Dunkle Jahreszeit
: Polizei warnt vor Einbrechern – Wie man sich jetzt schützen kann

Das Polizeipräsidium Reutlingen warnt im Zuge der Zeitumstellung vor erhöhter Einbruchsgefahr. Mit wenigen Maßnahmen kann man das eigene Risiko senken.
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swp
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EInbrecher hebelt gekippte Terrassentür auf: ILLUSTRATION - Einbruchschutz beginnt mit einfachen Maßnahmen: Türen und Fenster sollte man immer verschließen, auch bei kurzer Abwesenheit. (zu dpa: «Sicherheitstipps: So senken Sie Ihr Einbruchrisiko») Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Ein Einbrecher hebelt gekippte Terrassentür auf. (Symbolfoto)

Philipp von Ditfurth/dpa-tmn/dpa
  • Polizei Reutlingen warnt vor erhöhter Einbruchsgefahr aufgrund der Zeitumstellung.
  • Einbruchszahlen steigen: 2023 gab es 407 Fälle, 2022 waren es 371.
  • Polizei setzt auf Prävention: verstärkte Präsenz, Streifen, Kontrollen.
  • Bürger sollen mithelfen: Fenster und Türen sichern, verdächtige Personen melden.
  • Kostenlose Beratungen zu Sicherungstechnik und Prävention verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Sonntag, 27. Oktober 2024, werden die Uhren umgestellt. Mit dem Beginn der Winterzeit werden die Nächte wieder länger. Damit beginnt auch die Hochkonjunktur der Einbrecher. Diese nutzen gerade nach der Zeitumstellung die frühe Dunkelheit in den Abendstunden aus, um auf Beutezug zu gehen.

Nach dem pandemiebedingten Tiefstand der Einbruchszahlen im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen mit 323 Fällen im Jahr 2021, als sich Bewohnerinnen und Bewohner meist zu Hause aufhielten, steigen seither die Fallzahlen wieder an. Das teilt das Präsidium in einer gesonderten Pressemitteilung mit.

Während im Jahr 2022 insgesamt 371 Fälle des Einbruchsdiebstahls registriert werden mussten, erhöhte sich die Zahl der Fälle im Jahr 2023 um 36 auf 407 Wohnungseinbrüche. „Auch wenn die Anzahl der Fälle noch weit unter den Fallzahlen der Vor-Corona-Jahre liegt, ist doch jede mit einem Einbruch verbundene Verletzung des unmittelbaren, persönlichen Lebensbereichs der Opfer ein Fall zu viel“, schreibt Polizeisprecher Christian Wörner. Daher stelle die Bekämpfung der Einbruchskriminalität einen der Schwerpunkte der polizeilichen Arbeit dar.

Was die Polizei zur Prävention unternimmt

Durch lage- und brennpunktorientierte Maßnahmen verfolgt das Polizeipräsidium Reutlingen sowohl präventive als auch repressive Bekämpfungsansätze in den Landkreisen Tübingen, Esslingen, Reutlingen und dem Zollernalbkreis. Insbesondere durch offene Präsenz, gezielte Streifentätigkeit, Intensivierung der Fahndungsmaßnahmen, bei denen auch zivile Kräfte zum Einsatz kommen, sowie Kontrollen, insbesondere an Ausfallstraßen, sollen potenzielle Täter abgeschreckt und Hinweise für die Aufklärung zurückliegender Einbrüche gewonnen werden.

Dabei werden die örtlichen Kräfte der Polizeireviere, der Verkehrs- und Kriminalpolizei bei einzelnen Kontrollen durch die Polizeihundeführerstaffel und weitere Beamte des Polizeipräsidiums Einsatz unterstützt. Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen finden auch überregional und länderübergreifend in Kooperation mit den Polizeieinsatzkräften angrenzender Bundesländer beziehungsweise den Nachbarländern statt.

Polizei allein kann Einbrüche nicht gänzlich verhindern

Da ein Großteil der Wohnungseinbrüche in den Nachmittags- und frühen Abendstunden verübt wird, setzt die Polizei ganz besonders in diesen Zeiten auf verstärkte Präsenz. In einem speziellen Arbeitsbereich „Wohnungseinbruchsdiebstahl“ bei der Kriminalpolizei führen besonders geschulte Spezialisten mit den Kriminaltechnikern Hinweise und Spuren zusammen. So können Tatzusammenhänge schneller erkannt und immer wieder auch Täter dingfest gemacht werden.

