Dünnes Eis
: Tübinger Wasserretter warnen: Ohne Freigabe nicht aufs Eis

Die DLRG warnt im Kreis Tübingen vor dem Betreten von Eisflächen. Nach Einschätzung der Retter herrscht Lebensgefahr.
Von
Mario Beißwenger
Tübingen
Jetzt in der App anhören
Rettungsleiter auf Eisfläche

Das Betreten einer brüchigen Eisfläche  geht nur mit einer Rettungsleiter. Die Leine sichert die eingebrochene Person.

DLRG
  • DLRG warnt im Kreis Tübingen vor Lebensgefahr auf brüchigen Eisflächen – Betreten nur nach Freigabe.
  • Tragfähigkeit des Eises wird von Behörden geprüft, freigegebene Bereiche werden am Ufer gekennzeichnet.
  • Eltern sollen Kinder über die Risiken gefrorener Gewässer aufklären
  • – 15–20 cm Eisstärke als Orientierung fürs betreten.
  • Bei Eisbruch: Ruhe bewahren, flach auf Eis schieben, Hilfe rufen – Notruf 112 bei Notlagen wählen.
  • Weitere Sicherheitstipps und Verhaltensregeln stehen online bei der DLRG als Download zur Verfügung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wetterlage mit Minusgraden hat in der Region Neckar-Alb zur Bildung erster Eisflächen auf Seen, Weihern und Teichen geführt. Diese Eisdecken sind vielerorts nicht ausreichend tragfähig und sind eine ernstzunehmende Gefahr, schreibt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG.

Betreten nur nach Freigabe

Die Wasserrettungsgruppe Neckar-Alb der DLRG warnt vor dem Betreten der Eisflächen. Die dürften ausschließlich nach behördlicher Freigabe betreten werden. Die zuständigen Stellen prüfen die Tragfähigkeit des Eises und kennzeichnen freigegebene Bereiche entsprechend am Ufer. Örtliche Warnhinweise und Absperrungen seien unbedingt zu beachten.

„Die Gefahr, ins Eis einzubrechen, ist enorm“, warnt Konrad Steibli, Leiter Einsatz der DLRG in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen. „Wir appellieren eindringlich an die Bevölkerung, gefrorene Seen, Teiche und Flüsse nicht zu betreten.“ Eltern werden gebeten, ihre Kinder über die Risiken aufzuklären, die von zugefrorenen Seen und Teichen ausgehen.

Als Orientierung für eine mögliche Tragfähigkeit des Eises gelten etwa rund 15 Zentimeter beistehenden Gewässern und etwa 20 Zentimeter bei Bächen und Flüssen. Diese Werte ersetzen jedoch keine offizielle Freigabe, warnt die DLRG.

Regeln auf dem Eis

Auch bei freigegebenen Eisflächen gilt: Das Eis nicht alleine betreten. Dunkle Stellen im Eis, starker Pflanzenwuchs sowie hörbares Knacken oder Knistern sind Anzeichen für eine verminderte Tragfähigkeit. In solchen Fällen die Eisfläche umgehend verlassen, möglichst flach liegend, um das Gewicht zu verteilen, und vorsichtig in Bauchlage in Richtung Ufer robben.

Kommt es dennoch zu einem Eisbruch, ist Ruhe zu bewahren: Arme ausbreiten, um ein Untertauchen zu verhindern, laut um Hilfe rufen und versuchen, sich flach auf das Eis zu schieben. Ein Abstützen an der Eiskante sollte vermieden werden. Sobald das Eis trägt, flach vom Einbruch wegrollen oder -kriechen.

Bei einem Unfall oder einer Notlage ist umgehend der Notruf 112 mit dem Stichwort „Person im Wasser/Eis“ zu wählen. Umstehende Personen sollten auf den Unfall aufmerksam gemacht werden. Hilfsmittel wie Leitern, umgedrehte Schlitten, Bretter, Hockeyschläger oder Seile können genutzt werden, um aus sicherer Entfernung Hilfe zu leisten.

Die wichtigsten Verhaltensregeln auf dem Eis hat die DLRG in einer Übersicht zusammengestellt. Diese sowie weitere Informationen stehen online als Download zur Verfügung. https://www.dlrg.de/informieren/freizeit-im-wasser/eisregeln-alle-wichtigen-sicherheitstipps/