschäft bleibt geschlossen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein ungewöhnlicher Alarm ging am Mittwoch, 18. Juni, um 12.18 Uhr auf der Leitstelle der Feuerwehr ein: Im Supermarkt in der Wannweiler Straße 77 in Kirchentellinsfurt sei eine Decke eingestürzt. „Da denkt man sofort an verschüttete Personen“, sagt Kirchentellinsfurts Feuerwehrkommandant Markus Appenzeller dem TAGBLATT. Eine Situation, die für die meisten Feuerwehrleute ungewohnt ist: Mit Bränden und schweren Unfällen haben sie viel Erfahrung, mit einstürzenden Gebäuden eher nicht. „Wir sind dann gleich in größerem Stil angefahren“, berichtet Appenzeller. Auch Polizei und Rettungskräfte rückten an. Die Wehr teilte sich dabei auf: 14 Leute fuhren mit drei Fahrzeugen zum Unglücksort, zehn weitere beluden vorsorglich bereits Paletten mit Abstützpfeilern, um Notfalls den Rest der Decke sichern zu können.
Das ganze Gebäude wurde geräumt
Das war dann glücklicherweise gar nicht nötig. Denn heruntergebrochen war nicht das Flachdach des Hauses, sondern eine zu Dekorationszwecken eingezogene Konstruktion, die aus relativ leichten Platten bestand. Betroffen war auch nicht der Supermarkt selbst, sondern ein Bekleidungsgeschäft im Eingangsbereich. Im „Kaufland“ selbst bestand also keine Gefahr. Trotzdem räumte die Polizei zunächst das gesamte Gebäude. Geschätzt 150 Menschen mussten es verlassen, so Appenzeller.
In der Erstinformation hieß es, das Unglück sei „im Kassenbereich“ geschehen. Es hätte also viele Verletzte geben können. Tatsächlich war es die Kasse des sehr viel kleineren Geschäfts. Eine Appenzeller bekannte Zeugin bekam den Einsturz direkt mit: Sie sprach gerade mit der Kassiererin, als es passierte. Plötzlich sei ein Krachen zu hören gewesen. Die Verkäuferin sprang von ihrem Sitz und zur Seite: Dann stürzten nach Polizeiangaben etwa 40 Quadratmeter der Zwischendecke zu Boden, mitsamt der sie eigentlich tragenden Blechkonstruktion.
Drei Menschen wurden leicht verletzt
Die Kassiererin erlitt eine Schnittwunde. Auch eine weitere Angestellte und eine Kundin wurden laut Polizei leicht verletzt. Die beiden Angestellten wurden vom Rettungsdienst versorgt, die Kundin wollte bei Bedarf selbst zum Arzt gehen. Wie groß der Sachschaden ist, ist noch unklar. Er hätte jedenfalls noch deutlich höher ausfallen können: Die Köpfe der Sprinkleranlage stürzten mit ab, die daran befestigte Wasserzufuhr aber hielt: „Da kommen sonst 80 Liter Wasser die Minute raus“, erklärt Appenzeller, „insgesamt lief das noch glimpflich ab.“ Der Supermarkt konnte nachmittags wieder öffnen, das betroffene Geschäft dagegen nicht. Mit dem Einsatzablauf ist Appenzeller sehr zufrieden: Dass an einem Werktag 24 ehrenamtliche Feuerwehrleute von ihrem Arbeitsplatz so schnell vor Ort waren, „das hat auch in diesem Alarmierungsfall sehr gut geklappt“.
Die Unglücksursache ist nun Gegenstand der Ermittlungen der Polizei: Deren Fachbereich Gewerbe und Umwelt war vor Ort, Mitarbeiter des Bauamts ebenfalls. Bereits seit längerem wird das Flachdach des Supermarkts saniert. Möglicherweise lösten sich durch die Vibrationen der Schritte der Bauarbeiter die Befestigungen der Deko-Decke.
