Cyberangriff auf Unikliniken in BW
: Folgen für Kliniken in Ulm, Freiburg, Heidelberg und Tübingen noch unklar

Nach dem Hackerangriff auf Unikliniken im Südwesten sind sensible Daten von mehr als 72.000 Privatpatienten und Selbstzahlern geklaut worden. Die Folgen sind unklar.
Von
dpa
Ulm/Freiburg/Heidelberg/Tübingen
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ARCHIV - 25.02.2022, Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen: ILLUSTRATION - Ein Mann sitzt vor Bildschirmen, die Hacker-Programme und eine fiktive Fernlösch-Software zeigen. Die Furcht vor einem kriminellen Cyberangriff bleibt trotz hoher Inflation, Energiesorgen und Ukraine-Kriegs die größte Sorge für Manager und Sicherheitsfachleute. (Zu dpa «Allianz: Cyberkriminalität bleibt größte Gefahr für Unternehmen») Foto: Lino Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Neben Tübingen und Ulm sind auch die Unikliniken in Heidelberg und Freiburg betroffen.

dpa
  • Cyberangriff auf vier Uni-Kliniken in BW: Daten von über 72.000 Privatpatienten gestohlen.
  • Betroffen sind Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm – Folgen für Kliniken noch unklar.
  • In Freiburg flossen Stammdaten von rund 54.000 Menschen ab, in 900 Fällen auch Rechnungsdaten.
  • Unimed: Angriff zielte wohl auf komplette Verschlüsselung, Datenabfluss erfolgte vor Abwehr.
  • Nur Privatpatienten und Selbstzahler betroffen. Ob andere Kliniken betroffen sind, bleibt offen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach einem massiven Cyberangriff auf vier Unikliniken in Baden-Württemberg hat der dabei attackierte externe Dienstleister Unimed sein Bedauern ausgedrückt. Man nehme den Vorfall sehr ernst und sei sich möglicher Auswirkungen auf Kunden und Patienten bewusst, teilte das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt mit.

Schon kurz nach der Attacke Mitte April sei der Unimed-Abrechnungsservice wieder uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen. Ob es einen Erpressungsversuch seitens der Hacker gegeben hatte, sagte der Sprecher nicht.

Angriff wohl nur teilweise erfolgreich

Man gehe davon aus, dass die Angreifer eigentlich die komplette Verschlüsselung des Systems vorhatten. Das habe nicht verwirklicht werden können. Bevor die Angreifer abgewehrt werden konnten, seien die Daten jedoch abgeflossen. Betroffen sind Angaben eines Unimed-Sprechers zufolge ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler.

Über die Cyberattacke hatten die betroffenen Unikliniken Freiburg, Ulm, Heidelberg und Tübingen am Donnerstag informiert. Demzufolge waren mehr als 72.000 Patientendaten entwendet worden.

Daten flossen ab – auch anderswo in Deutschland?

Am stärksten war die Uniklinik Freiburg betroffen, wo Stammdaten von rund 54.000 Menschen mit Name, Geburtsdatum und Adresse gestohlen und in rund 900 Fällen auch Rechnungsdaten entwendet wurden. Daraus können Informationen zu Diagnose und Behandlungsart hervorgehen. In Heidelberg wurden rund 11.000 Daten gestohlen. Ulm und Tübingen kamen glimpflicher davon.

Unimed rechnet nach Worten des Sprechers bundesweit für Kliniken Leistungen bei Patientinnen und Patienten mit privater oder wahlärztlicher Leistung ab. Ob auch andere Kliniken in Deutschland vom Datenklau betroffen waren, wollte der Sprecher nicht kommentieren.

Bundesweiter Cyberangriff auf Patienten-Daten

Bei einem Cyberangriff auf einen externen Dienstleister zahlreicher Kliniken in Deutschland sind Daten Zehntausender Patientinnen und Patienten gestohlen worden. Laut Dienstleister seien allerdings zu keinem Zeitpunkt die klinischen Systeme oder die Patientenversorgung betroffen gewesen.

In Köln griffen Kriminelle allgemeine Daten wie den Namen, die Adresse oder den behandelnden Arzt von gut 27.000 Menschen ab. Die Uniklinik werde alle Betroffenen in diesen Tagen persönlich über den Vorfall informieren, hieß es. Wer kein Schreiben bekomme, sei nicht betroffen. Das Universitätsklinikum des Saarlands (UKS) meldete gut 1.200 Fälle.
Der externe Dienstleister rechnet nach Auskunft der Kliniken für zahlreiche Kliniken in Deutschland Leistungen bei Patientinnen und Patienten mit privater oder wahlärztlicher Leistung ab. Die Patientenversorgung oder die klinischen Systeme seien zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen.