Bedeutende Auszeichnung für Tübinger Professorin
: Sie entdeckte den ältesten je in Eurasien gefundenen Homo sapiens

Ihre Forschung ist entscheidend für die Bestätigung des afrikanischen Ursprungs des Menschen: Nun bekommt die Tübinger Paläoanthropologin Prof. Katerina Harvati Albert den Einstein World Award for Science 2026 verliehen.
Von
red/mosi
Tübingen
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Prof. Katerina Harvati.

Prof. Katerina Harvati.

Berthold Steinhilber/laif
  • Prof. Katerina Harvati erhält den Albert Einstein World Award for Science 2026.
  • Auszeichnung für Arbeiten zur Evolution des Menschen – bestätigt den afrikanischen Ursprung.
  • Apidima-1 in Griechenland: ältester Homo sapiens in Eurasien, Europa viel früher erreicht.
  • Harvati etablierte virtuelle Anthropologie und Geometrische Morphometrie für Fossilanalysen.
  • Preisverleihung am 2. November 2026 in Córdoba, vergeben vom World Cultural Council.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Professorin Katerina Harvati vom Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen wird mit dem Albert Einstein World Award for Science 2026 des World Cultural Council ausgezeichnet. Der Council erkennt ihre Forschungsarbeit als weltweit führende Paläoanthropologin an, die das Verständnis vom Ursprung des Menschen grundlegend verändert habe. Prof. Harvati habe unter anderem neue Techniken begründet. Darunter die virtuelle Anthropologie und die Geometrische Morphometrie, die quantitative Vergleiche biologischer Formen zulässt und virtuelle Rekonstruktionen aus Fossilienfragmenten. Ihre Arbeit habe Licht auf lange offene Fragen der Evolution und Anpassungen ausgestorbener Menschenarten geworfen und das Verständnis über die Ausbreitung der frühen modernen Menschen revolutioniert.

Moderne Menschen erreichten Europa schon viel früher

Der Albert Einstein World Award for Science wird seit 1984 jährlich vom in Mexiko gegründeten World Cultural Council an Wissenschaftler in Naturwissenschaft und Technik verliehen. „Ich freue mich ganz besonders, dass Professorin Katerina Harvati mit dem Albert Einstein World Award for Science eine weitere Anerkennung ihrer herausragenden Forschungsarbeit erfährt“, sagt Prof. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Die hochverdiente Auszeichnung ist auch Anreiz für die künftige Generation, die Grenzen der Forschung in allen Bereichen auszuweiten.“ Die Preisübergabe an Harvati ist am 2. November 2026 an der Universidad Nacional de Córdoba in Argentinien.

In seiner Mitteilung begründet der World Cultural Council die Vergabe des Preises an Harvati weiter damit, dass sie den präzisen Nachweis erbracht habe, dass Neandertaler und der Homo sapiens deutlich voneinander abgegrenzte Arten bilden. Ihre Forschungsarbeit sei entscheidend bei der Bestätigung des afrikanischen Ursprungs des modernen Menschen, dessen Wanderrouten sie ermitteln konnte. Mit ihrer Entdeckung des Apidima-1-Fossils in Griechenland, dem ältesten je in Eurasien entdeckten Fund eines Homo sapiens, konnte Harvati belegen, dass moderne Menschen bei der Auswanderung aus Afrika Europa rund 150.000 Jahre früher erreichten als zuvor angenommen.

Harvatis Ausgrabungen in Griechenland und auf dem Balkan hätten gezeigt, dass diese Region als Eiszeitrefugium und Wanderungskorridor für Mensch und Tier während der unwirtlichen Klimaphasen des Pleistozäns diente. Die Entdeckung der ältesten archäologischen Fundstätten in Griechenland habe die Anwesenheit von Menschen in der Region auf einen Zeitraum vor 700.000 Jahren zurückdatiert. Kürzlich entdeckte Harvatis Arbeitsgruppe in Griechenland die mit einem Alter von rund 430.000 Jahren ältesten bisher bekannten von Menschenhand genutzten Holzwerkzeuge.

Prof. Katerina Harvati wurde in Griechenland geboren und studierte in New York. Seit 2009 hat sie die Professur für Paläoanthropologie an der Universität Tübingen inne. Sie ist Sprecherin des 2026 gestarteten Exzellenzclusters Human Origins.

Den Albert Einstein World Award for Science verleiht das World Cultural Council jährlich an Einzelpersonen in Anerkennung ihrer herausragenden Beiträge zum Fortschritt der Wissenschaft. Besondere Berücksichtigung finden dabei Errungenschaften in der Forschung, die einen Beitrag zum Nutzen und Wohlstand der Menschheit leisten. Die Gewinnerinnen und Gewinner des Preises werden von einem interdisziplinären Komitee ausgewählt, das aus weltweit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besteht, darunter einige, die mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden.