Baum selbst schlagen
: „Wer nach einem Christbaum im Wald sucht, ist sowieso ein Idealist“

Weihnachtsbaum zum Selberschlagen: Am Samstag herrschte großer Andrang im Ofterdinger Wald.
Von
Andreas Kurt Straub
Ofterdingen
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Wie diese beiden Ofterdinger schlugen am Samstag viele Leute ihre Weihnachtsbäume im Wald selbst.

Andreas Straub
  • Familien schlugen am Samstag im Ofterdinger Wald ihre Weihnachtsbäume selbst.
  • Hintergrund: Fichten mussten wegen Waldpflege entfernt werden, Aktion war nachhaltig.
  • Andrang war groß; Kinder freuten sich über das gemeinsame Erlebnis im Wald.
  • Jugendfeuerwehr sorgte für Verkehrsfluss, Verkaufserlöse gingen an Jugendprojekte.
  • Glühwein und Lagerfeuer sorgten für Weihnachtsstimmung wie auf einem kleinen Markt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Duft von Harz lag in der kalten Winterluft. Und war dort der Klang von Hörnern durch den Hardtwald zu hören? Zahlreiche Familien machten sich am Samstag mit Sägen, Handschuhen und guter Laune auf die Suche nach ihrem ganz persönlichen Weihnachtsbaum. Das Forstrevier Steinlach-Wiesaz hatte gemeinsam mit dem Jugendhaus Ofterdingen und der Jugendfeuerwehr dazu eingeladen, die Christbäume gegen einen Obolus selbst zu schlagen. Bei vergleichsweise milden Temperaturen und Sonnenschein war der Andrang am Samstag groß.

Hintergrund der Aktion ist die üppige Naturverjüngung der Fichten auf den Sturmwurfflächen im Ofterdinger Wald. Die Bäume, die nun als Weihnachtsbäume genutzt wurden, hätten in den kommenden Jahren ohnehin im Zuge der Waldpflege weichen müssen.

Baum auf kurzem Wege

Für Förster Reinhold Gerster ist die Aktion ein Höhepunkt eines jeden Jahres. Er wies die Besucherinnen und Besucher vor Ort ein, bevor diese selbst Hand anlegen durften. Viele Vorschriften und Kontrollen brauche es nicht. „Wer selbst ein oder zwei Stunden nach einem Christbaum im Wald sucht, ist sowieso ein Idealist“, so Gerster. Besonders Familien nutzten die Gelegenheit, ihren Baum gemeinsam auszusuchen und eigenhändig zu fällen – gerade für die Kinder ein Erlebnis.

„Wir kommen jedes Jahr", sagte eine Dettingerin. Ihre beiden fünf- und siebenjährigen Söhne nahmen kleine Bäume mit. Doch welcher Baum passt in der Breite und Höhe am besten ins Wohnzimmer? Darüber gingen die Meinungen zuweilen auseinander. Die im rauen Klima des Rammerts gewachsenen Fichten und Weißtannen sind filigran, stachelig und mit der üppigen Form einer gezüchteten Nordmanntanne nicht vergleichbar. „Dafür ist es unser eigener Baum und der Weg ist kurz", sagte die Dettingerin. Außerdem bleibt das gute Gefühl, ihn legal und nachhaltig aus dem heimischen Wald erworben zu haben.

Glühwein am Lagerfeuer

Der Erlös aus dem Verkauf kam wie in den Vorjahren dem Jugendhaus und der Jugendfeuerwehr Ofterdingen zugute. Letztere sorgte zudem für einen reibungslosen Verkehrsfluss rund um den Waldparkplatz Hardtsee, wo ein Einbahnstraßen-Rundverkehr eingerichtet worden war. Gerade vormittags waren die Wege allerdings fast bis an die Hauptstraße hin zugeparkt.

Nach dem Baumschlagen gab es am Lagerfeuer Glühwein, Punsch und roten Würste. Dabei kam Weihnachtsstimmung auf, fast wie bei einem kleinen Weihnachtsmarkt im Wald. Schließlich galt es, die Bäume abzutransportieren. Viele nutzen geöffnete Kofferräume, andere schnürten sie auf die Dächer. Einige waren sogar mit Anhängern gekommen, um ihren eigenen Baum nach Hause zu bringen und zu schmücken.