Buchtipps der Tübinger Redaktion: Diese Bücher sind perfekt zum Verschenken

Lesen ist immer schön – im Winter gehört es aber definitiv zu den schönsten Dingen, mit einem Heißgetränk und einem Buch die Feiertage wegzuschmökern.
Robert Michael/dpaDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Von hier aus weiter“ von Susann Pásztor: Über zweite Chancen
Nach drei Jahrzehnten Ehe wird Marlene zur Witwe – doch anstatt in tiefe Trauer zu verfallen, überwiegt bei ihr der Ärger. In Ihrem Zorn und Ihrer Verzweiflung hält sie alle auf Abstand. Das ändert sich erst, als eines Tages ein völlig unerwarteter Mitbewohner bei ihr einzieht: Jack, ein talentierter Koch, der Marlene nicht nur mit seinen Gerichten beeindruckt, sondern auch die Fragen stellt, die Marlene aus der Reserve locken. Und er bleibt nicht der Einzige, der ihr Leben noch einmal gründlich durcheinanderwirbelt.
Ein kluger, warmherziger Roman, der mich mit seinem bildhaften Schreibstil, seiner Ehrlichkeit und seinem leisen, feinsinnigen Humor überzeugt hat. Er ist ein Plädoyer dafür, dass das Leben, auch wenn es noch so aussichtslos scheint, sich neu erfinden und auf unerwarteten Wegen weitergehen kann. Ein absolutes Lesevergnügen für alle, die Lust auf eine berührende Geschichte über Verlust, Wut, Freundschaft und zweite Chancen haben.
Belinda Zellweger
Von hier aus weiter
Susann Pásztor
Seitenzahl: 256
Genre: Roman/ Literarische Fiktion
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Preis: 24 Euro

"Von hier aus weiter" von SusannPásztor.
Kiepenheuer und Witsch; Montage: Miri Watson„Überwintern“ von Katherine May: Ode an den Winter
Der Winter hat nicht immer den besten Ruf: dunkel, kaltnass, deprimierend. Wie gut, dass es Bücher gibt, die einem die Schönheit dieser Jahreszeit vor Augen halten. In „Überwintern“ erzählt Autorin Katherine May vom Winter in all seinen Facetten. Vom echten, richtigen Winter, der einem in die Knochen kriecht. Aber eben auch vom Winter im übertragenen Sinne, von Zeiten des Stillstands und des Rückzugs. Irgendwo zwischen Erfahrungsbericht und Essay führt May die Leser unaufgeregt durch diese Jahreszeit, schreibt über den Winterschlaf, über die Sonnenwende, übers Eisbaden, über die Jagd nach Polarlichtern und über den Zusammenhang zwischen „schön“ und „zäh“.
Bonus: Man lernt süße Funfacts über Haselmäuse.
Und: Wer auf Hörbücher steht, hört sich die Lesung von Jennipher Antoni an.
Jacqueline Schreil
Überwintern. Wenn das Leben innehält
Katherine May
Seitenzahl: 267
Genre: Essay
Verlag: Insel-Verlag
Preis: 22 Euro

"Überwintern" von Katherine May
Insel-Verlag; Montage: Miri Watson„Es klopft bei Wanja in der Nacht“ von Tilde Michels: Bilderbuch-Klassiker
Der zeitlose Bilderbuch-Klassiker in Versen entführt die kleinen und großen Leserinnen und Leser in den tiefsten Winter, genauer gesagt in die kleine Hütte des Jägers Wanja, die von Schnee und Eis umgeben ist. In einer stürmischen Winternacht wacht Wanja plötzlich auf: „Wer ist's, wer klopft da an sein Haus? Ein Hase hockt im Schneesturm drauß.“ So geht es die ganze Nacht: Dem frierenden Hasen folgt ein Fuchs mit kalten Gliedern und als Letztes steht auch noch ein Bär vor der Tür. Auch ihm gewährt Wanja Einlass. Trotz ihrer natürlichen Feindschaft, versprechen sich die Tiere, Frieden zu halten. Während der Schneesturm draußen tobt, schlafen die Gäste in Wanjas Hütte bis zum Morgengrauen. Als Wanja schließlich erwacht, haben die Tiere die Hütte bereits verlassen. Nur die Spuren im Schnee zeugen noch vom nächtlichen Besuch, der bei Wanja Eindruck hinterlassen hat: „Wir haben wirklich diese Nacht gemeinsam friedlich zugebracht. – Was so ein Schneesturm alles macht!“
Mia Dumont
Es klopft bei Wanja in der Nacht
Tilde Michels, Illustrationen: Reinhard Michl
Seitenzahl: 28
Genre: Kinderbuch
Verlag: Oetinger
Preis: 15 Euro

"Es klopft bei Wanja in der Nacht" von Tilde Michels.
Oetinger; Montage: Miri Watson„The long way to a small and angry planet“ von Becky Chambers: Science Fiction zum Wohlfühlen
Rosemary Harper hat gute Gründe, ihren Heimatplaneten Mars zu verlassen. Sie heuert auf dem Tunnlerschiff Wayfarer, an, dessen liebenswürdige Crew aus verschiedenen galaktischen Spezies zusammengewürfelt ist: Ashby Santoso, Mensch und Captain des Schiffs. Die Pilotin Sissix gehört zu den reptiloiden Aandrisk. Der Grum Dr. Chef versorgt die Crew medizinisch und mit köstlichen Speisen. Navigator Ohan sind ein Sianat-Paar, die im Plural angesprochen werden. Die KI Lovelace hat das gesamte Schiff im Blick und die Techs Kizzy und Jenks sind Menschen, genauso wie der Algaeist Corbin.
Dass die gesamte Wayfarer-Crew sich auf eine Abenteuerreise an die äußersten Ränder der Galaktischen Union begibt, ist fast nebensächlich: Viel spannender sind die Interaktionen und Eigenheiten der verschiedenen Spezies und die Gedanken zu Freundschaft, Liebe und Familie, die Becky Chambers in ihrem großartigen Science Fiction-Roman zum Wohlfühlen teilt.
Miri Watson
The Long Way To A Small And Angry Planet
Becky Chambers
Seitenzahl: 432
Genre: Roman
Verlag: Hodder & Stoughton
Preis: 14 €

„The long way to a small and angry planet“ von Becky Chambers
Hodder & Stoughton; Montage: Miri Watson„Gegen den Strom - Europas fantastische Heroes“ von Jürgen Wertheimer: Ahnengalerie der Fantasie
Wo man auch hinschaut auf der Weltbühne: Die Muskelspieler und Machtmenschen nehmen zu. Die politische Weltlage bringt es mit sich, dass auch in Europa die Rufe nach Helden wieder lauter werden. Höchste Zeit, sich an jene literarischen (Anti-)Helden zu erinnern, die Europas kollektives Bewusstsein viel stärker geformt haben, als jene Politiker, Militäre und Heeresführer, die wir aus dem Geschichtsunterricht kennen. Und wer könnte das besser als Komparatist Jürgen Wertheimer? Von Odysseus über Antigone, Jeanne d'Arc, Effi Briest und Oskar Matzerath bis Hamlet und Faust porträtiert er in einer unterhaltsamen, spannenden und lehrreichen Tour d'Europe jene Gegenspieler, die für ein vielfältiges, kaum auf einen Nenner zu bringendes, anderes Europa stehen. Spieler, Abenteurer, Listige und Mutige, Tollpatsche und wahrhaft Vernünftige bevölkern diese Ahnengalerie, eine Galerie unserer Fantasie, denn, darauf weist der Autor im Vorwort gleich mal hin, um Missverständnissen vorzubeugen: „Alle ‚Helden‘ sind Fantasie-Produkte. Fiktionen, an denen wir uns orientieren, so als ob es echte Figuren wären. Und genau das ist die Grundidee für dieses Buch - dies halbvergessene ‚Erbe‘ wieder ans Licht zu bringen.“ Prädikat: Gelungen.
Peter Ertle
Gegen den Strom – Europas fantastische Heroes
Jürgen Wertheimer
Verlag: Konkursbuchverlag
Seitenzahl: 292
Genre: Sachbuch
Preis: 18 Euro

