Betrugsmasche „Falsche Polizeibeamte“
: Frauen aus Mössingen und Ammerbuch um Zehntausende Euro gebracht

Dreiste Betrüger gaukelten den älteren Mitbürgerinnen vor, dass nahe Verwandte in Not wären. Der Betrug flog erst später auf.
Von
Benjamin Breitmaier
Mössingen/Ammerbuch
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ARCHIV - 11.10.2019, Bayern, Würzburg: Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon. In Hessen werden viele Seniorinnen und Senioren durch den sogenannten Enkeltrick oder Schockanruf um ihr Erspartes gebracht. (zu dpa: "Die Masche mit der Angst: Telefonbetrüger setzen auf Panik bei Opfern") Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Zwei Frauen, eine aus Ammerbuch, eine aus Mössingen, wurden Opfer von der dreisten Betrugsmasche Unbekannter, die sich als Polizeibeamte ausgaben.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Zwei Seniorinnen aus Mössingen und Ammerbuch wurden Opfer falscher Polizeibeamter.
  • Am Freitag gaben beide Bargeld und Wertgegenstände in Höhe von mehreren zehntausend Euro ab.
  • Vorgehen der Täter: Anrufe mit erfundenen Unfällen von Sohn oder Enkelin und angeblicher Kaution.
  • Eine Frau bemerkte den Betrug sofort nach der Übergabe – die andere erst später.
  • Polizei rät: misstrauisch werden, auflegen und 110 oder die örtliche Dienststelle anrufen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Laufe des vergangenen Freitags (22. Mai) sind gleich zwei Seniorinnen Opfer dreister Telefonbetrüger geworden. Am Nachmittag teilte laut Bericht des Polizeipräsidiums Reutlingen eine Dame aus Mössingen zunächst mit, dass sie an einen Abholer Bargeld und Wertgegenstände in Höhe von mehreren zehntausend Euro übergeben habe.

Zuvor hatten sich die Kriminellen am Telefon als Polizeibeamte ausgegeben und ihr vorgegaukelt, dass ihre Enkelin einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und sie nun zu ihrer Freilassung eine Kaution bezahlen müsse. Unmittelbar nach der Übergabe bemerkte die Geschädigte den Betrug und verständigte die Polizei.

Mit einer ähnlichen, frei erfundenen Geschichte wurde in den Abendstunden des Freitags eine weitere Seniorin aus Ammerbuch Opfer von Kriminellen. Auch sie übergab mehrere zehntausend Euro Bargeld und Wertgegenstände an einen Abholer, nachdem ihr zuvor in einem Telefonat wahrheitswidrig erzählt wurde, dass ihr Sohn einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe und sie nun eine Kaution bezahlen müsse, um eine Haftstrafe abzuwenden. Erst später bemerkte sie den Betrug, wie die Polizei berichtet.

Prävention und Ansprechperson

Bei Anrufen durch angebliche Enkelinnen und Enkel, Polizeibeamte oder Bankmitarbeitende gilt: Sofort misstrauisch werden, keine Angaben zu Geld oder Wertsachen machen und niemals Bargeld oder Schmuck übergeben. Es wird empfohlen, aufzulegen und direkt die 110 oder die bekannte Nummer der örtlichen Polizeidienststelle anzurufen. Wie die Polizei mitteilt, sind Angaben zur Telefonnummer, die angerufen hat, hilfreich. Ansprechstelle beim Polizeipräsidium Reutlingen ist das Referat Prävention unter Telefon (07121) 9 42 12 02.