Doch die Polizei allein kann Einbrüche nicht gänzlich verhindern. „Hier sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen, sei es durch Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge oder durch eigene Vorsichtsmaßnahmen der Bürgerinnen und Bürger“, so Polizeisprecher Wörner. Denn viele Einbrüche könnten durch richtiges Verhalten und eine adäquate Sicherungstechnik verhindert werden.

„Für die Einbrecher ist es wichtig, dass alles möglichst schnell geht. Leisten Fenster und Türen erheblichen Widerstand, geben die Ganoven ihr Vorhaben meist rasch auf“, heißt es aus dem Reutlinger Polizeipräsidium. Dass Präventionsmaßnahmen wirken, belege der in den vergangenen Jahren stetig gestiegene Anteil der Einbruchsversuche. Vermehrt scheiterten Täter offenbar an den Sicherungseinrichtungen der Wohnungen. Schon durch einfache Maßnahmen könne jeder seine Wohnung oder sein Haus sicherer machen. Gerade bei Neu- oder Umbauvorhaben ließen sich Sicherungsmaßnahmen umsetzen.

Kostenlose Beratungen für Interessierte

Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Reutlingen, Filderstadt-Bernhausen und Balingen bieten Bauherrschaften sowie Haus- und Wohnungsbesitzer hierzu Beratungen an. Zudem können Termine für eine individuelle Beratung vereinbart werden. Dabei könne auch ein Fachberater zur eigenen Wohnung reisen und direkt vor Ort Tipps zur wirksamen Sicherung unterbreiten. Auch diese Art der Beratung sei kostenlos, wie die Polizei schreibt. Termine könne man unter der Telefonnummer 07121 942-1202 oder unter reutlingen.pp.praevention@polizei.bwl.de vereinbaren.

Zusätzlich sei immer wieder in mehreren Städten im Präsidiumsbereich der Info-Truck des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg unterwegs. An diesem Info-Truck können sich die Bürgerinnen und Bürger anschaulich über die verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten informieren und von Präventionsspezialisten beraten lassen. Zum Beispiel sind diese am Samstag und Sonntag, 9. und 10. November 2024, auf dem Freigelände der Messe Immobilientage Zollernalb in Balingen jeweils von 11 Uhr bis 17 Uhr unterwegs.

Weitere Termine und die Standorte des Informationsfahrzeuges werden auf www.polizei-reutlingen.de und auf Facebook unter www.facebook.com/PolizeiReutlingen veröffentlicht.

Darüber weist das Polizeipräsidium Reutlingen auf die bundesweite Kampagne „K-Einbruch“ hin, die sich speziell mit der Prävention des Wohnungseinbruches befasst. Auf der Internetseite www.k-einbruch.de finden sich neben Verhaltenstipps auch produktneutrale Informationen zu geeigneter Sicherungstechnik. Bei einem virtuellen, interaktiven Rundgang durch ein Wohnhaus werden Stellen aufzeigt, die besonders gesichert werden sollten.

Mit welchen Maßnahmen man sich schützen kann

Wer einige Tipps beherzigt, macht es den Einbrechern nicht ganz so leicht:

  • Schließen Sie auch bei kurzer Abwesenheit Ihre Haus- oder Wohnungstüre stets ab. Denken Sie auch daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Verschließen Sie immer Balkon- und Terrassentüren und sichern Sie sie möglichst mit mechanischen Sicherungen.
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals außerhalb der Wohnung, denn Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Rollläden sollten nur zur Nachtzeit und keinesfalls tagsüber geschlossen werden, schließlich wollen Sie nicht schon auf den ersten Blick ihre Abwesenheit signalisieren. Lassen Sie in ihrer Abwesenheit in verschiedenen Räumen das Licht brennen. Eine Zeitschaltuhr kann hier gute Dienste leisten.
  • Beauftragen Sie jemanden, der bei längerer Abwesenheit den Briefkasten leert.
  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern den Hauseingang auch tagsüber geschlossen. Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken und achten Sie auf Fremde im Haus. Sorgen Sie dafür, dass Keller- und Speichertüren stets verschlossen sind.
  • Achten Sie auf verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Fremde in ihrem Wohngebiet und auf dem Nachbargrundstück. Sprechen Sie die Personen aber nicht an. Rufen Sie stattdessen bei verdächtigen Wahrnehmungen oder bei Gefahr (Hilferufe, ausgelöste Alarmanlage) sofort über Notruf 110 die Polizei.