Bausubstanz wird geprüft: Betonproben sollen Zustand der Eberhardsbrücke klären

Mit dem Kernbohrer wurden aus dem westlichen Teil der Eberhardsbrücke in Tübingen diese Woche Proben entnommen.
Hans-Jörg Schweizer- Betonproben untersuchen Zustand der Eberhardsbrücke in Tübingen.
- Alte Brücke von 1901 und jüngere Fußgängerbrücke aus den 1950ern.
- Untersuchungen durch Firma Harrer Ingenieure aus Karlsruhe.
- Fokus auf Frost-Tausalz-Schäden, mechanische Prüfung der Druckfestigkeit.
- Ergebnisse im Sommer: Sanierung oder Abriss der Brücke.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer mit dem Stocherkahn unter der Tübinger Eberhardsbrücke durchfährt, hat an einer Stelle Einblick in deren Innereien. Zwischen TAGBLATT-Gebäude und Neckarinsel ist der Beton abgeplatzt, sodass die rostigen Stahlbewehrungen frei liegen. Das sieht dramatisch aus, bedeutet aber erstmal nicht viel. Um wirklich etwas über die Standfestigkeit eines Bauwerks zu erfahren, müssen Proben genommen und analysiert werden.
Bei der Tübinger Eberhardsbrücke handelt es sich in Wahrheit um zwei parallel verlaufende Brücken nebeneinander. Die Straße und der Gehweg zwischen Neckarmüller und Verkehrsverein auf der Ostseite führen über die alte Brücke aus dem Jahr 1901. Der westliche Gehweg auf der TAGBLATT-Seite liegt auf einer eigenen Brückenkonstruktion aus den 1950er Jahren. Während die alte Brücke schon beprobt wurde, rücken die Brückenprüfer nun diese Woche der jüngeren Fußgängerbrücke mit dem Kernbohrer zu Leibe.
Jahrzehntelanger Frost-Tausalz-Angriff
Die Bohrkerne werden anschließend von der beauftragten Firma Harrer Ingenieure aus Karlsruhe im Labor chemisch und mechanisch untersucht, wie Thomas Swain von der Tübinger Fachabteilung Brücken erklärt. Bei den chemischen Untersuchungen geht es vor allem darum, wie viel Tausalz vom Winterdienst im Lauf der Jahrzehnte in die Bausubstanz eingedrungen ist. Denn: Der sogenannte „Frost-Tausalz-Angriff“ bekommt dem Beton gar nicht gut. Er kann zum einen – wie hier – oberflächliche Abplatzungen hervorrufen, zum anderen können Tausalze aber auch tiefer eindringen und eine Gefügestörung des Betons bewirken.
Wie stark der Beton im Innern schon geschädigt ist, das soll die mechanische Untersuchung der Bohrkerne zeigen. Dabei werden die Proben einer Druckfestigkeitsprüfung unterzogen. Mit Ergebnissen rechnet Thomas Swain für den Sommer. Sie sollen in eine Machbarkeitsanalyse einfließen, in der es die Frage zu beantworten gilt: Instandsetzen oder erneuern? Anders ausgedrückt: Sanieren oder abreißen?

