Der virtuelle Polizeiposten
: Standort Waldhäuser Ost ist ab dem 1. September nicht mehr besetzt

Der Polizeiposten Tübingen Nord auf Waldhäuser Ost wird ab dem 1. September nicht mehr besetzt sein. Eine Schließung, heißt es aus dem Polizeipräsidium Reutlingen, sei das aber nicht. Telefonisch und per Klingel sind die Beamten auch dann noch erreichbar.
Von
Marike Schneck
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Nicht gesetzt

Trotzdem bleiben die Rufnummer des Polizeipostens und die Klingel am Gebäude am Berliner Ring vorerst erhalten. An der Gegensprechanlage meldet sich dann ein Beamter vom Polizeirevier in der Konrad-Adenauer-Straße und nimmt das Anliegen auf. „So machen wir das schon lange“, sagt Dieringer – außerhalb der Öffnungszeiten (7.30 bis 17 Uhr) und wenn der Posten aufgrund personellen Mangels nicht besetzt ist. Das sei jetzt schon häufig der Fall.

Derzeit sind für den Polizeiposten Nord noch 2,1 Personalstellen vorgesehen. Zum 1. Juli geht ein Beamter in den Ruhestand, eine Kollegin hat um Versetzung gebeten. Die frei werdenden Stellen werden nicht mehr besetzt. „Auch personell ist die Arbeit dort oben also nicht mehr zu stemmen“, sagt Dieringer. Zumal die beiden anderen Tübinger Polizeiposten – in der Innenstadt und in der Südstadt – gut das Doppelte an Arbeitsaufkommen haben. „Anders als in der Nordstadt pulsiert bei den Kollegen dort auch tagsüber das Leben. Die sind also voll ausgelastet.“

Für die Bewohner der Nordstadt habe der Abzug der Polizeibeamten vor Ort keinen spürbaren Nachteil, ist sich Revierleiter Dieringer sicher. Weil die Polizei in Tübingen ohnehin schon deliktspezifisch arbeitet und nicht nach örtlicher Zuständigkeit, werde sich bei der Bearbeitung von Anliegen und Anzeigen nichts ändern. Der Streifendienst bleibe weiterhin stark besetzt. Und wenn‘s mal eilt? „Eine Streife“, sagt Dieringer, „braucht maximal fünf Minuten bis hoch in die Nordstadt. Schneller sind die Kollegen, die oben am Schreibtisch sitzen, auch nicht.“