Bahnverkehr massiv gestört
: Reparatur dauert bis 18 Uhr – Ammertalbahn fährt

LiveEs ist die größte Störung im Tübinger Bahnverkehr seit Langem: Nach einem Feuer in Wernau geht seit Donnerstagabend nichts mehr. Die Entwicklung im Liveticker.
Von
Jonas Bleeser, Moritz Siebert, Nico Pannewitz
Tübingen
Auch die Anzeigen funktionieren nicht mehr: Der Tübinger BAhnhof am Freitagmorgen (24. April).

Auch die Anzeigen funktionieren nicht mehr: Der Tübinger Bahnhof am Freitagmorgen (24. April).

Moritz Siebert

In Tübingen und Region stehen seit Donnerstagabend (23.04) einige Züge still. Der Grund: ein defektes Stellwerk, weshalb laut der Deutschen Bahn keine Bahnfahrten zum oder vom Tübinger Hauptbahnhof möglich sind.

Betroffen sind demnach die Linien RE 6 (Stuttgart – Tübingen - Aulendorf /Rottenburg), RB 63 (Herrenberg – Bad Urach) und RB 74 (Pforzheim – Horb – Tübingen).

Einsteigen oder nicht? Unsicherheit in Reutlingen

Am Reutlinger Bahnhof herrscht kein kompletter Stillstand. Ein MEX nach Nürtingen fährt ein – aber eben nur nach Nürtingen, nicht nach Stuttgart. „Keine Ahnung, ob ich jetzt einsteigen soll oder nicht“, sagt eine junge Frau auf Gleis 1. Ein Mitarbeiter der DB versucht zwar, Auskünfte zu geben. Doch ob Reisende nun über Tübingen und Herrenberg oder Nürtingen nach Stuttgart kommen, kann er nicht sagen.

Bahnhof Reutlingen Zug Züge Ausfall Reisende Hauptbahnhof

Ein Zug nach Nürtingen fährt am Hauptbahnhof Reutlingen ein. Doch Reisende sind unsicher, ob sie einsteigen sollen.

Maik Wilke

Die Ammertalbahn fährt

In den vergangenen Jahren gab es häufig Probleme auf der Ammertalbahn von Tübingen nach Herrenberg: Wiederkehrende Zugausfälle erbosten auch den Tübinger Landrat Hendrik Bednarz, der „miserables Management“ der Deutschen Bahn als Mitursache sah. Auch rätselhafter Verschleiß an den Zügen beschäftigte den Zweckverband.

Die gute Nachricht des Tages aber ist: „Die Ammertalbahn fährt tapfer“, stellt Geschäftsführerin Sarah Wüstenhöfer fest. Zugausfälle gab es am Freitag keine. Auch die Bahn empfiehlt in ihrer App den Weg über Herrenberg von Tübingen nach Stuttgart. „Wir haben Platz für alle“, so Wüstenhöfer. Genauer: Jede halbe Stunde 236 Plätze pro Zug. „Vielleicht muss man ein bisschen stehen.“ Aber die Verbindungen liefen gerade zuverlässig.

Die Störungen dauern voraussichtlich bis 18 Uhr

Neue Informationen von der Bahn: Die Reparaturarbeiten an den beschädigten Kabeln nach dem Brand in Wernau dauern länger. Voraussichtlich bis 18 Uhr, wie ein Bahn-Sprecher informiert. „Kleine Ursache, große Auswirkung“, sagt er: „Durch den Brand sind eine Menge Kabel beschädigt worden.“ Die Reparaturarbeiten seien nicht so einfach. Unter anderem müssten Lichtwellenkabel und Kupferkabel erneuert werden. „Das ist eine aufwendige Sache.“

Die Situation am Tübinger Bahnhof

Wartende Reisende und Pendler an Gleis 1, bange Blicke aufs Handy, Bahn-Mitarbeiter, die geduldig Auskunft geben. Am Freitagvormittag geht weiterhin nichts in Richtung Stuttgart. Wegen des Kabelbrands in Wernau funktionieren auch die Anzeigetafeln und die Lautsprecher für Durchsagen in Tübingen nicht mehr. „Es ist zum Mäusemelken“ murmelt ein Mann.