„Gegen den Strom- Europas fantastische Heroes“ von Jürgen Wertheime
Konkursbuch; Montage: Miri Watson„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ von John Green: Sachbuch übers Menschsein
Das aktuelle Erdzeitalter, in dem wir Menschen den Planeten grundlegend verändern, heißt Anthropozän. Daraus sind gute und weniger gute Dinge entstanden. John Green nimmt sich die verschiedensten Phänomene, Erfindungen und Kreationen der Menschheit vor und bewertet sie, basierend auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen. Vom Softdrink Diet Dr Pepper (4 Sterne) über das Spiel Monopoly (2 Sterne) bis zu Sonnenuntergängen (5 Sterne) reichen Greens Rezensionen. Manche der Kapitel erzählen zutiefst persönliche Geschichten aus dem Leben des US-amerikanischen Autors, der mit Jugendbüchern bekannt wurde. In anderen Kapiteln geht es wiederum eher um uns als Menschen, die zusammen auf der Erde leben. Nach und nach klappert Green die Kuriositäten unseres Zeitalters ab und verliebt sich während des Schreibens immer mehr in die Menschheit. Ein Sachbuch voller Emotionen, durch das die Leser sich weniger alleine fühlen. Greens Rezensionen gibt es auch als Podcast namens „The Anthropocene Reviewed“.
Rebecca Felchle
Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen? Notizen zum Leben auf der Erde
John Green
Seitenzahl: 320
Genre: Sachbuch
Verlag: Hanser
Preis: 22 Euro

„Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ von John Green
Hanser; Montage: Miri Watson„Is She Really Going Out with Him?“ von Sophie Cousens: RomComs are back, baby!
„How to Lose a Guy in Ten Days“ trifft auf „He’s Just Not That Into You“: Anna Appleby hat gerade eine Scheidung hinter sich, und als wäre das nicht schon Soap-Opera genug, versucht ihr neuer Kollege Will auch noch, ihre Kolumne zu kapern. Um das zu verhindern, schlägt die Journalistin kurzerhand vor, sich selbst ins Datingleben zu stürzen und darüber zu schreiben. Der Twist: Annas Kinder dürfen ihre Dates aussuchen. Und es wäre keine romantische Komödie, wenn die Liebe am Ende nicht dort zu finden wäre, wo sie schon die ganze Zeit unauffällig im Weg stand. (Klischees müssen bei sowas sein!) Extrapunkte gibt es dafür, dass die Geschichte nicht im obligatorischen London spielt, sondern im bezaubernden Bath. Jenes Städtchen, das schon Jane Austen als Bühne für amouröse Verwicklungen nutzte. Herrlich eskapistisch und gespickt mit all den Tropes, die wir lieben – von Enemies to Lovers über There’s Only One Bed at the Inn bis hin zu Second Chance at Love.
Lotta Bürker
Is She Really Going Out With Him?
Sophie Cousens
Seitenzahl: 416
Genre: Roman
Verlag: Hodder & Stoughton
Preis: 12,99 Euro

„Is She Really Going Out with Him?“ von Sophie Cousens
Hodder & Stoughton; Montage: Miri Watson„Der Urknall unserer Sprache“ von Laura Spinney: Die weite Reise unserer Sprache
Da, wo jetzt Krieg ist, liegt der Ursprung aller indo-europäischen Sprachen. Das ist der Grund, warum mich „Der Urknall unserer Sprache“ zunächst in den Bann gezogen hat. Die Autorin Laura Spinney nahm mich dann auf einen intellektuell reizvollen Trip mit: vom Nordufer des Schwarzen Meeres, nach West-China und Anatolien immer auf den Spuren der Sprachfamilie zu der auch Deutsch gehört. Sie erzählt, mit welchen Methoden Archäologen, Genetiker und Sprachwissenschaftler den Weg von „Proto“ zu den uns bekannten Sprachen von baltisch bis gälisch rekonstruieren. Proto, das Ur-Indo-Europäische, gab auch den viel geheimnisvolleren Titel der englischen Ausgabe. Nach kurzem Blättern in der deutschen Übersetzung ist die gelungen. Wer über Weihnachten eine absorbierende Sachgeschichte sucht, das letzte Raunen von untergegangenen Sprachen wie Tocharisch hören will oder den Bedeutungswandel von Agro, der ist bei Spinney bestens aufgehoben.
Mario Beißwenger
Der Urknall unserer Sprache
Laura Spinney
Seitenzahl: 336
Genre: Sachbuch
Verlag: Hanser
Preis: 26 €

„Der Urknall unserer Sprache“ von Laura Spinney
Hanser; Montage: Miri Watson